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12. AEDL Soziale Bereiche des Lebens sichern

(In 8. ATL Für Sicherheit sorgen, 9. ATL Raum und Zeit gestalten, arbeiten und spielen, 11. ATL Kind, Frau, Mann sein enthalten)

 

Im Laufe der Sozialisation des Menschen kristallisierte es sich heraus, dass der Mensch als Einzelgänger nicht sein Überleben sichern konnte. Der Mensch ist also ein soziales Wesen. Zu seinem Wohlbefinden gehört das Gefühl der Geborgenheit durch die Integration in einem sozialen Netz.

 


Dieses AEDL beschäftigt sich in erster Linie mit den sozialen Kontakten des Gepflegten zu Angehörigen, Freunden, Nachbarn, Pflegepersonen. Dabei wird auch besonders sein Sozialverhalten gegenüber seinen Mitmenschen beachtet.


In Pflegeeinrichtungen steht im Mittelpunkt, wie der Klient in der Einrichtung integriert ist. Beispielsweise:

  • Wie verhält er sich anderen gegenüber?
  • Wird er mit seiner Persönlichkeit angenommen?
  • Wird er überhaupt entsprechend wahrgenommen?
  • Erfährt er Anerkennung?
  • Kommuniziert er gerne?
  • Ist er in der Lage, Grenzen zu erkennen?
  • Wie geht er mit Nähe und Distanz um?
  • Entspricht sein Verhalten den gängigen Normen?
  • Kann er Loslassen?
  • Neigt er zum „Klammern“?
  • Genießt er die Anwesenheit anderer Menschen?
  • Zieht er sich zurück, isoliert sich?


Wesentlich sind aber auch die Kontakte außerhalb der Einrichtung wie zum Beispiel:

  • Hat er Kontakte auch außerhalb der Einrichtung? 
  • Bekommt er Besuch?
  • Kann er Familie, Freunde, Bekannte besuchen?
  • Wird er regelmäßig abgeholt? 
  • Ist er in der Lage, selbständig seine Kontakte zu pflegen?
  • Mit wem hätte er gerne außerhalb der Einrichtung Kontakt?
  • Ist er in der Lage, sich „gesellschaftsfähig“ zu verhalten?
  • Wünschen Menschen außerhalb der Einrichtung mit dem Gepflegten einen Kontakt?


Gerade die Kontakte außerhalb der Einrichtung bedeuten für Gepflegte Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Vorhandene Probleme oder Defizite sollten unbedingt mit allen Maßnahmen überwunden werden, um diese Kontakte zu erhalten. Ein Verlust des selbstgewählten sozialen Umfeldes bedeutet einen Verlust an Wahrnehmungen, Selbstidentität und Autonomie.

In der Altenpflege sind häufig Kontakte außerhalb der Einrichtung erschwert, weil Angehörige, Freunde, Bekannte bereits verstorben sind. Es gibt Möglichkeiten, neue Kontakte zu fördern wie beispielsweise:

  • Besuchsdienste
  • Patenschaften
  • Teilnahme an außerhäuslichen Veranstaltungen

Die Zusammenarbeit mit Tierheimen, Therapie- oder Haustieren sollte nicht unterschätzt werden. Tiere wecken nicht nur alte Erinnerungen. Viele Gepflegte empfinden den Umgang mit Tieren als sinnvoll, weil sie das Gefühl bekommen, gebraucht zu werden. Selbstachtung und Selbstvertrauen werden gestärkt. Gepflegte fühlen sich weniger einsam, wenn ein Tier in ihrer Nähe ist. Und sie können ihr Bedürfnis nach Zuneigung und Nähe ausleben ohne die Angst, zurückgewiesen zu werden. Ein Tier geht auch „vorurteilsfrei“ mit körperlichen Problemen oder Defiziten eines Klienten um.