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Stuhl

 

 
Der Stuhl ist der eingedickte und durch Bakterien zersetzte, unverdauliche Rest des Nahrungsbreis. Die bräunliche Farbe entsteht im Dickdarm durch Umwandlung des Gallenfarbstoff. Gärungs- und Fäulnisprodukte, die bei den bakteriellen Zersetzungsvorgängen im Dickdarm entstehen, sind für den unangenehmen Geruch verantwortlich. 
 
 
Zusammensetzung
  • 70 - 75 % Wasser 
  • 10 % Nahrungsreste ( z.B. Cellulose ) 
  • 8 % Darmbakterien 
  • 7 % Epithelien 
  • Schleim u. Salze 
 
Farbe
  • mittelbraun 
 

Farbveränderungen durch Nahrung

  • Spinat, Salat > grün
  • rote Beete > rot 
  • Lakritz, Kohlekompretten, Rotwein > schwarz 
  • nach größeren Mengen Fleisch > dunkelbraun
  •  Milch, Eier > hellbraun bis hellgelb

 

Krankhafte Farbveränderungen

  • Teerstuhl > schwarz (Blut aus oberem Verdauungstrakt, Magen, Speiseröhre) 
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) > grau glänzend
  • Fettresorptionsstörung > grau salbenartig
  • Fehlen von Gallensaft > lehmfarben

 

Konsistenz

  • geformte, homogene Masse
  • anpassungsfähig an das Darmvolumen 

 

Krankhafte Veränderungen

  • Durchfall > flüssig bis wässrig
  • Obstipation > fest, knotig 
  • Spasmen > schafkotartig  
  • Thyphus > erbsenbreiähnlich 
  • Cholera > reiswasserähnlich 
  • Ruhr > himbeergeleeartig
  • Stenosen (Verengung) im Rectum > bleistiftartig
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) > voluminös 
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa) > schleimig - blutig
  • Mekonium - Kindspech (1. Stuhl des Neugeborenen) 

 

Menge

  • Normal: 125-300g in 24 Stunden
  • Abweichungen: Pankreatitis > meist Mengensteigerung

 

Geruch

  • Normal: eigentümlich aromatisch 

Krankheitsbedingt:

  • säuerlich (mangelnder Abbau von Kohlenhydraten im oberen Dünndarmbereich) 
  • faulig (Zersetzungsprozesse im Darm, Krebs) 
  • Blutgeruch (Teerstuhl) 

 

Beimengungen

  • Blut als Auflagerung ( Hämorrhoiden, Verletzungen am Anus ) 
  • Schleim ( als Auflagerung oder abgesondert ) 
  • Eiter 
  • Bakterien ( Streptokokken, Salmonellen ) 
  • Fett 
  • unverdaute Speisen

 

Parasiten: Würmer 

  • Madenwürmer ( Oxyuren 4-12 mm ) 
  • Spulwürmer ( Askariden 15-20 mm ) 
  • Bandwürmer ( Taenien ) 

 

Häufigkeit Stuhlgang

  • 1 - 2 x tgl. oder alle 2- 3 Tage 

 

Obstipation (Verstopfung)

  • weniger als dreimal wöchentlich Stuhlentleerung
  • Keine Krankheit, sondern ein Symptom für eine Erkrankung oder Fehlfunktion
  • Herzbeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Druckgefühl, Leibschmerzen
  • Medikamente, Stoffwechselstörung, Schilddrüsenunterfunktion, Elektrolytstörung, Darmveränderungen, Hämorrhoiden, psychische Störungen, reduzierte Bauchpresse, Fehlernährung, Bewegungsmangel, psychische Erkrankungen, Missbrauch von Abführmitteln

 

Durchfall (Diarrhoe)

  • mehr als drei Stuhlentleerungen in 24 Stunden
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen, Kreislaufstörungen, Krämpfe
  • Wasser u. Elektrolytverlust, Exsikkose, Kachexie, 
  • Aufregung, Stress, Medikamente, Infektionen, falsche Ernährung, entzündliche und tumoröse Darmerkrankungen

 

Verstopfung und Durchfall im Wechsel

  • Darmstörung, bösartige Darmerkrankung

 

Darmverschluss (Ileus)

  • Verstopfung oder Verlegung des Darmes oder Darmlähmung
  • Stuhlverhaltung, kolikartige Schmerzen, Kollaps, Erbrechen von Darminhalt


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