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Vitalzeichen beobachten

Blutzucker messen

 

Die gute Nachricht vorneweg: Blutzuckermessgeräte sind preiswert, werden sogar oft verschenkt. Und damit enden die guten Nachrichten. Das Blutzuckermessgerät ist nämlich eine einmalige Anschaffung - den Reibach machen die Hersteller mit den Teststreifen. Und die sind unangemessen teuer. Damit gibt es eine Zweiklassengesellschaft bei den Diabetikern: die einen mit gutem Einkommen, die sich die Teststreifen leisten und entsprechend ihren Blutzucker kontrollieren können, die anderen mit geringem Einkommen, die sich überlegen müssen, ob es wirklich nötig ist, den Blutzucker zu bestimmen, auch wenn es nötig wäre.

Gerade in der ambulanten Pflege sollte man sich, bevor man die Frage ansetzt "Warum haben Sie denn nicht....." überlegen, ob bei diesem Patienten die finanziellen Mittel ausreichen. Geschenkideen für Diabetiker mit geringem Einkommen zu Weihnachten, Geburtstagen, etc: statt Blumen eine Packung Teststreifen. Da zeigt unser hochgelobtes Gesundheitssystem seine zynische Fratze.

Damit Diabetiker nicht etwa preiswertere Teststreifen in ihr Gerät schieben können, funktioniert jedes Gerät nur mit den Teststreifen dieser Firma und jedes Gerät funktioniert anders. Kann man also das Blutzuckermessgerät von Patient A bedienen, heißt es nicht, dass man auch mit dem Gerät von Patient B klar kommt. Damit darf das Pflegepersonal als Erstes die Gebrauchsanweisung jedes Gerätes studieren - macht nichts, das Pflegepersonal hat ja mangels Auslastung sowieso zuviel Zeit.

Fazit: Patienten werden abgezockt, Pflegepersonal mutwillig die Arbeit erschwert und die Politik schweigt.

 

Blutzuckerwerte / Richtwerte

Hypoglykämie

Normbereich

Hyperglykämie

< 70 mg/dl

< 3,9 mmol/l

70 – 100 mg/dl

3,9 – 5,5 mmol/l

100 – 160 mg/dl

5,5 – 8,8 mmol/l

> 160 mg/dl

> 8,8 mmol/l

 

Maßeinheit für den BZ:
mg/dl (Milligramm pro Deziliter); ältere Einheit, in Deutschland üblich
mmol/l (Millimol pro Liter)
 
Hyperglykämie = zu hoher Blutzuckerwert
Hypoglykämie = zu niedriger Blutzuckerwert 

 

Arbeitsschritte:

  • Hände desinfizieren
  • Hände vom Patienten reinigen

Lebensmittelrückstände verfälschen das Ergebnis, mit warmem Wasser gewaschen ist die Durchblutung der Finger verbessert. Gut abtrocknen, da ansonsten das Messergebnis verfälscht wird. Normalerweise reicht das gründliche Händewaschen. Muss ein Hautantiseptikum angewendet werden, dann darauf achten, dass das  Hautantiseptik völlig verflogen ist, um nicht den Blutzuckerwert zu verfälschen.

  • Pflegepersonal muss Einmalhandschuhe zum Selbstschutz anziehen (RKI Empfehlung C 1.4., Landeshygieneverordnung)
  • Teststreifen mit trockenen Händen aus der Verpackung nehmen und diese sofort wieder verschließen
  • Teststreifen in das Blutzuckermessgerät stecken und kodieren
  • Stechhilfe fertig machen

Manuelle oder in entsprechende Vorrichtung, möglichst an der Seite der Fingerbeere stechen - geringeres Schmerzempfinden; Finger wechseln. Aus hygienischen Gründen und weil die Lanzetten stumpf werden, sollte jedes Mal eine neue Lanzette verwendet werden. Sollte zu wenig Blut kommen, muss die Stechtiefe korrigiert werden; nicht den Finger massieren. Die meisten Geräte kommen mit einer sehr geringen Blutsmenge aus.

  • Bluttropfen abwischen, zweiten Tropfen verwenden, auf den markierten Bereich des Teststreifens auftragen und Ergebnis ablesen
  • Messwerte in der Dokumentation oder im Blutzuckertagebuch eintragen (Viele Messgeräte speichern die Werte automatisch)
  • Pflege der Hände beachten (Häufiges eincremen; Hornhaut entfernen)
  • Hände desinfizieren