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Hospiz

 

(Lateinisch: hospitium = Gastfreundschaft)

Ursprünglich waren Hopize im Mittelalter Herbergen in schwierigen Geländen wie Berge oder Flüsse für Pilger zum Heiligen Land. Christliche Orden boten mit diesen Herbergen Pilgern. Wanderern und Reisenden Schutz und Hilfe. Die Herbergen wurden bald auch der Zufluchtsort für Arme, Waisen, Ausgestoßene oder Sterbende. Um die Jahrhundertwende wurde der Gedanke eines „würdevollen Sterbens“ verstärkt aufgegriffen. In den 60ern entwickelte sich die moderne Hospizbewegung besonders durch das Wirken der  Ärztin Dr. Cicely Mary Strode Saunders. Das St. Joseph´s Hospiz von den barmherzigen Schwestern in London, in dem die Ärztin arbeitete, gilt heute als Mutterhaus der modernen Hospizbewegung.

 

 

Cicely Saunders, Begründerin der modernen Hospizbewegung, wurde  am 22.6.1918 in Barnet geboren. Aus gesundheitlichen Gründen schulte die Krankenschwester zur Sozialarbeiterin um. Nach dem II. Weltkrieg lernte sie auf ihrer Station in einem Londoner Krankenhaus David Tasma kennen. Der junge polnische Jude entkam dem Warschauer Ghetto und war unheilbar an Krebs erkrankt. Sie begleitete sein Sterben und erkannte seine Ängste und Nöte. Er vererbte ihr 500 Pfund, das Startkapital für das erste moderne Hospiz. Sie studierte später Medizin und arbeitete schwerpunktmäßig in der Schmerztherapie. 1967 konnte sie das St. Christopher Hospiz in London eröffnen, in dem sie auch am 14.7.2005 starb. Ihr Fachwissen, Organisationstalent und Engagement waren der Anstoss zur weltweiten Hospizbewegung und Palliativmedizin. Für ihr Wirken wurden ihr höchste Auszeichnungen und Ehren verliehen.

 

Aufgaben der Hospizarbeit:

Im Mittelpunkt der Hospizarbeit stehen Sterbende mit ihren Bedürfnissen und Rechten.

Nahestehende Menschen müssen berücksichtigt werden durch Aufmerksamkeit, Fürsorge und Wahrhaftigkeit.

Die Hospizarbeit passt sich den Sterbenden und ihren Lebensgefährten an.

Die Hospizbewegung erkennt das menschliche Leben als Ganzes von Beginn bis zum Tod.

Die Hospizarbeit pflegt lindernd, lehnt aber künstlich lebensverlängernde Therapie ab.

Die Idee der Hospizarbeit ist lebensbejahend, was eine aktive Sterbehilfe ausschließt.

Ehrenamtliche sind wesentlicher Bestandteil der Hospizarbeit.

Ehrenamtliche Helfer sollen geschult und kompetent sein und werden in regelmäßigen Treffen begleitet.

Die ehrenamtlichen Helfer leisten nicht nur bei dem Sterbenden einen wichtigen Beitrag, sondern zeigen gesellschaftliche Verantwortung.

Unverzichtbar sind multidisziplinäre Hospizteams der beteiligten Berufsgruppen.

Hospizteams sind die professionelle Unterstützung für die Ehrenamtlichen.

Wesentliche Vorrausetzungen der Hospizarbeit sind neben einer guten Ausbildung entsprechende Fort- und Weiterbildungen, Supervision und Freiräume zur persönlichen Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer.

Das Hospiz besitzt die nötige Fachlichkeit zu medizinischen, pflegerischen, psychischen, sozialen und spirituellen Symptomen, die das Sterben begleiten können und können diese Symptome adäquat beherrschen.

Das Hospiz erfüllt eigenständig Aufgaben im bestehenden Gesundheits- und Sozialsystem und kooperiert eng mit bestehenden Diensten.

Das "Sterben zu Hause" ist im Interesse vieler Sterbenden zu ermöglichen und ein Hauptziel der Hospizarbeit.

Sollte die Pflege zu Hause nicht möglich sein, greifen Angebote der teilstationären und stationären Pflege.

Eine Krankenhausbehandlung sollte vermieden werden.

Sterbebegleitung bedeutet auch Trauerbegleitung.

 


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