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Gesamtansicht von Schloss/Kloster Himmelkron, Foto von PeterBraun74, datiert 14.6.2009

 

 

Projekt Himmelkron

 

Amelie:

 

Die Hölle wird installiert

 

Schon lange bevor die Euthanasieaktion begann, hatten die Heil- und Pflegeanstalten, aufgrund von drastischen Kürzungen der Pflegesätze kein Geld mehr, um ihre Bewohner ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Aber das gewünschte Ergebnis, die Vernichtung der Behinderten, Altersschwachen und Siechen, blieb aus. In den dreißiger Jahren nahm die Anzahl der Belegungen in Heil- und Pflegeanstalten zu, doch die Nazis benötigten für ihre geplanten Kriege Krankenbetten, aber vor allem Pflegepersonal. Sie reagierten mit einer Plakataktion: Die Abbildung zeigte einen schwerbehinderten Mann und hinter ihm einen jungen Pfleger. Darunter stand : "60.000 RM kostet dieser Erbkranke die Volksgemeinschaft auf Lebenszeit. Volksgenosse, das ist auch dein Geld!" Damit sollte die Grundlage für die Beseitigung der "Defektmenschen" und "Ballastexistenzen" geschaffen werden.

Aktion T 4

Im Juli 1939 hielten etwa 20 hochrangige Mediziner, in der Berliner Tiergartenstraße 4 (deshalb Aktion T 4), eine Besprechung zum Euthanasieprogramm ab. Nachdem der Reichsleiter der Kanzlei Hitlers, Philipp Bouhler, erklärte, dass man Geistesgestörte töten wolle um Lazaretträume zu schaffen, versicherten bis auf einen Arzt alle Anwesenden ihre Mitarbeit. Anschließend suchten die Mediziner in ihren Einrichtungen nach geeigneten Mitarbeitern. Mit einem persönlichen Brief benachrichtigte Hitler Bouhler, im Oktober 1939, dass man den unheilbar Kranken den "Gnadentod" geben sollte. "Vergiftung durch Gas" oder "Behandlungsart durch Injektionen" wurden als "Tötungstechnologien" diskutiert. Jedoch war zu dieser Zeit die wilde Euthanasie bereits in vollem Gange.

In Brandenburg an der Havel fiel schließlich die Entscheidung für die "effektivste" Tötungsart. Die dortige Anstalt, ursprünglich Armenhaus, ab 1920 Gefängnis, wurde von KZ-Häftlingen, die seit 1933 in dem Gebäude eingesperrt waren, zur Euthanasie-Anstalt umgebaut. Eine fast 4 m² große Gaskammer, die man "Chemisch-Technische Versuchsanstalt" nannte, wurde in einer ehemaligen Backsteinscheune installiert. Wie in anderen Versuchanstalten auch, tarnte man diese als Duschraum. Unter der Aufsicht des "Führers", seines Leibarztes Dr. Brandt, des Reichsärzteführers Dr. Conti, Philipp Bouhler und des Chemikers und Lieferanten der Gasflaschen Dr. August Becker, fand am 18.Januar 1940 die erste "Test-Vergasung" statt. Durchgeführt wurde diese von Christian Wirth, Kriminaloberkommissar und späterer Vergasungsspezialist. Bei den Opfern handelte es sich um 18-20 Männer, die wahrscheinlich KZ-Häftlinge waren. Da Hitler mit dem Ergebnis zufrieden war, fällte er die Entscheidung für das CO-Gas und legte fest, dass die Morde durch Injektionen oder Gas nur von Ärzten ausgeführt werden durften. In den folgenden 9 Monaten starben in Brandenburg etwa 9000 Menschen, darunter circa 400 Juden. Kinder aus der Heilanstalt Brandenburg-Görden waren am 29.Oktober 1940 die letzen Opfer.

Nun war die Kanzlei des Führers mit der Planung und Durchführung der Massenmorde beschäftigt. Zur Tarnung der Todesindustrie wurden eigens Gesellschaften gegründet.

Die "Gemeinnützige" Krankentransport GmbH

Zur Beförderung in die Tötungsanstalten wurde ein Transportunternehmen mit dem Namen "Gemeinnützige Krankentransport GmbH", kurz Gekrat, gegründet. Die Reichspost stellte die ersten Busse, zumeist von der Marke Mercedes, zur Verfügung, mit dem Reichspostkennzeichen. In den Vernichtungsanstalten waren auch die Fahrer, der zumeist grauen Busse, untergebracht.

Karl Harrer, der mit seinem Kollegen Kurt Steubl, beide aus der Anstalt Niedernhart, im Anfang die Transporte begleitete, wurde bald zum Transportleiter. Er war für die Übernahme und Übergabe der Patienten zuständig. Die Transporte sollten immer bis auf den letzten Platz besetzt sein. Fiel ein Kranker aus, weil er verstorben, entlassen oder transportunfähig war, entschied Harrer welcher nicht gelistete Patient der Platzfüller wurde. Auf Veranlassung des Mörderarztes Lonauer brachte er später selbst die ihm anvertrauten Menschen in Niedernhart um.

Wurden mehrere oder weiter entfernte Patienten abgeliefert, erfolgte der Transport per Bahn. Auf einem Nebengleis abgestellt und von SS-Mannschaften bewacht, wurden die Opfer in Gruppen weggeschafft. Es wurde je nach Schwere oder Unruhe der Ankömmlinge über ihre Wartezeit geurteilt. Der Rest musste teilweise Stunden in den Waggons ausharren. Sobald die Gekratbusse zurückkamen wurden die Wartenden in Durchgangspflegeheime, in denen Strohsäcke als Betten dienten, geschafft. Offiziel sollten nur Patienten "verlegt" werden, welche schon länger als 5 Jahre in Anstalten waren und verrückt gewordene oder körperbehinderte Kriegsteilnehmer sollten vom Abtransport verschont bleiben. Dies sollte beim Abtransport noch einmal überprüft werden. Doch meistens hielten sich die Fahrer und das Begleitpersonal, das aus Pflegekräften bestand, nicht daran. In der Einrichtung beschrieb man ihren Umgang mit den Patienten als grob und sehr verroht.

Allgemeine Stiftung für Anstaltswesen 

Die angewandten Kriterien und die Meldebögen wurden von der "Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pfleganstalten" entwickelt. Auch die ärztlichen Gutachten über die Behinderungen wurden von ihnen erstellt. Das Personalwesen unterstand der "Allgemeinen Stiftung für Anstaltswesen". Die Meldebögen, welche ab Ende 1939 zur "planwirtschaftlichen Erfassung" verschickt wurden, fragten die Art der Krankheit, Dauer des Anstaltsaufenthalts und Arbeitsfähigkeit der Insassen ab. Danach entschieden 30 Gutachter, unabhänig voneinander, über Leben oder Tod des Anstaltspatienten, welchen sie vorher noch nie zu Gesicht bekommen hatten. Wichen die Beurteilungen der Gutachter, unter denen sich Ärzte, Hochschullehrer und Anstaltsleiter befanden, voneinander ab, entschied ein Obergutachter, der den zu Beurteilenden ebenfalls noch nie gesehen hatte, über dessen endgültiges Schicksal. 

 

Julia

 

 

Mordfabriken

Orte des Massenmordes:

-          Grafeneck

-          Schwäbisch Alb

-          Brandenburg

-          Hartheim                                         70.000 bis 140.000 Opfer

-          Sonnenstein

-          Bernburg

-          Hadamar

 

Beispiel Hartheim:

1898:

Zu seinem 50 jährigen Regierungsjubiläums schenkte Kaiser Franz Josefs schenkte die Familie Starhemberg das Schloss des Oberösterreichischen Landeswohltätigkeitsvereines für soziale Zwecke. Für die Betreuung der 200 Bewohner waren die Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul zuständig. Die „ Idiotenanstalt Hartheim“  versorgte sich unter Mitarbeit der Bewohner fast vollständig selbst mit Lebensmitteln. Nach den damals geltenden Maßstäben was die Betreuung vorbildlich.

  1938:

Die Anstalt wurde von den Nazis kurzerhand aufgelöst und ein Jahr später dem Landeswohltätigkeitsverein enteignet. Das Vermögen zum damaligen Zeitpunkt betrug 265.768 Reichsmarken. Die Pfleglinge verteilte man „vorübergehend“ in andere Anstalten. Die Frauen und Mädchen  im „Gau- Fürsorgeheim Baumgartenberg“ , die Männer und Jungen in der Linzer „Gau- Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart“. Die Barmherzigen Schwestern betreuten ihre Schüzlinge in diesen Einrichtungen weiterhin. Das nun leere Renaissanceschloß bauten die Nazis aufwendig zu einer Vernichtungsanstalt um.

1940:

 Die Arbeiten waren abgeschlossen. Die Tötungsanlage als Duschraum getarnt und das Personal zusammengestellt. Die ankommenden Pfleglinge mussten an den Ärzten nackt vorbeimarschieren und sich einer Scheinuntersuchung ergehen lassen. Im Fotoraum wurden alle Opfer fotografiert bevor sie in die Gaskammer kamen. Ihr blankes Benehmen bewiesen die braunen Bestien damit, dass die Gaskammer ausgerechnet von den 200 ehemaligen Pfleglingen der „Idiotenanstalt Hartheim“  „eingeweiht“ werden durfte. Nach Aussagen der Dorfbewohner, die den Transport beobachteten, freuten sich die Insassen wieder in ihre ehemalige Anstalt zurückzukehren.

 

Um Nachforschungen der Angehörigen zu vermeiden, wurden die Toten an Ort und Stelle sofort eingeäschert. Diese erhielten Totenscheine mit Falschen Todesursachen und Sterbeorten. Die eigens dafür eingerichteten Sonderstandesämter tauschten die Akten und Hinterlassenschaften ihrer Opfer aus, um die Nachforschung zu erschweren.

 

Der Urnenversand, den man auf Wunsch durchführte, wurde von den Standesämtern übernommen. In den Urnen jedoch befand sich willkürlich herausgenommene Asche der „Tagesproduktion“. Die Häufung der Todesfälle weckte Misstrauen. Pleiten bei den angegebenen Todesursachen sprachen sich herum.

 

Beispiel:

Im Totenschein steht als Todesursache: Blinddarmdurchbruch

Dem Patient wurde aber bereits vor 10 Jahren der Blinddarm herausgenommen.

Hitlers Bürokraten unterliefen massiver Fehler, sodass die „Aktion T4“ nicht lange geheingehalten werden konnte.

 Quellenangabe:

http://hriesop.beepworld.de/index.htm