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Der Rollstuhl

 

Der Rollstuhl ist erforderlich, wenn ein Betreuter seine Gehfähigkeit teilweise oder vollständig verloren hat. Ein Rollstuhl sollte individuell auf die Bedürfnisse des Bewohners eingestellt sein.

Betreute, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, haben mit diesem Hilfsmittel die Möglichkeit der Mobilität und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Nichtsdestotrotz vermittelt der Rollstuhl das Gefühl der Hilfsbedürftigkeit, Abhängigkeit und Ausgeliefertsein. Die Komunikation mit dem Pflegenden ist erschwert oder unmöglich, da er sich im Rücken befindet. Hindernisse wie Bordsteine erhöhen das Gefühl der Hilflosigkeit und wecken Ängste.

 

 

Zu beachten:

  • Der im Rollstuhl Sitzende hat einen anderen Blickwinkel
  • Gespräche in Augenhöhe
  • Den Rollstuhl vor sich herschieben zur Orientierung des Betreuten
  • Auf die eigene Übersicht achten
  • Rollstühle sollten regelmäßig gewartet werden
  • Reifendruck
  • Im stehenden Zustand immer die Bremsen anziehen
  • Beim Transfer Seiten- und Fußteile abklappen
  • Vor dem Kippen des Rollstuhls Betreuten informieren
  • Beim Anheben des Rollstuhls nur feste Rahmenteile benutzen
  • Geschwindigkeit beim Schieben an den Betreuten anpassen
  • Niemals einen Rollstuhl schieben, wenn der Betreute nicht die Füße auf den Fußrasten hat (Verletzungsgefahr)

 

         

Hohe Hindernisse rückwärts nehmen

 

Rollstuhl-Slide

Das Rollstuhl-Slide dient als Positionshilfe für den Rollstuhl. Mit dem Rollstuhl-Slide hat der Benutzer die Möglichkeit, sich selbständig oder mit Hife einer zweiten Person im Rollstuhl oder Stuhl nach hinten zu bewegen. Es lässt nur die Bewegung in eine Richtung zu, verhindert so das Abrutschen nach vorne.

 

 Wer vorhandene Hilfsmittel nicht einsetzt

 

  • gefährdet die Betreuten
  • erschwert sich die Arbeit
  • schadet der eigenen Gesundheit

 

Arbeitgeber in der Pflege haben gegenüber den Leistungsempfängern eine Verantwortung und gegenüber den Arbeitnehmern eine Fürsorgepflicht. Dazu gehört eine ausreichende Ausstattung mit Hilfsmitteln zum Transfer und eine umfassende Schulung zu diesen Hilfsmitteln. Dieser Verantwortung und Fürsorgepflicht kommen die meisten Arbeitgeber nicht nach. Ein Indiz dafür sind die immer noch vorherrschenden "Bettgalgen", die in der Handhabung schwer sind und obendrauf noch schädlich. Eine Bettleiter kostet um die 130 €. Ein Bettgalgen ist wesentlich teurer. Dazu kommen jedoch die Behandlung von Folgeschäden und die Rückenprobleme der Pflegekräfte, die durch diese veralterten Hilfsmittel verstärkt gezwungen werden, immer wieder Hilfestellungen beim Aufrichten zu geben - nur, weil sich Arbeitgeber nicht ausreichend über das aktuelle Hilfsmittelangebot informieren.



Erfahrungsbericht von Katja und Raymon der BVJ3 zum Selbstversuch "Rollstuhl" im Unterricht.

 

Mit dem Rollstuhl unterwegs!

 

Rollstuhl fahren ist schwer, wenn man bergauf oder Gehwege überqueren muss. Es ist anstrengend für die Armmuskulatur, vor allem bei langen Strecken. Bordsteine sind Hindernisse, die man oft nicht alleine überwunden bekommt. Das Betreten von vielen Gebäuden ist unmöglich, weil Treppen eine Gefahr und unüberwindbar sind. Es fehlen in zahlreichen Gebäuden Fahrstühle oder Rollstuhlrampen.

Das Einkaufen im Supermarkt ist erschwert, weil in den oberen Regalen häufig die Waren stehen, die man braucht. Man kommt an viele Lebensmittel überhaupt nicht ran. Von daher ist einkaufen ohne Unterstützung oder Hilfe nicht möglich. Viele Supermärkte haben keine Körbe, der Einkaufswagen ist mit Rollstuhl kaum zu händeln. Die Einkaufswagen sind so tief, dass man die Waren nicht mehr aus ihnen herausbekommt. Gänge und Kassendurchgänge sind so eng, dass man mit dem Rollstuhl Schwierigkeiten hat durchzukommen. Automatische Türen mit Bewegungsmelder sind eine Gefahrenquelle. In kleinen Geschäften sind die Verkaufsthresen so hoch, dass man Probleme hat beim Bezahlen und Entgegennahme der Waren.

Im Straßenverkehr ist man besonders gefährdet, weil die Autofahrer einen zu spät erkennen. Autos sind höher als die Rollstühle. Man kann über die parkenden Autos nicht hinweg sehen. Mit Rollstuhl hat man größte Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Zug. Rollstühle sind sperrig und passen nicht in jedes Auto. Rollstühle sind nicht leicht zu reinigen.

Im Rollstuhl fühlt man sich hilflos und schlecht. Man fällt den Leuten zur Last, wenn man ständig Hilfe benötigt. Ein gleichberechtiger Augenkontakt ist nicht möglich, der Rollstuhlfahrer muss immer aufschauen und alle gucken zu ihm runter. Das erzeugt ein komisches Gefühl und man fühlt sich abgewertet.

Das Freizeitangebot für Rollstuhlfahrer ist begrenzt. Zuviele Veranstaltungsorte sind nicht behindertengerecht und behindertengerechte Ausstattungen haben nicht immer ausreichend viele Rollstuhlplätze. Es macht große Umstände, jungen Rollstuhlfahrern z.B. einen Discobesuch zu ermöglichen, was eine Selbstverständlichkeit für Gleichaltrige ist, die nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind. Durch den Rollstuhl ist auch das Modebewusstsein eingeschränkt. Die Rollstuhltechnik ist nicht immer an den Bedürfnissen der Rollstuhlfahrer, besonders junger Leute, orientiert.

Im Rollstuhl ist man seinem Helfer beim Transfer sehr ausgeliefert. Man hat nicht die gleiche Sicht wie er. Dadurch entstehen leicht Ängste.

 

 Danke für Euren Beitrag! HR



Und für manche Menschen ist der Rolli mehr als ein Hilfsmittel: