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Hinduismus

 

Die Bezeichnung Hinduismus war anfangs eine von den Engländern herangetragene Sammelbezeichnung für die Anhänger verschiedener religiöser Richtungen in Indien, die nicht Moslems, Christen oder Juden waren. Der Begriff entwickelte eine  Eigendynamik und wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Eigenbezeichnung und Identität. Die indische Verfassung fasst unter Hinduismus alle Religionen zusammen, die aus dem Brahmanismus entstanden.

 

  •  Nach Christentum und Islam drittgrößte Religion der Erde

 

  •  Ursprung in Indien

  •  Angehörige werden Hindus genannt

  •  Die Religion wird oft auch als Lebensart verstanden

  •  Älteste heilige Schriften sind die Veden

  •  Vorgängerreligion Brahmanismus (Jainismus, Buddhismus, Sikhismus)

  •  Verschiedene Richtungen mit unterschiedlichen Schulen und Ansichten

  •  Kein gemeinsames für alle gleichermaßen gültiges Glaubensbekenntnis

  •  Keine zentrale Institution mit Autorität für alle Hindus

  •  „Einheit in der Vielfalt“

 

Von Rhariram - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15898293

Schüler, der die Veda lernt

 

Die meisten Gläubigen gehen davon aus, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf (Samsara) sind und glauben an die Reinkarnation. Der Hindu versucht mit dem Karma (seine Taten) diesen Samsara zu durchbrechen. Das persönliche Karma entscheidet, wie man wiedergeboren wird, in welcher Kaste. Das Ziel ist das Brahman-Nirwana, das heißt, Eins zu werden mit dem Ewigen und Absoluten. 

Durch das Kastensystem kann man dem Hinduismus nicht beitreten. 

 

Für den persönlichen Glauben haben religiöse Lehrer (Gurus) oft einen großen Stellenwert. Hindus können trotz der Unterschiede ihrer Theologie und Philosophie weitgehend gemeinsam feiern und beten. 

Der Hinduismus ist nicht immer eine polytheistische Religion, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint.

Henotheismus: alle Götter, je nach individueller Glaubensausrichtung, sind Ausdruck des einen höchsten persönlichen Gottes oder auch der unpersönlichen Weltseele (Brahman). Hinduistische Lehren betrachten den Kosmos als geordnetes Ganzes. Das Dharma ist das Weltgesetz und stellt die natürliche und sittliche Ordnung dar. Zentren hinduistischer Religiosität sind neben dem eigenen Haus die Tempel. Die größten Pilgerzentren sind Tirumala Tirupati in Südindien und die heilige Stadt Varanasi am Ganges in Nordindien.

 

Von TimBrighton - http://www.flickr.com/photos/98252074@N00/8783968/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=126403

Pilger beim Bad im Ganges in Varanasi

 

Geschichte

 

  • Ab ca 500 v. Chr. Ausgestaltung des Hinduismus mit Sanskrit (indogermanische Sprache, verwandt mit den europäischen Sprachen) und den Hauptgöttern Brahma (Prinzip der Schöpfung), Vishnu (Prinzip der Bewahrung) und Shiva (Prinzip der Zerstörung). 

  • Bau von Tempeln, Götterstatuen, Einführung von Kult- und Weihehandlungen. Krishna und Rama sind nach Hinduglauben menschliche Verkörperungen des Gottes Vishnu. 

  • Seit dem 4. Jh. v.  Chr. verloren die hinduistischen Religionen durch den Buddhismus Anhänger. 

  • Im 8. Jh. gründete der Philosoph Shankara die ersten hinduistischen Orden.

  • 711 Eroberung Indiens (Nordindien) durch muslimische Heere. Herausbildung von Mischformen religiöser Praktiken („Mohammedan Hindus“).

 

Mahatma Gandhi, ein Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung/gemeinfrei
 

 

Neohinduismus

 

  • Im 19. Jh. religiös-soziale Reformbewegungen durch europäische Einflüsse

 

  • Hindus begannen sich als Einheit aufzufassen

 

  • Kastensystem oder Tradition der Witwenverbrennung wurden hinterfragt

 

  • Eng mit Unabhängigkeitsbestrebungen und sozialen Reformen verbunden

 

  • Monotheistischer Ansatz mit Brahman als einzigen Gott, keine Bilderverehrung

 

  • Swami Vivekananda gründete 1897 die Ramakrishna-Mission

 

  • Ziel: Verbreitung der Lehre des Vedanta

 

  • Sein Lehrer Ramakrishna vertrat die Ansicht, alle Religionen der Welt verkündeten dieselbe Wahrheit, die Vielfalt der Religionen sei lediglich Schein (Maya). 

 

  • Vivekanandas hielt 1893 vor dem Weltparlament der Religionen in Chicago eine Rede, stellte den Hinduismus als Universalreligion vor und präsentierte erstmalig den Hinduismus außerhalb Indiens.

  • Durch die Unabhängigkeitsbewegung Indiens unter Mahatma Gandhi mit seinem gewaltfreien Widerstand gewannen die hinduistischen Traditionen in der westlichen Welt größeres Interesse.