Suchprogramme, HTTP-Protokoll"> Berufsfachschule für Sozialpflege
 
 
 
 
 
 
 

Flächendesinfektion

Flächen können auf unterschiedliche Art desinfiziert werden.

  • Strahlen (z.B. UV-Strahlen zur Desinfektion von Raumluft)
  • Verbrennung, Abflammung (z.B. hitzebeständige Materialien in eine Flamme halten)
  • Dampfdesinfektion (Dampfströmverfahren - Wasserdampf von 100°C wirkt 15 Minuten auf das Material ein)
  • Spülen mit heißem Wasser, Auskochen (z. B. bei hitzebeständige Materialien)
  • Chemische Desinfektion (Einsatz von Substanzen mit keimtötender Wirkung)

Die modernen Fäkalienspülen arbeiten mit einer Kombination von Hitze und chemischen Desinfektionsmitteln)

 

 

Chemische Desinfektion

Krankheitserreger können auch auf unbelebten Oberflächen überleben und werden dann über Hände oder Staub übertragen. Darum ist die Flächendesinfektion eine wichtige Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen.

Regelmäßig sollten Flächen mit häufigem Hände- bzw. Hautkontakt, z. B. Türgriffe oder patientennahe Flächen wie beispielsweise Nachttisch oder Bettgestell desinfiziert werden. Besonders intensiv muss die Flächendesinfektion durchgeführt werden in den Zimmern bei abwehrgeschwächten Patienten, Akuterkrankten oder MRSA-Patienten. In gemeinschaftlich genutzten Sanitärbereichen wie Toiletten, Duschen, Wannen, Waschbecken, Duschstuhl, etc. wird im Anschluss der Pflegetätigkeit sofort desinfiziert.

Regelmäßig sollten auch Arbeitsflächen wie Wäschewagen, Geräte wie Personenwaagen oder Oberflächen der Fäkalienräume desinfiziert werden. 

 

 

Bei der Flächendesinfektion müssen grundsätzlich Handschuhe getragen werden.

 

Flächendesinfektionsmittel sind giftig und schaden der Haut.

Desinfektionsmittel für Flächen gibt es in unterschiedlichsten Formen. Für große Flächen werden meist Desinfektionskonzentrate benutzt. Sie werden mit Wasser zu gebrauchsfertigen Lösungen. Dabei muss unbedingt die Dosierung beachtet werden, aber auch eine eventuell vorgeschriebene Schutzkleidung. 

Bei fertigen Flächendesinfektionslösungen muss immer auf die Haltbarkeit geachtet werden. Bei angebrochenen Verpackungen erkennt man an den Herstellerhinweisen, wie lange sie wirksam sind.

Benutzte Wischlappen und Tücher dürfen nicht ein zweites Mal in die Desinfektionslösung eingetaucht werden, da so die Lösung verunreinigt wird und die Desinfektionswirkung nachlässt.

 

Für kleine Flächen gibt es alkoholische Schnelldesinfektionsmittel. Sie sind meist gebrauchsfertig und müssen nicht erst angesetzt werden. Gebrauchsfertige Desinfektionstücher gehören dazu.

Bei allen Desinfektionsmitteln müssen die Herstellerangaben beachtet werden zur Verträglichkeit gegenüber Material. Alkoholhaltige Desinfektionsmittel schaden beispielsweise Acrylglas oder Lacken. 

 

 

Desinfektionspräparate dürfen nicht mit Reinigungsmitteln vermischt werden. 

 

Grobe Verschmutzungen werden zunächst mit einem in Desinfektionsmittel getränkten Einwegtuch entfernt und das Tuch sofort entsorgt. 

Arbeitsflächen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, sollten nach der Desinfektion (Einwirkzeit beachten) mit Wasser nachgespült werden. 

Die Einwirkzeit (Herstellerangabe) muss stets beachtet werden. Zum Beispiel kann in die desinfizierte Badewanne erst wieder neues Wasser eingelassen werden, wenn die Einwirkzeit vorbei ist, da sonst die Desinfektion verfrüht abgebrochen wird.

Desinfektionsmittel, die gesprüht werden, gelten als unzuverlässig (Tröpfchenbildung verhindert gleichmäßige Benetzung) und gefährden den Durchführenden. Sprühdesinfektion sollte daher nur bei durch Wischdesinfektion nicht erreichbare Flächen angewendet werden.

Das Wirkungsspektrum der Flächendesinfektionsmittel findet man auf den Etiketten:

  • bakterizid: wirkt gegen Bakterien
  • viruzid: wirkt gegen alle (behüllte und unbehüllte) Viren (z.B. Noro-Viren)
  • begrenzt viruzid: wirkt gegen behüllte Viren (z.B. Hepatitis-Viren)
  • fungizid: wirkt gegen Pilze

 

Nur mit kaltem Wasser ansetzen

Desinfektionsmittel in das Wasser geben, nicht umgekehrt

Erst desinfizieren, dann reinigen

Keine Unterdosierung (Entstehen widerstandsfähiger Keime)

Keine Überdosierung (Gesundheitsschäden)

Einwirkzeit beachten (Unterschreitung bricht Desinfektion ab)

Desinfektionsmittel weder untereinander noch mit Reinigungsmitteln mischen (Veränderung der Wirkung)

 

Herstellung einer Desinfektionslösung mit Desinfektionskonzentrat

Wassermenge (ml) x Konzentration (%) : 100 = Menge des Konzentrats
Wassermenge (ml) - Menge des Konzentrats (ml) = die Wassermenge, die zugesetzt werden muss

Beispiel:  

Gesamtmenge der benötigten Lösung = 1 Liter (1000 ml)
Konzentration der Lösung nach Herstellerempfehlung 5 %

1000 x 5 = 5000 : 100 = 50
1000 - 50 = 950
50 ml Konzentrat müssen mit 950 ml Wasser angesetzt werden, um eine 5 %ige Desinfektionslösung zu erhalten.

In der Regel gibt es Dosierhilfen, die man auch benutzen sollte. Oftmals werden die Desinfektionslösungen in automatischen Dosiereinrichtungen fertig gemischt. 

 


powered by Beepworld