Suchprogramme, HTTP-Protokoll"> Berufsfachschule für Sozialpflege
 
 
 
 
 
 
 

Das Alter

 

Neuruppiner Bilderbogen, 1886, Verlag Gustav Kühn

Solche Lebenstreppen waren früher sehr populär und prägten die Einstellung zum Alter mit. Links steht "Idag annu frisk och glad", frei übersetzt: Die Heutigen sind gesund und glücklich. Rechts: "Imorgon redan elendig och död", frei übersetzt: Morgen schon elendig und tot. Das Alter um 50 galt als Höhepunkt des Lebens, aber auch als Wendepunkt.

 

Der Mensch beginnt bereits vor seiner Geburt an zu altern. Doch das Alter ist relativ.

Zumeist wird es über das biografische Alter definiert (kalendarisches oder chronologisches Alter). So kann das Alter anhand des Geburtsdatums berechnet werden. Gesellschaftlich spielt das biografische Alter eine wichtige Rolle (z. B. Einschulung, Volljährigkeit, Berentung oder Pensionierung), sagt aber dennoch wenig über den einzelnen Menschen aus.

Denn das biologische Alter (funktionales Alter, Zustand des Körpers und der Organe) stimmt selten mit dem biografischen Alter überein. So kann ohne weiteres eine Neunzigjährige körperlich fit sein und sich selbst versorgen, während eine Siebzigjährige körperlich hinfällig und pflegebedürftig ist. Das biologische Alter ist demnach nicht nur von den Lebensjahren abhängig, sondern auch von der Veranlagung, Erkrankungen, Unfällen, Lebensumständen, Lebensstil, Umwelt, Herkunft, Status und Bildung.  

Das soziale Alter beschreibt eine Entwicklungsstufe. Ein zehnjähriges Kind kann durch seine Entwicklung und Lebensumstände derart gereift sein, dass es im sozialen Alter eher zu Jugendlichen gezählt werden müsste. Ein Jugendlicher dagegen kann in seiner sozialen Entwicklung so verzögert sein, dass er eher zu den Kindern gerechnet werden müsste.

Das psychische Alter betrifft Veränderungen des Denkens, des Wissens und der subjektiv erlebten Anforderungen. Durch das Alter können sich auch Stärken entwickeln, beispielsweise durch Erfahrung, Entwicklung von Handlungsstrategien oder copings (Bewältigungsstrategien). Das psychologische Alter richtet sich erheblich nach dem früheren Lebensstil. Dominierten eher intellektuelle und geistige Schwerpunkte die vorangegangene Lebensführung, ist die psychologische Alterung zumeist deutlich verzögert.

Die Redewendung „Man ist so alt wie man sich fühlt“ beschreibt das soziale und psychische Alter sehr gut. Die Lebensjahre alleine sind also nicht ausschlaggebend, das Alter muss man daher auch unter dem subjektiven Aspekt betrachten.

 

Das Alter ist individuell!

 

Alter aus der Sicht der Betroffenen:

ALT
Jung ALT
Jung ALT
Jung

 

 = Warum "plötzlich und unerwartet". Der Mann war mit 86 Jahren uralt.

= Mit 86 Jahren hat er ein stolzes Alter erreicht.

= Was für eine Tragödie. 86 Jahre ist doch kein Alter.

 

Die eigene Erlebniswelt bestimmt die Realität des Individuums und damit auch die Einschätzung zum eigenen Alter. Menschen bilden im höheren Lebensalter keine Altersidentität. Sie passen vielmehr ihre Identität den veränderten Bedingungen durch das Alter an.

 

Subjektives Alter

Wie alt empfinde ich mich? In das subjektive Altersempfinden spielen Vorstellungen und Fragen zur eigenen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Rolle.

Vergangenheit:

Was habe ich bisher geleistet?
Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
Welche Erlebnisse haben mich geprägt?
Welchen Belastungen war ich ausgesetzt?
Welche copings (Bewältigungsstrategien) habe ich entwickelt?
Bin ich mir und meinen Werten treu geblieben?


Gegenwart:

Wie ist meine private Situation?
Wie ist meine  berufliche Situation?
Wie ist meine finanzielle Situation?
Bin ich mit meiner jetzigen Lebenssituation zufrieden?
Was kann ich derzeit positiv verändern?
Was ist mir wichtig?

 


Zukunft:

Welche Ziele habe ich?
Wie kann ich diese Ziele erreichen?
Auf was kann ich verzichten?
Welche Wünsche habe ich?
Was kann ich aus meinem Leben machen?
Was muss ich zukünftig verändern?
 
Das subjektive Alter wird wesentlich von den Lebensbedingungen, Umwelt, sozialen Kontakten, Gesundheit und Unabhängigkeit mitbestimmt. Gesundheitliche Einschränkungen werden von alten Menschen häufig als altersbedingte "Zipperlein" bagatellisiert, obwohl es Krankheitssymptome sind, die eine Behandlung erfordern. Erst eine Pflegebedürftigkeit verschiebt deutlich das subjektive Alter.

"Die Alten" in dem Sinne gibt es nicht.

 

Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zu den Lebensspannen des Alterns

 

51- 60 Jahre alternde Menschen
61- 75 Jahre ältere Menschen
76 - 90 Jahre alte Menschen
91- 100 Jahre sehr alte Menschen
über 100 Jahre Langlebige