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Demenz

 
(lat. de = abnehmend, mens = Verstand) 
 
 
Demenz umfasst verschiedene Erkrankungen. Definition der WHO: Demenz ist ein Syndrom mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet. Für die Diagnose einer Demenz müssen die Symptome über mindestens sechs Monate bestehen. 
 
Leitsymptom ist die Gedächtnisstörung, die zunächst das Kurzzeitgedächtnis (KZG) betrifft bei intaktem Langzeitgedächtnis (LZG). Mit zunehmenden Krankheitsverlauf „dehnt“ sich das KZG aus, das LZG „schrumpft“. (Beispiel: Betroffene vergisst aktuelle Termine, verlegt Dinge, hat vergessen, dass sie backen wollte und vergisst, den Backofen auszumachen. Sie kennt ihre ehemaligen Kollegen, kann sich an Betriebsfeiern erinnern. Mit zunehmenden Krankheitsverlauf vergisst sie die Erinnerungen an ihre Arbeitsstelle, erkennt die ehemaligen Kollegen nicht mehr, erinnert sich aber gut an ihre Schulzeit.)
 
Mit zunehmenden Lebensalter steigt das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Als weitere Risikofaktoren gelten Depressionen, Hypertonie, hoher Homocysteinspiegel (Homocystein = körpereigene Aminosäure), Adipositas, Morbus Parkinson und Diabetes mellitus.
 
Zur Zeit ist Demenz nicht heilbar, der Krankheitsverlauf kann aber positiv beeinflusst werden.
 
Es wird unterschieden in primäre und sekundäre Demenz. 
 
Primäre Demenzen (Etwa 90% der diagnostizierten Demenzen) 
Neurodegenerative Demenz (Störungen in der Kommunikation zwischen den Nerven des Gehirns)
Vaskuläre Demenz (Durchblutungsstörungen von Gehirnarealen)
Mischformen (Im klinischen Befund sowohl vaskuläre als auch neurodegenerative Symptome)
 
Sekundäre Demenz
Folge von chronischen Vergiftungen (Alkohol, Medikamente, Drogen) oder anderen Krankheiten wie z.B. Herz-Kreislaufkrankheiten, Schilddrüsenerkrankungen, Morbus Parkinson oder Hirnverletzungen. Die funktionellen Störungen des Gehirns können sich normalisieren, wenn die Grunderkrankung erfolgreich behandelt werden kann. 
 
 
  
Links gesundes Gehirn, rechts krankes Gehirn (Morbus Alzheimer) 
 
 
Die bekannteste und am häufigsten diagnostizierte Demenz ist Morbus Alzheimer. Die Krankheit beginnt meist schon mehrere Jahre vor den ersten Symptomen. Im Gehirn entstehen Ablagerungen aus Eiweißbruchstücken, die Plaques. Die Plaques behindern die Kommunikation der Nervenzellen untereinander. Es kommt zu einer Hirnatrophie (Schrumpfung des Gehirns) vor allem in den Regionen des Gehirns, die an der Entwicklung von Gedächtnis, Sprache und Denkfähigkeit beteiligt sind. Bis jetzt ist die Ursache für Morbus Alzheimer nicht geklärt und auch nicht, ob die Plaques Ursache oder Folge der Hirnatrophie sind. 
 
Die vaskuläre oder gefäßbedingte Demenz gilt als zweithäufigste Demenzform. Ursache sind Durchblutungsstörungen im Gehirn. Die vaskuläre Demenz tritt häufig mit Morbus Alzheimer als Mischform auf. Menschen mit Herzrhythmusstörungen, Hypertonie oder Arteriosklerose haben ein hohes Risiko an vaskulärer Demenz zu erkranken. Nach Apoplex entwickelt sich bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen eine vaskuläre Demenz.
 
Die Lewy-Körper-Demenz ist wie Morbus Alzheimer eine neurodegenerative Demenz. Sie wird zu den sekundären Demenzen gezählt, da sie oft im Rahmen einer bereits bestehenden Parkinson-Krankheit festgestellt wird, kann aber auch als eigenständige Erkrankung auftreten (In dem Fall gehört sie dann eigentlich zu den primären Demenzen). 
 
Es besteht die Gefahr, Demenz mit anderen Störungen oder Erkrankungen zu verwechseln:
 
PTBS
Depression
Folgen von Mobbing, BurnOut
Chronischer Stress
„Altersvergesslichkeit“
Verweigerungs- und Vermeidungsverhalten
Deprivation, Hospitalismus
Psychische Erkrankungen
Dehydratation
 
Die Symptome der Demenz im kognitiven, emotionalen und motorischen Bereich gestatten oft keine klare Abgrenzung zu Erkrankungen, die auch auf das limbische System einwirken. 
 
Symptome der Demenz
 
Verlust des KZG´es, gutes LZG (Chronische PTBS oft gutes KZG, Störungen im LZG) 
Wortfindungsstörungen
Rechenstörungen
Orientierungslosigkeit
Starke Müdigkeit
Zunehmend Probleme in der Feinmotorik
Schwierigkeiten bei komplexen Bewegungsabläufen
Sturzgefahr
Erhöhte Kontrakturengefahr
Apathie
Zielloses Umherirren
Essstörung
Gereiztheit
Labilität
Aggression
Schlafstörungen
Depression
Angstzustände
Wahnvorstellungen
„Enthemmung“
Halluzinationen
Euphorie
Akute Verwirrtheitszustände
Resignation
 
Psychotische Symptome sind bei allen Demenzen möglich.