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ICN

 

Ein anderer Ansatz ist die Erforschung der Pflege aus berufspolitischer Sicht. 1899 gründete die englische Oberin Bedford Fenwick den ICN (International Council of Nursing). Der ICN strebte an, weltweit die nationalen Schwesternverbände in eine internationale Verbindung zusammen zu schließen. Hintergrund waren die teilweise verheerenden Arbeitsbedingungen für Krankenpflegerinnen, aber auch die gewaltigen Unterschiede in Entlohnung und gesellschaftlichem Ansehen dieses Berufes von Land zu Land. Mrs. Fenwick hatte erkannt, dass berechtigte Forderungen besser durchsetzbar waren mit einer möglichst breiten Basis.

 

 

Das zweijährige Treffen des "Rates der Ländervertretungen" und die im vierjährigen Abstand stattfindenden internationalen Kongresse erfüllten den Informationsaustausch zwischen den nationalen Verbänden und stellten auch eine Art Netzwerk dar.

Um 1900 schrieb die Krankenschwester Elisabeth Storp eine Broschüre zur beruflichen Situation der Krankenpflegerinnen. Die Ausbildung war nicht geregelt, die Arbeitszeiten betrugen in der Regel sechzehn Stunden pro Tag, die Krankenschwestern waren häufig in der völligen Abhängigkeit von den Arbeitgebern, die Bezahlung war schlecht und vor allem existierte keine Absicherung für Zeiten der Erwerbsunfähigkeit. Der "Allgemeine Deutsche Frauenverein" erkannte daraufhin 1902 einen dringenden Handlungsbedarf. Elisabeth Storp, Agnes Karll, Marie Cauer und Helene Meyer wurden beauftragt, Lösungen zu erarbeiten, wie der Pflegeberuf aus seiner misslichen Lage kommen könnte. Aus dieser Arbeitsgruppe entstand 1903 die B.O.K.D. (Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen), als deren erste Vorsitzende Agnes Karll gewählt wurde. Kurze Zeit später trat die B.O.K.D. dem ICN bei.

Während des ersten Weltkrieges war der B.O.K.D. von der Zusammenarbeit mit dem ICN abgeschnitten. 1938 wurde die B.O.K.D. im Rahmen der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Als Nachfolgeorganisation gilt heute die DBfK (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe).