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("Shahada", das Glaubensbekenntnis: Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt und dass Mohammed sein Gesandter ist.)

 

Der Islam

Islam bedeutet die vollkomme Unterwerfung unter den Willen Allahs, des einen Gottes. Der Islam ist eine streng monotheistische Religion und erkennt den einheitlichen Ursprung aller monotheistischen Religionen an. So werden alle Propheten (Adam, Noah, Abraham, Moses, Jesus) verehrt, die die Menschen auf Muhammad (Mohammed) vorbereiteten, der die letzte göttliche Offenbarung überbrachte und alle vorherigen Botschaften Allahs (Gottes) berichtigte und ergänzte. So werden alle göttlichen Offenbarungen (Thora, Psalme, Evangelium) respektiert. Der Heilige Koran gilt als letzte Offenbarung.

Mohammed (Abū l-Qāsim Muhammad ibn ʿAbd Allāh ibn ʿAbd al-Muttalib ibn Hāschim ibn ʿAbd Manāf al-Quraschī) lebte von 570 bis 632 n. Chr.. Geboren wurde er in Mekka und verstarb in Medina. Er gilt für Muslime als unfehlbar, Prophet, Gottgesandter und Vorbildcharakter. Fromme Muslime setzen bei seiner Namensnennung  Sallā Llāhu ʿalaihi wa-sallam (‏صلى الله عليه وسلم‎ / „Gott segne ihn und schenke ihm Heil“) hinzu.

Zum Islam bekennen sich etwa 1,6 Milliarden Menschen. Nach dem Christentum ist der Islam die zweitgrößte Weltreligion. Die Anhänger des Islams sind Muslime (Moslems). Wie das Christentum ist der Islam eine missionierende Religion.

Im Gegensatz zum Christentum (Gottvater, Gottes Sohn und Heiliger Geist) ist Allah unteilbar, unvergleichlich und nichts ist ihm ähnlich. Nach seiner Offenbarung trägt Allah 99 Namen, die jeweils eine Eigenschaft beschreiben. Diese Eigenschaften sollen gleichberechtigt gesehen werden.

Im Islam wird besonders die Einheit der gesamten Menschheit betont. Unterscheidungen nach Rassen, Hautfarben, Sprachen etc dürfen keine Begründung für Überlegenheits- oder Herrschaftsansprüche sein. Unterscheidungen der Menschen ergeben sich nur durch Rechtschaffenheit und Gottesehrfurcht. Dadurch sollen sozialer Fortschritt, wirtschaftliche Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Frieden, Sittlichkeit gefördert werden, um das menschliche Glück im Jetzt und im jenseitigem Leben zu verwirklichen. Das menschliche Glück steht stets im Mittelpunkt. Vernunft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern sollen sich ergänzen, um dieses menschliche Glück zu erreichen. Der Islam ist auch nicht undemokratisch, ein Meinungspluralismus steht nicht im Widerspruch zur Scharia (islamisches Recht).

Der Islam wird getragen von fünf Säulen, die für Muslime verpflichtend sind. Neben diesen Pflichten existieren noch weitere islamische Ge- und Verbote. Die fünf Säulen sind für die meisten Muslime die Basis. Ansonsten gibt es im Islam große Unterschiede und sehr unterschiedliche Richtungen, genau wie bei Juden oder Christen.

 

Von Baba66NordNordWestBefore changing this file, please look at the detailed information provided in its source code. - Eigenes Werk, Data from CIA World Factbook, ca. 2005, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=697595

Verteilung muslimischer Volksgruppen: Grün: Sunniten, Rot: Schiiten, Blau: Ibaditen

 

Unterschiedliche islamische Glaubensgemeinschaften

 

Eine erste Trennung der Glaubensrichtungen fand direkt nach dem Tod des Propheten Mohammed statt. Es entstanden die wichtigsten konfessionellen Strömungen im Islam, die Sunniten (Anhänger der Sunna) und Schiiten (die Anhänger der Schia).

85 Prozent aller Muslime sind Sunniten. Die zweitgrößte Gruppe sind die Schiiten, die vor allem im Iran leben.

Die Trennung entzündete sich hauptsächlich an der Frage, wer nach dem Tod des Propheten die islamische Gemeinde führen sollte. Sunniten bezeichneten die geistigen Oberhäupter als Kalifen, die Schiiten nannten sie Imame. Die Sunniten wollten die geistigen Führer wählen, die Schiiten sahen als legitime Nachfolger nur Nachkommen des Propheten oder seines Schwiegersohnes. Für die Sunniten ist das geistliche Oberhaupt eher ein weltlicher Führer. Die Schiiten verehren den Imam als ein Oberhaupt, das mit geistlichen und gottähnlichen Kräften ausgestattet ist ähnlich dem Papst der katholischen Christen.

Beide Hauptströmungen haben zahlreiche Untergruppierungen. Die Salafisten beispielsweise werden als ultrakonservative Richtung der Sunniten gewertet, die eine Rückbesinnung auf den Islam der Vorzeit verfolgen. 

In Deutschland leben viele Aleviten. Sie unterscheiden sich stark von Sunniten und Schiiten. Ihre Glaubensrichtung entwickelte sich im 13. / 14. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Aleviten befürworten einen kirchenunabhängigen Staat. Sie treten für Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Die Aleviten lehnen die Scharia, das islamische Gottesrecht, ab.

Die Ibaditen sind ebenfalls eine eigene Richtung im Islam und gehören nicht zu den Sunniten oder Schiiten.  Mit knapp zwei Millionen Anhängern sind sie eine Minderheit unter den Muslimen.