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Leonardo da Vinci (1452-1519) malte das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Das Wandgemälde in der Kirche Santa Maria delle Grazie ist die bekannteste Darstellung und zeigt Christus inmitten seiner Jünger. (gemeinfrei)

Herrenmahl
 
Das Abendmahl erinnert an Jesus letztes Mahl mit seinen Jüngern vor seiner Verhaftung und Kreuzigung. Es wurde Brot gegessen und Wein getrunken. Das Abendmahl wird bereits seit den Anfängen des Christentums gefeiert und trägt auch die Bezeichnungen Eucharistie (griechisch „Danksagung“, eucharisteo „Dank sagen“) oder heilige Kommunion (lateinisch communio „Gemeinschaft“). In der römisch-katholischen Kirche spricht man vom Messopfer als gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Messe. 
 
In der Ökumenischen Bewegung (Christliche Bewegung mit dem Ziel, eine weltweite Zusammenarbeit aller christlichen Kirchen zu erreichen) hat sich der Begriff "Herrenmahl" durchgesetzt. Diese Bezeichnung soll zum Ausdruck bringen, dass Jesus selbst das Heilige Mahl gestiftet hat. Das letzte Mahl von Jesu wird im Neuen Testament in vier Texten beschrieben. Etwa zwanzig Jahre nach Jesus Tod wurde es im 1. Korinther 11, 23-26 beschrieben, außerdem im Matthäus 26, 26-29; Markus 14, 22 -25 und Lukas 22, 15-20.
 
Das Abendmahl wird als Sakrament gefeiert. Als Sakrament (von lateinisch sacer = „heilig, unverletzlich“) bezeichnet man in der christlichen Theologie einen Ritus, der als sichtbares Zeichen eine unsichtbare Wirklichkeit Gottes vergegenwärtigt und an ihr teilhaben lässt. Es ist ein Höhepunkt christlichen Lebens und die zentrale Feier schlechthin. Die Gemeinschaft der Menschen mit Gott und der Menschen untereinander wird verdeutlicht. Das Abendmahl ist für viele Christen Bestandteil ihrer Frömmigkeit, durch das sie die Vergebung der Sünden und den Zuspruch Gottes erfahren.
 
In der römisch-katholischen Kirche ist die Feier des Abendmahls in jedem Gottesdienst integriert, in der evangelischen Kirche wird es wenigstens einmal im Monat gefeiert. Ursprung des evangelischen Abendmahlverständnisses ist die Auseinandersetzung Martin Luthers mit seiner katholischen Kirche. Luther wandte sich gegen das Abendmahl als Art Opfergabe (daher der Name "Messopfer") des Priesters an Gott. Gott sollte am Menschen handeln und nicht der Mensch vor Gott. Er wandte sich gegen eine Ritualisierung des einmaligen Opfers Jesu am Kreuz im Gottesdienst.
 
Außerdem war es in der katholischen Kirche im Mittelalter üblich geworden, dass den Gläubigen nur noch die Hostie oder das Brot, nicht aber der Wein, gereicht wurde. Begründet wurde es damit, dass das Brot als Leib Christi zu verstehen sei, in dem das Blut enthalten wäre und dass ein versehentliches Verschütten des Weins das Blut Jesus vergeuden könne. Obwohl das Zweite Vatikanische Konzil die Austeilung von Brot und Wein gestattete, wird auch noch heute in der römisch-katholischen Kirche den Gläubigen meist nur die Hostie gereicht. 
 
Das Abendmahl spricht den Menschen mit all seinen Sinnen an. Allerdings bleiben Fragen offen. So ist nicht geklärt, warum Jesus Leib und Blut mit Brot und Wein gleichsetzte. Früher hatten die Menschen damit keine Probleme, denn im antiken Denken wurde nicht zwischen Symbol und Wirklichkeit unterschieden und die Sprache Jesu, das Aramäische, kannte keine Hilfszeitworte. Somit war eine einwandfreie Übersetzung von „das mein Leib" nicht möglich. Es könnte heißen „Das ist mein Leib“ oder „Das bedeutet mein Leib“. 
 
Nach katholischer Lehre werden Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt (lateinisch Transsubstantiation = Wesensverwandlung). Nach Luther ist Christus jedoch in Brot und Wein körperlich zugegen (Realpräsenz). Im reformiertem Verständnis ist das Abendmahl allerdings lediglich ein Symbol der Gegenwart Gottes.
 
Wenn es heißt, dass Gott den Menschen im Abendmahl durch Brot und Wein in Leib und Blut Jesu Christi begegnet, dann ist damit gemeint, dass Gott dem Menschen näher kommt wie es derjenige selber nicht vermag, dass die Gemeinschaft mit Gott mehr ist als nur eine Denkerfahrung, sondern sich auf Leib und Seele bezieht und dass die Menschen durch das Abendmahl neue Kraft für ihr Leben erfahren. Obwohl die Kirchen in vielen Ansichten über das Abendmahl übereinstimmen, wird es nicht gemeinsam gefeiert. Für die evangelische Kirche gilt die eucharistische Gastfreundschaft, die eine Teilnahme von Angehörigen anderer christlicher Kirchen gestattet. Die römisch-katholische Kirche setzt eine volle Gemeinschaft im Glauben für die Teilnahme voraus, sodass Angehörige anderer christlicher Kirchen in der Regel nicht teilnehmen dürfen.
 
In den evangelischen Landeskirchen werden alle Getauften zum Abendmal eingeladen. Allerdings war traditionell in der evangelischen Kirche die Teilnahme am Abendmahl mit der Konfirmation verbunden. So feiern Jungen und Mädchen ihr "Erst-Abendmahl" in der Regel im Zusammenhang mit der Konfirmation, also mit 14 Jahren. Viele Gemeinden laden aber inzwischen Eltern auch mit ihren kleinen Kindern zum Abendmahl ein. Inzwischen ist es auch vielerorts üblich, statt Wein Traubensaft zu reichen, um Kinder und Kranke nicht vom Abendmahl auszuschließen.
 
 
Abendmahl in der Pflege: ​Kranken und Sterbenden soll das Abendmahl gereicht werden, wann immer sie dies wünschen. Angehörige, Pflegende und Gemeindemitglieder sollten nach Möglichkeit einbezogen werden. Der Pfarrer ist zu verständigen und der Raum entsprechend vorzubereiten. Viele Einrichtungen verfügen über eine Abendmahlgarnitur, Kreuz mit Ständer und Kerzenhalter. Dazu liegt meistens ein weißes Deckchen bereit. Auf Tisch oder Nachttisch werden die Sachen vorbereitet. Es muss für eine ruhige und ungestörte Atmosphäre gesorgt werden. Dort, wo es keine Abendmahlgarnitur gibt, bringt es der Pfarrer mit. Der Raum sollte dennoch so vorbereitet sein, um einen feierlichen Rahmen zu gewährleisten.
 
 
 
Bronzeplatte am Denkmal von dem Reformator Johannes Honterus in Kronstadt (Rumänien), gemeinfrei