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Hauswirtschaftliche Beschäftigung: sich pflegen:

Ringelblume macht spröde Haut wieder zart und heilt kleine Wunden. Eine Handvoll getrockneter Ringelblumenblüten mit 100 ml Olivenöl in einem Topf 20 Minuten köcheln lassen. Durch ein Küchensieb gießen und den Blütenrückstand gut ausdrücken. 20 g Bienenwachs zufügen und bei geringer Hitze langsam schmelzen lassen. Vom Herd nehmen und so lange rühren, bis eine cremige Masse entsteht. Zwischendurch vier Tropfen Melissenöl unterrühren. Abfüllen und kühl lagern. Eignet sich besonders für strapazierte Haut an den Händen. (Zeit etwa eine Stunde ohne Ergebnissicherung)

 

Hauswirtschaftliche Beschäftigungen: "gesundes Essen"

 

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Frühlingssuppe

100 g Lauch putzen und in kleine Streifen schneiden. Mit zwei Eßlöffeln Sonnenblumenöl und einem Eßlöffel Wasser zwei bis drei Minuten dünsten. Vier Eßlöffel Hefeflocken zufügen und kurz anrösten. Ein Liter Wasser und zwei Gemüsebrühwürfel zugeben und 15 Minuten kochen lassen. Drei Vollkornbrotscheiben würfeln und mit 10 g Butter knusprig rösten. 200 g Brennesselspitzen, Sauerampfer und Löwenzahn (am besten mit dem Klient selber gesammelt an Stellen, wo nicht gedüngt und gespritzt wird) waschen, gut abtropfen lassen und fein hacken. In die heisse, nicht kochende Suppe geben. 1/8 l saure Sahne unterziehen und die Brotwürfel kurz vor dem Essen über die Suppe streuen. (Zeit etwa 40 Minuten)

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Brotaufstrich

100 g Butter in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken. Eine durchgepresste Knoblauchzehe unter die Butter rühren. Einen gehäuften Esslöffel Petersilie, Schnittlauch und Basilikum feinhacken und mit der Butter vermischen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Kräuterbutter stehen lassen zum durchziehen. Eine rote Paprika in kleine Würfel schneiden, Kräuterbutter aufs Brot streichen und Paprikawürfel darüber streuen. (Zeit etwa 40 Minuten)

 

Hauswirtschaftliche Beschäftigungen: einfach genießen

 

Pfefferminzeis

Kurz 110 g Zucker und 150 ml Wasser aufkochen. Ein Bund Pfefferminze waschen und mit dem Zuckerwasser im Mixer pürieren. Anschließend durch ein Sieb passieren. Den Saft einer Zitrone dazugeben. In ein Gefrierfach stellen bis die Masse anfängt fest zu werden. 150 ml süße Sahne steif schlagen und unter die angefrorene Masse ziehen. Zwei bis drei Stunden in das Gefrierfach stellen, anfangs ab und zu umrühren. (Zeit etwa 40 Minuten ohne Ergebnissicherung)

 

Hauswirtschaftliche Beschäftigungen: Heilmittel

 

Mintkörn

Langzeitprojekt: Pfefferminze ernten (am besten im Mai) samt Stiele, Blätter, Blüten. Abwaschen, abtupfen und in eine leere Flasche füllen. Mit einem Trichter Zucker einfüllen, dass der Flaschenboden etwa zwei bis drei Zentimeter bedeckt ist. Zucker und Pfefferminze mit der Spirituose Klarer auffüllen. Der preiswerteste Klarer tut es genauso wie ein teurer. Die Pfefferminze muss vollständig von dem Klaren bedeckt sein. Flasche gut verschließen. Jeden Tag Flasche schütteln. Wenn der Zucker vollständig gelöst ist, wieder gleiche Zuckermenge nachfüllen. Nach sechs Wochen ist der Mintkörn fertig. Man erkennt es an der Farbe, ein goldenes Grün.
 
Erinnert alte Menschen an Hausrezepte und informiert über Gebräuche in anderen Gegenden. Und man kann die Veränderung des Mintkörns gut beobachten. Eine tägliche sinnvolle Beschäftigung über sechs Wochen.
 
