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Von Bernard Gagnon - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38864775

 

Feiertage

 

Die islamische Jahreszählung beginnt mit dem Jahr der Hidschra Mohammeds, seiner Übersiedlung von Mekka nach Medina im Jahr 622. Die religiösen Feste in den muslimischen Ländern richten sich nach dem Mondkalender. Deshalb verschieben sich die Feste und Feiertage jedes Jahr und können nicht auf eine bestimmte Jahreszeit festgelegt werden. Hidschra oder das islamische Neujahr ist kein Feiertag, sondern ein Gedenktag und erinnert an die Auswanderung des Propheten und die Gründung des ersten islamischen Staates. Da für Muslime der neue Tag mit dem Sonnenuntergang beginnt, nicht um Mitternacht, dauert der Gedenktag zwei Tage. In manchen islamischen Ländern künden traditionelle Blasinstrumente das neue Jahr an. Viele Muslime bereiten in der Familie ein Neujahrsmahl aus traditionellen Zutaten. Allerdings lehnen auch viele Muslime eine Neujahrsfeier grundsätzlich ab, weil sie nicht durch den Koran begründet wird.

Der Freitag, der „Tag der Zusammenkunft“, ist in der Bedeutung ähnlich dem Sonntag für Christen oder Sabbat für Juden. Allerdings gilt der Freitag in den meisten islamischen Ländern nicht als Feiertag und ist somit nicht arbeitsfrei. Im Mittelpunkt steht das Gemeinschaftsgebet in der Moschee am Freitagnachmittag, was für gläubige Männer Pflicht, von Frauen erwünscht ist.

 

Id al-Adha, das Opferfest, ist das höchste Fest und findet im Wallfahrtsmonat Dhu al-Haddsch statt. Es dauert vier Tage und wird in Erinnerung an den Propheten Abraham gefeiert, der bereit war seinen Sohn zu opfern. Abraham durfte seinen Sohn mit einem Tieropfer auslösen. Daher schlachten Muslime ein Tier, meist ein Schaf, das gemeinsam verzehrt wird. Nach der 3. Säule, der Wohltätigkeit, soll man das Essen mit Bedürftigen teilen oder sie einladen.

Der Ramadan ist ein gesegneter Monat, in dem die göttlichen Gnaden (Barakat) näher sein sollen. Vor allem in der feierlichen "Nacht der Bestimmung", in der der "Herabsendung" des Korans auf Mohammed gedacht wird, lesen Muslime intensiv den Koran. 

Id al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens oder Ramadanfest ist eine dreitägige Feier zum Ende des Fastens im Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Kalenders. Man feiert aus Dankbarkeit für den segensreichen Fastenmonat und aus Freude darüber, dass alle die Anstrengungen des Fastens gut überstanden haben. Die Kinder erhalten Geschenke und Süßigkeiten, daher hat das Fest in der Türkei den Beinamen "Zuckerfest". Es werden viele Besuche innerhalb der Verwandschaft unternommen. Kinder freuen sich auf das Fest wie beispielsweise christliche Kinder auf Weihnachten. In vielen Moscheen wird ein Nachmittag für die Kinder geöffnet, die dort gemeinsam spielen und von der Moschee beschenkt werden.

 

 

Mawlid an-Nabi oder Mevlid wird am 12. des Monats Rabi al-Awwa in den meisten islamischen Ländern mit Andachten, Lichtern und hell erleuchteten Moscheen gefeiert. Das „Lichterfest zum Geburtstag" erinnert und gedenkt dem Geburtstag des Religionsstifters. Den eigenen Geburtstag feiern allerdings Gläubige meistens nicht. Erst nach Anstrengungen gibt es ein Fest, etwa am Ende des Ramadans, nach einer bestandenen Prüfung oder erfolgreichem Koranstudium. Dogmatische Muslime lehnen diesen Feiertag daher ab.

An Miradsch Kandil wird im Monat Radschab der Himmelsreise des Propheten Muhammad gedacht. Die Moscheen werden in der Nacht festlich beleuchtet, die Gläubigen beten in dieser Nacht oder tragen Gedichte vor. Auch dieses Fest lehnen dogmatische Muslime ab.

Auch in der Nacht Lailat-ul-Bara’a oder Berat Kandili im Monat Schaban sind die Moscheen nachts hell erleuchtet. In der "Nacht der Vergebung" bitten die Menschen in Gebeten Allah um Vergebung für ihre schlechten Taten. 

Lailat al-Qadr ist die "Nacht der Bestimmung" oder „Nacht des Schicksals“. Das Schicksal des einzelnen Menschen kann sich verändern, da seine Bittgebete in jener Nacht besondere Erfüllung erhalten und der Mensch eine besondere Nähe zu seinem Schöpfer verspüren kann.

Neben diesen Festen gibt es noch regionale Feste oder Feste der unterschiedlichen islamischen Richtungen.