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Bewusstsein

Der Bewusstseinzustand ergibt aus Wachheit, Reaktionsbereitschaft und Ansprechbarkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt .

Bei klarem Bewusstsein ist der Mensch ansprechbar und zeitlich, räumlich, situativ und zur eigenen Person orientiert. 

 

Funktionen des Bewusstseins

  • Denkfähigkeit
  • Merkfähigkeit
  • Orientierung
  • Reproduktionsfähigkeit
  • Vorstellungskraft
  • Handlungsvermögen
  • Reaktionsbereitschaft
  • Durchhaltevermögen
  • Aufmerksamkeit

 

Beobachtung des Bewusstseins

Die Beobachtung des Bewusstseins geschieht normalerweise beiläufig. Eine gezielte Beobachtung ist erforderlich nach schweren Unfällen, Akuterkrankungen (Gehirn, Nervensystem, Herz, Kreislauf), Intoxikationen (Drogen, Medikamente, Giftpflanzen, Gase, Dämpfe, etc), instabilen Diabetes mellitus.  

 

Einen ersten Überblick zur Bewusstseinslage verschafft man sich mit dem Post-Schema:

P     (persönliche Orientierung)     Weiß er seine Daten (Name, Geburtsdatum, Wohnort)?

O     (örtliche Orientierung)            Weiß er, wo er sich befindet?

S     (situative Orientierung)          Weiß er, was passiert ist und kann es mitteilen?

T     (temporale Orientierung)       Weiß er, wie spät es ist, kennt das aktuelle Datum?

 

Es werden zwei Formen der Bewusstseinsstörung unterschieden:

 

  • Qualitative Bewusstseinsstörungen (qualitativ = die Qualität betreffend)

Nicht das gesamte Bewusstsein ist gleichermaßen eingeschränkt, sondern Teilbereiche sind vermindert oder verändert. Bewusstseinsveränderungen können Bewusstseinstrübung, Bewusstseinseinengung oder Bewusstseinsverschiebung sein. Typisch für qualitative Bewusstseinsstörungen sind Krankheitsbilder aus dem neurologischen oder psychiatrischen Bereich (z.B. Psychosen)

 

 

  • Quantitative Bewusstseinsstörungen (quantitativ = mengenmäßig, zahlenmäßig)

Das Bewusstsein ist insgesamt beeinträchtigt. 

Vier Stufen der Bewusstseinsveränderung:

Benommenheit

verlangsamtes Denken und Handeln

Orientierungsfähigkeit eingeschränkt

reduzierte Auffassungsgabe / Aufmerksamkeit

leicht zu wecken

Somnolenz

(krankhafte Schläfrigkeit)

kaum ansprechbar, lallen

undifferenzierte Mimik

Orientierungsfähigkeit stark eingeschränkt

nur durch äußere Reize weckbar

Sopor (tiefer Schlaf, oft als Präkoma bezeichnet)

nicht ansprechbar

Muskelspannung herabgesetzt

desorientiert

nur durch starke Reize weckbar

Koma (tiefer Schlaf, Steigerung von Sopor)

keine Reaktion, auch nicht auf Schmerzreize

Reflexausfälle 

Spontanatmung kann beeinträchtigt sein

Wecken nicht möglich

 

Eine Möglichkeit zur Feststellung des Ausmaßes der Bewusstseinstörung ist die Glasgow-Koma-Skala. 

Glasgow-Koma-Skala

Verhalten Reaktion Punkte
Augen öffnen

spontan

auf Ansprechen

auf Schmerzreiz

keine Reaktion

4

3

2

1

Verbale Reaktion

orientiert

desorientiert

zusammenhanglose Worte

Lautäußerungen, stöhnen

keine Reaktion

5

4

3

2

1

Motorische Reaktion

folgt Aufforderungen

gezielte Schmerzabwehr

ungezielte Schmerzabwehr

Beugehaltung

Streckhaltung

keine Reaktion

6

5

4

3

2

1

Leichte Bewusstseinsstörung 14-15 Punkte

Mittlere Bewusstseinsstörung 9-13 Punkte

Schwere Bewusstseinsstörung 3-8 Punkte

Gesamt-punkte

 

Quantitative Bewusstseinsstörungen entstehen beispielsweise durch Krankheitsbilder wie Tumore, Apoplex, Verletzungen, engleister Diabetes mellitus oder Erkrankungen des Gehirns.