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Clara und Mike - der Abschluss einer großen Liebe

 

Menschen mit Behinderung und Sexualität

Menschen mit Behinderung, ganz egal welche Behinderung und welcher Behinderungsgrad, sind verschieden. Es gibt nicht den „typischen Behinderten“. Somit gibt es auch nicht die Sexualität oder das sexuelle Verhalten von Menschen mit Behinderung. Menschen mit Behinderung entwickeln ihre Sexualität genauso wie Menschen ohne Behinderung und Sexualität hat auch für sie eine große Bedeutung.

Grundgesetz Art 2 

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Das Grundgesetz gilt für alle Menschen, gleich ob behindert oder nichtbehindert. Auch schwerstmehrfachbehinderte Menschen haben das Recht auf Entfaltung ihrer Persönlichkeit, auf Partnerschaft, auf Liebe, auf Zärtlichkeit, auf Leidenschaft. Das Ausleben der Sexualität von Menschen mit Behinderung wird eher von der Gesellschaft, auch Pflegepersonal, Eltern oder Betreuer, behindert, die Behinderung an sich ist zumeist kein Hindernis.

Pflegepersonal, Eltern oder Betreuern steht es nicht zu, das Grundbedürfnis nach Sexualität zu unterdrücken. Das ist eine Körperverletzung. Menschen mit Behinderung greifen auch auf Dienste von Prostituierten oder auf Sexualbegleitungen zurück. Ein Urteil oder Verurteilung steht Pflegepersonal, Eltern oder Betreuern ebenfalls nicht zu. Es verletzt das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Verhütungsmaßnahmen dürfen Pflegepersonal, Eltern oder Betreuer nicht erzwingen.

UN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 23

Achtung der Wohnung und der Familie
(1) Die Vertragsstaaten treffen wirksame und geeignete Maßnahmen zur Beseitigung der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung mit anderen in allen Fragen, die Ehe, Familie, Elternschaft und Partnerschaften betreffen, um zu gewährleisten, dass

a. das Recht aller Menschen mit Behinderungen im heiratsfähigen Alter, auf der Grundlage des freien und vollen Einverständnisses der künftigen Ehegatten eine Ehe zu schließen und eine Familie zu gründen, anerkannt wird;
b. das Recht von Menschen mit Behinderungen auf freie und verantwortungsbewusste Entscheidung über die Anzahl ihrer Kinder und die Geburtenabstände sowie auf Zugang zu altersgemäßer Information sowie Aufklärung über Fortpflanzung und Familienplanung anerkannt wird und ihnen die notwendigen Mittel zur Ausübung dieser Rechte zur Verfügung gestellt werden;
c. Menschen mit Behinderungen, einschließlich Kindern, gleichberechtigt mit anderen ihre Fruchtbarkeit behalten.

Gerade bei Kindern mit geistiger Behinderung oder Verhaltensstörungen sollte auf Sexualerziehung und Aufklärung größter Wert gelegt werden. So lernen sie von klein auf, das Schamgefühl anderer Menschen zu respektieren, ein angemessenes Verhalten in der Öffentlichkeit, aber auch, sexuelle Übergriffe zu erkennen und sich Hilfe zu holen. Sexuelle Gewalt gegen Menschen mit Behinderung, gerade auch durch als nichtbehindert geltende Leute, wird totgeschwiegen. (Bundesfamilienministerium, Studie 2013 zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung in Deutschland: sechs Prozent aller behinderten Frauen, die in deutschen Heimen betreut werden, wurden sexuell missbraucht.) 

Pflegepersonal, Eltern oder Betreuer, die die Sexualität der Menschen mit Behinderung nicht respektieren, sind keine Vertrauenspersonen, an die sich die Schutzbefohlenen wenden, um bei Übergriffen Hilfe zu erhalten. Kenntnisse über den eigenen Körper und Aufklärung schützen. Menschen mit Behinderung benötigen verständliche Informationen zur Sexualkunde, aber auch das Wissen über ihre Rechte. Ein Recht ist beispielsweise das Mitgestalten von Rahmenbedingungen, um ihre Sexualität selbstbestimmt leben zu können.

Akzeptanz der Sexualität
Sexuelle Selbstbestimmung
Tolerierung und Akzeptanz von Partnerschaften
Mitgestaltung der Rahmenbedingungen
Zugang zu für sie verständliche Informationen
Aufklärung und intensive Sexualerziehung
Schutz vor sexueller Gewalt

 

 

Unterstützung:

Beratungsstellen: Pro familia – Für selbstbestimmte Sexualität

„Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter“

My Handicap (Internetforum http://www.myhandicap.de/single.html)

Kuratorium Behinderung und Sexualität

 

Artikel bei Eltern.de über Mütter mit geistiger Behinderung