Suchprogramme, HTTP-Protokoll"> Berufsfachschule für Sozialpflege
 
 
 
 
 
 
 
Pflegegeschichte
 
Pflege ist nicht nur ein Job. Pflege ist mehr.
 
Wenn ich als Setzer übermüdet oder überarbeitet bin und eine Broschüre oder Werbeanzeige schlampig erstelle, beschwert sich der Kunde und bezahlt nicht die Rechnung. Eventuell verlangt er einen Schadensersatz für entgangene Gewinne. Das kann sehr teuer werden und vielleicht die Firma / Arbeitgeber in den Ruin treiben.
 
Wenn ich als Pflegekraft übermüdet oder überarbeitet bin und einem Patienten die falschen Medikamente gebe, kann das sehr teuer werden und vielleicht die Firma / Arbeitgeber in den Ruin treiben.
 
Aber es gibt einen großen Unterschied: Papier ist Papier und ein Mensch ein Mensch.
 
Meinen Fehler als Setzer kann ich vielleicht gutmachen, mich beim Kunden entschuldigen, Schadensersatz leisten, die Arbeit berichtigen.
 
Für einen Pflegefehler bekomme ich meist keine Chance, ihn zu berichtigen, wenn der Patient Schaden nimmt oder an meinem Fehler stirbt. Über den Verlust eines Menschen hilft kein Schadensersatz hinweg - denn jeder Mensch ist einmalig. Wem das nicht klar ist, hat in der Pflege nichts verloren. 
 
Es gibt zwischen den Berufen noch einen Unterschied. Jeder Setzer kennt den Namen Johannes Gutenberg (Gensfleisch). Das gehört zu seinem Berufsbild, zu seiner Berufsgeschichte, zu seiner Berufsehre, zu seinem Berufsstolz. Ein Setzer lässt sich mit Sicherheit auch nicht als Buchstabensortierer abstempeln.
 
Pflegekräfte kennen vielleicht noch mit viel Mühe den Namen Florence Nightingale. Wer ist Friederike Fliedner, Albine Pecha, Elisabeth Storp, Marie Cauer, Agnes Karll, Georg Streiter, Magdalena Scholl? Wir sind keine "Töppeschwenker". Wir haben eine Geschichte. Für uns haben Frauen und Männer gekämpft: für unser Berufsbild, unsere Berufsgeschichte, unsere Berufsehre, unseren Berufsstolz. Mögen sie auch in vielen Dingen, zeitgemäß, geirrt haben: Wir wissen, dass unser Berufsbild nicht aus "Töppe-schwenken" besteht, wir wissen, dass wir mit Menschen arbeiten, wir haben Vorbilder.
 
Pflege ist nicht nur ein Job. Pflege bedeutet Beruf und Berufung. Pflege ist mehr.
 
Pflege ist global und jede Pflegekraft in Honduras, Äthiopien, Iran, Japan oder sonstwo ist uns näher und wertvoller als ein Politiker, der sagt "Wer Kinder wickeln kann, kann auch alte Menschen pflegen". So ein Politiker ist ein Dummkopf und beleidigt unsere Intelligenz.
 
Weltweit arbeiten und kämpfen Pflegekräfte für Menschen. Ihre Herkunft, Religion, Weltanschauung, Sprache ist dabei völlig egal. Die "schwarzen Schafe" werden in die Öffentlichkeit gezerrt - die unbeachtete Mehrheit der Pflegekräfte macht unsere Welt seit Jahrhunderten humaner. 
 
Die Pflegegeschichte ist der Schlüssel zur Tradition, zum Berufsstolz, zur Berufsehre. 
 
 
 
 
 
Florence Nightingale (1820-1910)
 

 

Erste Pflegetheoretikerin der Neuzeit

1859/1860 „Notes on Nursing“

Nightingale definierte Gesundheit als Wohlbefinden und Gesundheitspflege als eine Verhinderung von Krankheit durch ökologische Faktoren.

Krankheit war nach ihrer Auffassung ein reparativer Prozess und Krankenpflege das Mittel, die aktuelle Lebenssituation des Betroffenen zu verbessern.

Die Aufgabe der Krankenschwester bestand darin, diesen reparativen Prozess zu erhalten und zu fördern, indem sie für eine gesunde Umwelt sorge. 

Kritik: in ihrer Theorie sei der Patient reines Objekt der Umwelt

Umwelt (wesentliche Rolle zur Gesundheitserhaltung und guten Pflege):

 saubere Luft

 sauberes Wasser

 funktionierende Kanalisation

 Sauberkeit

 Licht 

 

Gesundheitsfördernd:

 Wärme

 Ruhe

 Diät

 

(Weitere Informationen zu Florence Nightingale: Pflegegeschichte)


powered by Beepworld