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Eine Möglichkeit zur Beschäftigung sind Kurzgeschichten. Werden diese Geschichten entsprechend illustriert, werden sie auch für kognitiv eingeschränkte Klienten anschaulich. 

Als Beispiel dient die sehr schöne Geschichte "Der Junge und der Hund" nach der Geschichte "Weatherin the Storm" von Dan Clark. Um diese Geschichte öfter benutzen zu können, wurden immer zwei Seiten zusammen laminiert. Beim Vorlesen können die Zuhörer so das Bild dazu sehen.

Entsprechende Zusatzbilder geben Gesprächsstoff und fördern biografische Gespräche. Die Zusatzbilder befinden sich auf den Textseiten. So kann man entscheiden, wann man diese Bilder nutzt, um biografische Gespräche aufzubauen. Es ist immer ratsam, die Kurzgeschichte zuerst insgesamt vorzulesen und anschließend im Gespräch über diese Geschichte die Zusatzbilder einzubringen.

 

Vorderseite:

Rückseite: 

Die Hündin eines Ladenbesitzers in einer Kleinstadt hatte Junge bekommen. Der Mann liebte seine Hündin, aber die fünf Welpen waren einfach zu viel. Es waren keine Rassehunde, mit denen man Geld machen konnte, sodass der Besitzer die zusätzlichen Fresser schnell loswerden wollte. Er brachte an seinem Laden ein Schild an: Demnächst Hundewelpen zu verkaufen!

Zusatzbild: Das Verkaufsschild ist in der Sütterlinschrift, die noch viele alte Menschen gelernt haben. Wenn die Alten merken, dass das "junge Gemüse" diese Schrift nicht mehr lesen kann, steigt sofort das Selbstbewusstsein.

 

Vorderseite:

Rückseite: 

Ein kleiner blasser Junge kam zufällig vorbei und sah das Schild. Da der Ladenbesitzer gerade an der Tür stand, fragte ihn der Junge: „Was kosten die Welpen denn?" „20 Mark", antwortete der Mann. Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und holte einige Münzen heraus. „Ich habe zwei Mark und 37 Pfennig", sagte er, „darf ich sie mir bitte mal anschauen?"

Zusatzbild: Erfahrungsgemäß ergeben sich über die früheren D-Mark-Münzen mehr wie genug Gespräche.

Vorderseite:

 

Rückseite: 

Der Ladenbesitzer nickte und ging mit dem Jungen in eine Ecke des Ladens zu einer Kiste, in der die fünf Welpen mit der Hündin lagen. Vier Welpen spielten und rauften tapsig miteinander, der fünfte Welpe lag abseits in der Ecke. "Was hat denn der Kleine da hinten?", fragte der Junge. "Der hat einen Geburtsfehler und wird nie richtig laufen können", antwortete der Mann.

"Den möchte ich haben!", sagte der Junge. Verdutzt sah der Ladenbesitzer den Jungen an und erwiderte: "Den würde ich nicht nehmen. Der wird nie ganz gesund. Wenn du den trotzdem wirklich willst, kannst du ihn geschenkt haben."

Wütend blitzten die Augen des kleinen Jungen. Seine Stimme zitterte vor Zorn, als er kaum hörbar zum Ladenbesitzer sagte: "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben! Dieser kleine Hund ist genauso viel wert wie die anderen auch! Ich gebe Ihnen jetzt meine zwei Mark und 37 Pfennig.  Und ich werde den Rest des Geldes abbezahlen."

Verblüfft schüttelte der Ladenbesitzer den Kopf und redete auf den Jungen ein: "Ich würde ihn wirklich nicht kaufen. Der Hund taugt nichts. Was willst du mit ihm?"

Zusatzbild: Großpudel oder Foxterrier waren Hunderassen, die früher groß in Mode waren und die man jetzt kaum noch sieht. Das gleiche gilt auch für Zwergspitze, die in den 50igern überall präsent waren und die aufgrund ihrer Kläfferei immer seltener zu sehen sind.

Vorderseite:

Rückseite: 

Der Junge drehte sich wortlos um und verließ den Laden. Aber er kam jeden Tag wieder, brachte einige Groschen zu dem Ladenbesitzer, setzte sich eine Weile an die Kiste und liebkoste die arme Hundewelpe. Ab und zu sah der Ladenbesitzer den Kleinen auf der Straße. Er schleppte den alten Leuten die Einkäufe nach Hause, wusch Autos, verteilte für das Kino Werbezettel oder verkaufte Zeitungen.

Zusatzbild: Irgendjemand in der Runde erzählt immer, dass sein erstes Auto ein Käfer war oder dass er mal einen Bulli hatte.

Vorderseite:

Rückseite: 

Als die Welpen endlich von der Mutter getrennt werden konnten, hatte der kleine Junge es wirklich geschafft, den letzten Pfennig zu den 20 Mark zusammen zu haben.

Wieder redete der Ladenbesitzer auf ihn ein, er solle sich doch einen der gesunden Welpen aussuchen, denn er wusste ja, dass der Junge hart für das Geld gearbeitet hatte. „Überleg es dir doch noch mal! Der Hund wird nie in der Lage sein, mit dir zu spielen und herumzutoben wie die anderen. Er wird dir keine Freude machen!"

Da zog der Junge sein linkes Hosenbein hoch und sichtbar wurde eine Metallschiene, die sein verkrüppeltes Bein stützte. Liebevoll blickte er zu dem Welpen hinüber und sagte: „Ach, das macht mir nichts aus! Ich kann auch nicht rennen oder springen. Und dieser kleine Hund wird jemanden brauchen, der ihn versteht und trotz allem gern hat." 

Der Ladenbesitzer biss sich beschämt auf seine Unterlippe. Tränen stiegen ihm vor Rührung in die Augen. Er lächelte verlegen, atmete tief durch und sprach: „Mein Junge, ich hoffe und wünsche mir, dass jedes dieser Hundebabies einen Besitzer bekommen wird wie dich!"

Zusatzbild: Ein 20 Markschein war für ein Kind oder einen Jugendlichen in den 50iger oder 60iger Jahren eine unerhörte Summe. Schnell kommt das Gespräch dahin, was man sich für so einen Schein leisten konnte, wieviel Taschengeld man bekam usw.


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