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Gedächtnistraining

Die geistige Leistung wird bestimmt durch die Gedächtnisspanne, die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen und die Basis-Lerngeschwindigkeit (das „mittelbare“ Behalten). Daraus ergibt sich die Kurzspeicherkapazität, die eng mit dem Intelligenzquotienten zusammenhängt. Regelmäßiges Training der Kurzspeicherkapazität führt zu einer Steigerung der Intelligenz.

Fluide Intelligenz: angeboren und unabhängig von Bildung, verantwortlich für die Bewältigung neuer, unbekannter Probleme und Entwicklung von Lösungen. Durch den langsamen, altersbedingten Verlust von Zellen sinkt die fluide Intelligenz.

Kristalline Intelligenz: hängt von der Bildung, Erziehung, Umweltbedingungen und der fluiden Intelligenz ab und beschreibt die Fähigkeiten, die im Laufe des Lebens erlernt wurden. Die kristalline Intelligenz kann sich im Alter durch weiteren Wissenserwerb und Erfahrungen steigern („Altersweisheit“).

 

Der alte Mensch soll sich als ganzer Mensch gefördert, gefordert und wertgeschätzt fühlen.

 

 

Das Gedächtnistraining für alte Menschen soll

  • Freude bereiten
  • an der Lebens- und Erlebenswelt anknüpfen 
  • vorhandene geistige Fähigkeiten erhalten und fördern   
  • die Kurzspeicherkapazität steigern
  • bereits erlernte Informationen gezielt abrufen 
  • alle Sinne und beide Gehirnhälften aktivieren

 

Ziele:

Motorische Ziele Kognitive Ziele Soziale Ziele Emotionale Ziele
Mobilisierung und Aktivierung Wahrnehmung, Urteils-fähigkeit, Denkflexibilität Gemeinschaftserleben, Gemeinschaftsgefühl
Spaß, Freude, Entspannung
verbesserte Durchblutung Konzentration, logisches Denken, Merkfähigkeit Kommunikation, soziales Verhalten Selbstwertgefühl, positives Selbstbild
verbesserter Stoff-wechsel im Gehirn Fantasie, Kreativi-tät, assoziatives Denken Kontakte aufrechter-halten, neue Kontakte emotionale Stabilität, positive Erinnerungen

 

Die emotionalen Ziele dürfen nicht unterschätzt werden. Ereignisse mit starkem emotionalen Empfinden prägen sich besonders tief ins Gedächtnis ein. Daher sind Spaß und Freude vermitteln durch das Gedächtnistraining eine Grundvorraussetzung. Das sollte auch in den Praxis beachtet werden.

 

Im höheren Lebensalter ist ein Gruppentraining sinnvoller als Einzeltraining.

 

Die Gruppe bietet viele Vorteile: 

  • soziale Kontakte können gepflegt werden
  • gemeinsames Erleben und Lachen
  • Solidarität erfahren
  • Isolation aufbrechen
  • Möglichkeit der Reflexion
  • Wahrnehmung der eigenen Stärken und Schwächen im angstfreien Umfeld

Dazu muss beachtet werden:

Die Zusammenstellung der Gruppe muss sorgfältig geplant werden. Der Einzelne soll sich in der Gruppe wohlfühlen und darf nicht über- oder unterfordert werden. 

  • Überforderung: Defizite werden bewusst gemacht
  • Unterforderung: Der Betroffene fühlt sich nicht ernst genommen 

Sowohl Über- wie auch Unterforderung bedeuten eine Kränkung und Abwertung  Aggression, Rückzug.

 

Menschen mit Demenzerkrankung können dann in die Gruppe integriert werden, wenn sie sich

  • in der Gruppe wohl fühlen
  • trotz ihrer Orientierungsstörungen Erfolgserlebnisse erleben können

 

Bei fortgeschrittener Demenz sollte sich das Gedächtnistraining auf Erinnerungsarbeit beschränken, da das Langzeitgedächtnis lange erhalten bleibt und so das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung der Betroffenen gestärkt werden. Andere Formen des Gedächtnistrainings führen zur Überforderung.

Eventuell werden andere Gruppenmitglieder durch den Menschen mit fortgeschrittener Demenz  unterfordert, beeinträchtigt, ausgebremst und reagieren schlimmstenfalls auf ihn mit Kritik.