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Der Heimbeirat
 
Ein weiteres Indiz zur Pflegequalität ist ein funktionierender Heimbeirat. Es ist das gängigste Mitwirkungsgremium und wird von den Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern direkt gewählt.Sein Umfang variiert je nach Heimgröße. 
 
Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner eines Heimes
Heimbeirat
Mitgliederanzahl 
bis zu 50 3
ab 50 bis 150 5
ab 250 bis zu 9

 

Gewählt werden können alle Heimbewohnerinnen und Bewohner, die am Wahltag mindestens zwei Monate im Haus leben. Die Wahlperiode beträgt zwei Jahre. 
 
Die wichtigsten, gesetzlich verbürgten Mitwirkungsmöglichkeiten des Heimbeirats bzw. Heimfürsprechers oder Ersatzgremiums betreffen folgende Bereiche: 
 

 Erstellung oder Änderung des Heimvertrags und der Heimordnung 

 Anhörung und Stellungnahme bei Erhöhung und Änderung der Heimentgelte 

 Mitwirkung bei Vergütungsverhandlungen mit Kostenträgern sowie Leistungs- und Qualitätsvereinbarungen 

 Mitwirkung an Maßnahmen zur Unfallverhütung 

 Planung oder Durchführung von Veranstaltungen, Freizeitgestaltung 

 Entscheidungen bei Änderungen im Bereich Unterkunft, Verpflegung und Betreuung 

 Entscheidungen über Erweiterung, Einschränkung oder Einstellung des Heimbetriebs (Zusammenschluss)

 Entscheidungen über umfassende bauliche Veränderungen oder Sanierungen des Heims 

 
Da das Lebensalter der Heimbewohnerinnen und Bewohner steigt und viele Menschen erst mit hohem Pflegebedarf ins Heim kommen, wird die Beteiligung der Angehörigen oder Betreuer an zu treffenden Entscheidungen immer wichtiger. In manchen Heimen haben sich daher auf freiwilliger Basis Angehörigen- oder Betreuerbeiräte gebildet. 
 
1. Mitwirkung von Angehörigen- und Betreuervertretungen (AV)
Nach dem momentan noch auf Bundesebene gültigen Heimgesetz und der entsprechenden Heimmitwirkungsverordnung ist die rechtliche Vertretung der Heimbewohner in dreifacher Weise möglich:
 

a) Heimbeirat (HB) durch Heimbewohner gewählt und gebildet. Möglichkeit, dass Heimbewohner Personen, die nicht in dem entsprechenden Heim leben, wählen (z.B. Angehörige oder Betreuer).

b) Ist ein Heimbeirat nicht möglich, kann vorübergehend ein Heimfürsprecher eingesetzt werden. Problem: Heimfürsprecher von Amts wegen im Benehmen mit der Heimleitung bestellt (§ 10,4 Heimgesetz), kennt die Bewohner nicht, vertritt unter Umständen die Interessen der Heimleitung.

c) Arbeit des Heimbeirates kann durch Eltern-, Angehörigen- oder Betreuervertretung übernommen werden. 

 
(Normalerweise soll die AV den HB nach den §§ 29 bis 32 der Heimmitwirkungsverordnung unterstützen oder beraten, wenn sie um Unterstützung und / oder Beratung gebeten werden.)
 
Problem: Intellektuell eingeschränkte Bewohner realisieren oft nicht, wann sie Hilfe benötigen.