Mintkörn im Sommer: 1:10 mit kaltem Wasser und eine Prise Salz. Die Dörfer und deren Bewohner in der Prignitz waren selten mit Reichtümern gesegnet und darauf angewiesen, beispielsweise Hausmittel statt teurer Medikamente zu nutzen. So führten die Bauern jahrhundertelang zur Feldarbeit Kürbisflaschen mit. Gefüllt waren diese Kürbisflaschen mit kaltem Wasser, zu dem Mintkörn zugesetzt war etwa im Verhältnis 1:10 und eine Prise Salz. Bei großer Hitze und anstrengender Arbeit auf den Feldern ohne Schatten löschte dieses Getränk nicht nur den Durst, sondern stabilisierte den Kreislauf und schützte vor Elektrolytmangel. Betrunken machte der Mintkörn so angewendet übrigens nicht.
 
Bei Erkältungen oder grippalen Infekten kam auch der Mintkörn zum Einsatz, diesmal als Art Grog. Der Mintkörn wurde mit heißem Wasser aufgegossen und vor dem Zubettgehen heiß getrunken. Die Nachtruhe war garantiert und über Nacht die Krankheitserreger ausgeschwitzt. Als "Grog" kann der Mintkörn besser "umhauen" als jeder teure Jamaika-Rum mit wesentlich weniger Alkoholgehalt, setzt aber keinen "Kopf". 
 
Doch die Prignitzer Bauern benutzten den Mintkörn nicht nur innerlich. Eine Gegend mit vielen Seen, Flüssen, Kanälen hat leider auch viele Mücken. Insektenstiche wurden mit Mintkörn eingerieben zur Desinfektion und gegen den Juckreiz. Auch zur Wundbehandlung wurde Mintkörn eingesetzt. Dazu musste man allerdings sehr leidensfähig sein. Er brennt höllisch, heilt aber beispieslweise Schürfwunden erstaunlich schnell. Und die Prignitzer Jugendlichen hatten dazumal selten Hautprobleme. Statt mit Clearasil (Nutzen zweifelhaft) wurde die Haut mit Mintkörn abgewaschen. Bei der Hautpflege desinfiziert, reinigt und pflegt der Mintkörn die Haut nachhaltig, trocknet sie allerdings auch aus. Also nachfetten.
 


Scharfes Essen gegen Erkältungskrankheiten

Scharfes Essen kann vor Erkältungen schützen. Chili, Meerrettich und Ingwer sind reich an Vitam C und wirken gegen Bakterien. Eine heiße Suppe mit Chilis fördert beispielsweise das Schwitzen und regt die Durchblutung der Schleimhäute an. Die schwefelhaltigen Senföle des Meerrettichs wirken gegen Bakterien und Viren. Der entzündungshemmende und antibakterielle Ingwer kann mehrmals täglich als Tee getrunken werden.


Seife herstellen

Die Kernseife hat eine weiße bis bräunliche Farbe und wird meist aus Fetten geringerer Qualität gewonnen. Sie wirkt reinigend und löst wasserfeste Stoffe wie Fette und mineralische Öle, die so mit Wasser abgespült werden können. Aber sie führt auch zu einer Entfettung der Haut und greift den Säureschutzmantel an. Nach einer Waschung mit Kernseife und anschließendem Abspülen braucht die Haut mindestens zwei Stunden, um ihren pH-Wert wiederherzustellen. Daher gilt Kernseife eher als ungeeignet für die Körperpflege. Allerdings enthält hochwertige Kernseife noch das beim Seifensieden sich abspaltende Glycerin, das wasserbindende Eigenschaften hat. Da die Kernseife keine Konservierungsstoffe, Parfüme und Mineralöle enthält hat sie allerdings auch Vorteile.


