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Buddhisten in der Pflege

 

Buddhist ist nicht gleich Buddhist. Es macht ein Unterschied, zu welcher Schule er gehört, aus welchem Land er kommt, ob er in der buddhistischen Philosophie aufgewachsen ist oder sich später angeeignet hat und ob er eventuell dem Orden der Mönche angehört. Manche Buddhisten gehören auch noch einer Religion an. Das muss abgeklärt werden. In dem Sinne generelle Aussagen kann es nicht geben, lediglich Anhaltspunkte.

 

Von Axel Mauruszat - Eigenes Werk, CC BY 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6819673 Tian Tan

Japanischer Hausaltar

 

Grundsätzlich sollte es gewährleistet werden, religiöse Rituale einzuhalten. Oft wird dazu ein kleiner „Altar“ benutzt mit Buddhastatue oder -bildnis, vor dem der Klient meditieren kann. Während der Meditation sollte der Klient nicht gestört und auf eine ruhige Umgebung geachtet werden.

Die Füße als Gegenstück des Kopfes gelten in Asien als unrein. Daher sollte das Fußteil des Bettes nicht in Richtung des "Altars" oder auf eine Buddhastatue zeigen. 

Viele Buddhisten legen Wert auf gleichgeschlechtliche Pflege.

 

 

Der Buddhismus kennt keine strikten Speisevorschriften wie im Islam oder Judentum.

Grundsätzlich sollen Buddhisten nur essen, um ihren Hunger zu stillen. Lebensmittel dürfen nicht vergeudet oder weggeworfen werden.

Von daher ist es ratsam, sie selber portionieren zu lassen oder kleine Essensportionen zu reichen mit eventuellem Nachschlag, um sie nicht in einen Zwiespalt zu bringen.

Besonders bei Mönchen sollte darauf geachtet werden, denn sie müssen sich ihr Essen erbetteln, dürfen aber angebotene Speisen nicht ablehnen.  

Auf keinen Fall darf ein Tier unmittelbar für eine Mahlzeit getötet werden.

Buddhisten essen auch Fleisch, viele Buddhisten leben aber auch vegetarisch. 

Alkohol gilt für die meisten Buddhisten als fehlerhaftes Verhalten wie töten, lügen oder stehlen.

Fastenzeiten gibt es nicht, aber buddhistische Mönche oder Nonnen essen oft nur vormittags. Manche praktizieren auch Fastenkuren. Es wird nichts gegessen, aber sehr viel getrunken, was dann berücksichtigt werden muss.

Manche Buddhisten mögen keine Zwiebeln oder Knoblauch. Hintergrund scheint die Geruchsbelästigung für andere Menschen zu sein.

Buddhisten ist es gestattet, ein schwerverletztes Tier, für dass es keine Rettung mehr gibt und nichts, um seine Schmerzen zu lindern, zu töten. Es muss aber immer vorher bedacht werden, ob man dem Tier auch anders irgendwie helfen könnte. 

Werden Mücken getötet, die zum Beispiel Malaria übertragen, wird das Karma (spirituelles Konzept: jede Handlung hat eine Folge) gegen die Mücken sprechen.

Tiere ohne weiteren Sinn zu töten, ist unerwünschtes Handeln. "Schädlinge" im Haus sollten also besser eingefangen und ins Freie gesetzt werden.

 

 

Sterbepflege

 

Im Buddhismus gibt es keine spezielle seelsorgerische Betreuung wie bei Muslimen, Christen oder Juden. Nichtsdestotrotz kann der Besuch von anderen Buddhisten für den Sterbenden sehr hilfreich sein. Tibetische Buddhisten wünschen Vorträge aus dem Tibetanischen Totenbuch während und nach ihrem Tod, damit ihr Geist unterstützt wird, den Weg ins Licht zu finden. 

Von der pflegende Person wird nicht nur Fachlichkeit erwartet, sondern auch hohe Sozialkompetenz. Es wird erwartet, dass sie bei dem Sterbenden keine negativen Gefühle auslöst und ihn so pflegt, wie sie gerne selber gepflegt werden möchte. 

Der Körper hat in buddhistischer Sicht wenig Bedeutung, das Wesentliche ist der Geist. Viele Buddhisten lehnen Schmerz- und Betäubungsmittel ab, um bei möglichst klarem Bewusstsein zu sterben. Das Erlöschen der Vitalzeichen bedeutet für Buddhisten nicht den Tod. Erst muss sich der Geist in vier Phasen vom Körper lösen. Darum sollen Tote unangetastet drei Tage ruhen dürfen, ohne dass sie beührt werden (z.B. Augen schließen, was den Sterbeprozess beenden würde).

Nach dem Tod ist der Körper für einen Buddhisten ohne Bedeutung. In der Regel werden Feuerbestattungen durchgeführt. Es gibt in manchen buddhistischen Regionen die Tradition, die Leichname auf bestimmte spezielle Flächen zu legen, damit er anderen Lebewesen als Nahrung dient.

Feierlichkeiten bei einer Feuerbestattung können mehrere Tage dauern. Bei der Abschiednahme sollen sich die Anwesenden an positive, gute Erlebnisse mit dem Verstorbenen erinnern, damit dem Toten positive Gedanken mitgegeben werden können. Gezeigte Trauer wird eher als Selbstmitleid empfunden, weil es dem Verstorbenen keine positiven Gedanken vermittelt.

Auf dem Friedhof Ruhleben in Berlin gibt es ein buddhistisches Gräberfeld für die vietnamesisch-buddhistische Gemeinde Berlin. Im Zentrum steht die Statue des Tian Tan, einem Bodhisattva (erleuchtetes Wesen), der aus Liebe zu allen Lebewesen nicht ins Nirwana ging, um alle Lebewesen aus der Hölle zu befreien. 

 

Von Axel Mauruszat - Eigenes WerkCC BY 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6819673

Tian Tan auf dem Friedhof Ruhleben in Berlin