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Erbrechen

 

Der Vorgang des Erbrechens wird über das Brechzentrum im verlängerten Rückenmark gesteuert. Schutzreflex, zur Eliminierung schädlicher Stoffe. Ausgelöst wird Erbrechen durch physische oder psychische Reize.

 

Ablauf

  • Übelkeit, starke Speichelproduktion, Würgen
  • Verlangsamte Atmung
  • nach tiefem Einatmen reflektorische Schließung des Kehldeckels
  • nach oben gepresster Mageninhalt (starke Kontraktion Bauchmuskulatur,  Zwerchfell)
  • Während des Brechvorgangs meist Würgen und Tränenfluss

 

Erbrechen ist ein Symptom, keine Krankheit !

 

Mögliche Ursachen:

  • erhöhter Hirndruck (z.B. Hirntumor, Schädel-Hirntrauma)
  • toxische Stoffe (z.B. Bakteriengifte, Alkohol, Nahrungsmittelgifte, Medikamente)
  • Reizungen der Rachen- oder Magenschleimhaut (Berührung, Entzündung)
  • Passagebehinderung (z.B. Stenosen im Magenein- und ausgangsbereich, Ileus)
  • Erkrankungen im Bereich der Verdauungsorgane
  • Stoffwechselentgleisungen (z.B. Leberkoma, Harnvergiftung)
  • erhöhter Mageninnendruck (z.B. übermäßige Nahrungsaufnahme)
  • Infektionskrankheiten (z.B. Keuchhusten, Salmonellen)
  • hormonelle Erkrankungen (z.B. Schwangerschaft)
  • psychische Erregung (z.B. Ekel, große Angst)
  • starke Schmerzen
  • Gleichgewichtsorgan (z.B. Seekrankheit, Bewegungskrankheit)
  • Migräne (Reizung durch die Sinnesorgane)
 
 

Brechvorgang und Beschaffenheit des Erbrochenen weisen auf die Ursachen hin!

 

Beobachtungskriterien:

  • Menge
  • Zeitpunkt und Häufigkeit
  • Farbe
  • Geruch
  • Beimengungen

 

Menge

  • Erbrechen einer oder mehrerer Mahlzeiten (eine oder mehrere Nierenschalen)
 

Zeitpunkt und Häufigkeit

  • morgendliches Erbrechen (z.B. Alkoholgastritis, erste Schwangerschaftswochen)
  • nach jeder Nahrungsaufnahme (z.B. akute Magenschleimhautentzündung)
  • bei starker Aufregung
  • bei starken Schmerzen
  • Tageszeit, Nahrungsaufnahme unabhängig (z.B. Gehirn-, Organerkrankungen)
  • gleichzeitig mit Durchfall (z.B. Magen-, Darmerkrankungen)
 

Farbe

  • Rot (Bluterbrechen, z. B. Oesophagusvarizenblutung) 
  • Schwarz (z.B. Magenblutung)
  • Grünlichgelb (z.B. Galle) 
  • Braun (Koterbrechen, Ileus) 
  • Weißlichklar (Magensaft) 
 
Geruch
  • Säuerlich (Magensaft, Passagebehinderung Magen-, Darmbereich)
  • Faulig (z.B. Verdorbene Lebensmittel, Carcinom, Sterbende)
  • Kotgeruch (Ileus)
  • Alkohol, Medikamente 
  • Obstartig (Acetongeruch, z.B. Blutzuckerabfall, Exsikkose)
 
Beimengungen
  • Unverdaute Speisen (z.B. Aussackung der Speiseröhre, Magenstenose)
  • Speisereste mit Schaum(z.B. Verengung im Bereich des Magenausgang) 
  • Blut (Blutungen im Mageneingangs-, Speiseröhrenbereich) 
  • Schaum (Lungenödem, Austritt von Flüssigkeit in die Lungenbläschen=Alveolen)
  • Kot (Ileus)
  • Galle (z.B. Allergie, Gallensteinkolik, Erbrechen bei nüchternem Magen)
  • Parasiten (Würmer)
  • „Kaffeesatz“ (z.B. blutendes Magengeschwür, verschlucktes Blut)
  • Schleim (z.B. Chronischer Alkoholismus, Gastritis, Chronische Bronchitis) 
  • Fremdkörper (z.B. nicht gelöste Arzneimittel)
  • Eiter (z.B. Bronchen-, Lungenerkrankung)

 

Beobachtungen dokumentieren und mündliche Information !