Indonesien: 1. Bild Regenwald, 2. Bild systematische Abholzung, 3. Bild Ölpalmplantagen als Monokultur


Seifen aus Palm- und Kokosöl vertrieben fast die Kernseife vom Markt. Ölpalmprodukte sind allerdings ökologisch gesehen mehr wie problematisch. In Indonesion beispielsweise werden riesige Flächen intakter Regenwälder abgeholzt, um Platz für Ölpalmenplantagen zu schaffen. Die riesigen Monokulturen vernichten den Lebensraum von Tieren, die hochgradig vom Aussterben bedroht sind wie Orang Utans oder Tiger, und tragen massiv zum globalen Treibhauseffekt bei. Die Preise für Palmöl sind extrem niedrig, weil die Arbeitsbedingungen auf den Ölpalmplantagen in der Regel unsozial und inhuman sind. Dazu kommen als weitere Umweltbelastung die langen Transportwege. Auch Kokosöl wird über weite Strecken transportiert, überwiegend in Monokulturen gewonnen mit menschenverachtenden Arbeitsbedingungen. Wer also Nachhaltigkeit fordert, sollte mit seinem Luxuskörper zur Kernseife zurückkehren.

Grundrezept

Seife selber herzustellen ist durch den Umgang mit Natronlauge nicht zu empfehlen, da Natronlauge hochgradig ätzend ist. Die gute alte Kernseife ist ein idealer Rohstoff. Auch die Glycerinseife kann als Rohstoff genutzt werden. Allerdings enthält sie meistens Kokosöl. Auf einer einfachen Küchenreibe wird die Seife gerieben. Die Seifenbrösel werden in einer Aluminium- oder Emailschüssel aufgefangen. Auf 250 g geriebener Kernseife wird 200 ml kochendes Wasser gegeben. Ätherische Öle (g&a oder N/NI), Lebensmittelfarben oder auch andere Substanzen wie 5 g Bienenwachs können zugesetzt werden. Das Ganze kräftig durchkneten. Ist die Masse etwas abgekühlt, kann sie geformt werden oder in Pralinen- oder Eiswürfelformen, am besten aus Silikon, gegossen werden oder mit Förmchen für die Plätzchen ausgestochen werden.
 
 
Die Seife muss mindestens drei Tage lang austrocknen.

Anstatt des Wassers können auch Öle (Oliven-, Raps- Sonnenblumenöl etc, am besten kaltgepresst) verwendet werden oder ein kräftiger Kräutertee. Zerkleinerte Heilkräuter wie Schafgarbe, Ringelblume, Kamille usw könnten ebenfalls beigemengt werden. 5 g Bienenwachs machen die neue Seife sofort hautfreundlicher.
 

Beispielrezepte:

Kamillenseife
5 g Bienenwachs
250 g geriebene Kernseife
150 ml starker Kamillentee (etwas mehr kochen und in Reserve halten, falls Flüssigkeit fehlt)
50 ml öliger Kamillenblütenauszug

Im Kochtopf das Wachs schmelzen, den heißen Tee zugießen, umrühren, die geriebene Kernseife unterrühren, gut umrühren und kurz aufkochen. Den Ölauszug dazugeben, wieder gut umrühren und abkühlen lassen. Anschließend in Formen gießen oder ausstechen.

Johanniskraut-Seife
5 g Bienenwachs
250 g geriebene Kernseife
200 ml Johanniskrautöl
(etwas mehr kochen und in Reserve halten, falls Flüssigkeit fehlt)
Gleiche Vorgehensweise wie bei der Kamillenseife.

Schafgarben-Seife
5 g Bienenwachs
250 g Kernseife
150 ml starker Schafgarbentee
(etwas mehr kochen und in Reserve halten, falls Flüssigkeit fehlt)
50 ml öliger Schafgarbenauszug
Gleiche Vorgehensweise wie bei der Kamillenseife.
 
Als Beschäftigung ist die Seifenherstellung für alle Altersklassen geeignet. Alte Menschen sehen einen Sinn in der Beschäftigung, Kinder finden es spannend, bei Menschen mit geistiger Behinderung fördert es die Kreativität. Die Gestaltung der Seifen kann an den Fähigkeiten des Klientels angepasst werden und somit werden Misserfolge verhindert.
 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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