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7.   AEDL Sich kleiden

3.   ATL Sich waschen und kleiden

 

Kleidung schützt nicht nur den Körper vor Verletzungen, Unterkühlung und Überwärmung. Die Art sich zu kleiden drückt Selbstverständnis und Selbstverwirklichung aus. Die Kleidung beeinflusst das Selbstwertgefühl. Gesellschaftliche Normen betreffs Moden sind einem ständigen Wandel unterzogen. Moralische Maßstäbe von Sittlichkeit und Anstand prägen wesentlich den Kleidungsstil.

 

Einflussfaktoren auf sich pflegen:

 

 

Schutz:

 Klimatische Einflüsse

 Äußere Einwirkungen

 Erkrankungen

 Verletzungen

Ästhetisch-soziale Funktion:

 Individualität

 Betonung körperlicher Vorzüge

 Überdeckung körperlicher Defizite

 Gruppenzugehörigkeit

 Soziale Stellung

 Alter

 Geschlecht

 Sicherung des Schamgefühls

Kultur, Tradition, und Religion

 Frauen wollen keine Hosen tragen (Männerkleidung)

 Kopfbedeckung (Kopftücher, Hauben, Schleier, Hüte)

 Einheitliche Kleidung (z.B. Ordensschwestern)

 Alltags- und Sonntagskleidung, Kleidung zu Festtagen

Rahmenbedingungen

 Eigener, ausreichend großer Kleiderschrank

 Großer Wandspiegel im Wohnbereich

 Kleiderkauf mit dem Betreuten

 Wünsche, Gewohnheiten beachten

 Waschmöglichkeiten in der Einrichtung

Das An- und Ausziehen ist eine komplexe Tätigkeit. Motorische, sensorische und kognitive Fähigkeiten sind Vorraussetzung, die beeinträchtigt sein können durch Behinderung oder Krankheit. 

Einschränkungen

 Das Äußere wird vernachlässigt (z. B. Depressionen, Vereinsamung)

 Verwechslung der Kleidung, falsche Reihenfolge (z. B. Demenz, geistige Behinderung, Verwirrung)

 Verschwitzte oder "riechende" Kleidung (z. B. Parkinson, Inkontinenz)

 Schmutzige, fleckige Kleidung (z. B. Sehbehinderung)

 Unzureichend angezogen (z. B. körperliche Beeinträchtigungen, Rheuma, Schmerzen, gestörte Feinmotorik)

Beobachtungskriterien

 In welcher Kleidung fühlt sich der Betreute wohl?

 Passt die Kleidung zum Rollenverständnis?

 Ist die Kleidung zweckmäßig?

 Behindert die Kleidung Beweglichkeit oder Selbständigkeit?

 Wieviel Wert legt der Betreute auf sein Äußeres?

 Ist die Bekleidung witterungsgemäß?

 Welchen Einfluss hat die Bekleidung auf Stimmung und Verhalten?

 Sind Vernachlässigung oder Desinteresse erkennbar?

Betreute sollten soviel Selbständigkeit und Eigenbeteiligung beim An- und Ausziehen einbringen wie möglich, auch dann, wenn dadurch die Pflegezeiten verlängert werden. Regelmäßiges, gezieltes Training und entsprechende Hilfsmittel helfen, die Alltagskompetenz der Betreuten zu erhalten oder zu fördern.

Hilfsmittel

 Schuhanzieher

 Strumpfanzieher

 Knöpfhilfen

 Klettverschlüsse

Es gibt auch spezielle Kleidung für Rollstuhlfahrer oder bei Inkontinenz. Wenn die Betroffenen diese Kleidung aus modischen Gründen ablehnen, ist es ihr Recht und muss berücksichtigt werden, auch dann, wenn dadurch eine Arbeitserschwernis oder längere Pflegezeiten entstehen. 

Pflegeziele zum 7. AEDL

 Der Betreute fühlt sich gut angezogen und wohl

 Der Betreute kann sein Äußeres annehmen und fühlt sich angenommen

 Stil, Individualität, Geschmack des Betreuten werden deutlich, seine Wünsche berücksichtigt

 Der Betreute ist gut beraten, aber nicht bevormundet

 Die Kleidung des Betreuten schützt ihn vor Witterung und Verletzungen

 Die Selbständigkeit beim An- und Ausziehen wird erhalten bzw gefördert

 

 

 

Berufskleidung

Dienstkleidung

Die Dienstkleidung wird in der Regel vom Arbeitgeber gestellt und gibt Auskunft zur Zugehörigkeit zum Personal und oft zum Bereich des Einsatzen wie Pflege, Hauswirtschaft oder Reinigung. Im Pflegedienst unterscheidet sich die Dienstkleidung häufig zusätzlich nach Funktion und Status. Dienstkleidung muss nicht zwingend weiß sein, immer mehr Pflegeeinrichtungen bieten auch farbenfrohe Dienstkleidung an. In Einrichtungen der Heilerziehungspflege wird überwiegend Privatkleidung getragen, die aber dennoch die Vorraussetzung einer Dienstkleidung erfüllen muss.

 Mindestens 60° waschbar

 Kurzärmlig (Jacken können im Dienstzimmer oder bei Außenaktivitäten getragen werden)

 Oberteile in ausreichender Länge (bauch- und rückenbedeckend auch beim Bücken, keine Tops oder Spaghettiträger), bequem, arbeitsgemäß

 Hosen: passend, nicht rutschend, vorgeschriebene Länge 

 Schuhe: abwaschbar, desinfizierbar, geschlossen, ausreichendes Profil

 Kein Schmuck oder Armbanduhren (Piercings entfernen oder abkleben)

 Zusammengebundene Haare (eventuell Kopftuch oder Haube)

 Gepflegtes Äußeres

 

Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck!

(Zitat, Verfasser unbekannt)