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Kathrin Lemler ist Studentin der Erziehungswissenschaften an der Universität zu Köln. Sie ist 25 Jahre alt, spricht mit den Augen und fährt mit dem Kopf. Der Grund dafür ist eine Infantile Cerebralparese. Die frühkindliche Schädigung des zentralen Nervensystems wurde wahrscheinlich durch einen Sauerstoffmangel bei ihrer Geburt ausgelöst. Über die Muskeln, die Kathrin zum Laufen und Sprechen benötigt, hat sie keine Kontrolle mehr. Sie kommuniziert mit einem Sprachcomputer, der an ihrem Rollstuhl angebracht ist. Sie unterstützt die Kampagne der Caritas "Kein Mensch ist perfekt" um Vorurteile und Unsicherheiten im Umgang mit Menschen mit Behinderung gar nicht erst entstehen zu lassen. (© dr)

 

Infantile Zerebralparese (Cerebralparese)

Kurzbezeichnung: CP oder ICP

lateinisch infantilis: kindlich
lateinisch cerebrum: Gehirn, cerebral: auf das Gehirn bezogen oder das Gehirn betreffend
griechisch parese: Lähmung

Deutsch: zerebrale Kinderlähmung

Ursache:
Eine vor, während oder kurz nach der Geburt erlittene Hirnschädigung (frühkindlicher Hirnschaden)

  • Während der Schwangerschaft:
    • Intrauterine Infektionen (z.B. Röteln)
    • Plazentainsuffizienz (Mutterkuchen): Die Plazenta versorgt das ungeborene Kind mit Sauerstoff, Nährstoffen und Substanzen wie Hormone oder Antikörper
  • Während der Geburt:
    • Ungenügende Sauerstoffzufuhr
    • Hirnblutung
  • Neugeborenenzeit:
    • ZNS-Infektionen (Meningitis, Enzephalitis)
    • Hirnblutung
    • Kernikterus (Übergroße Mengen an Bilirubin überwinden die Blut-Hirn-Schranke und dringen in die Kerngebiete des Gehirns ein)

Krankheitsbild:
Die Infantile Cerebralparese ist eine Körperbehinderung und führt zu spastischen Lähmungen und Koordinationsstörungen. Es kommt zu Störungen des Nervensystems und Muskulatur im Bereich der willkürlichen Motorik:

  • Spastik (erhöhte Eigenspannung der Skelettmuskulatur)
  • Ataxie (Störungen der Bewegungskoordination)
  • Athetose  (Bewegungsstörung, langsame unkontrollierte schraubenförmige Bewegungen der Extremitäten)

Die CP kann aber auch mit einer Intelligenzminderung, Epilepsie,  Seh- und Sprachentwicklungsstörungen gekoppelt sein > Mehrfachbehinderung.

Betroffene Säuglinge fallen zuerst durch den veränderten Muskeltonus und abnorme Reflexe auf. Zwischen dem sechsten bis achtzehnten Lebensmonat treten die typischen Lähmungen mit spastischer Muskeltonuserhöhung und gesteigerten Muskeleigenreflexen auf. Dazu kommen oft Bewegungsstörungen, eine Beeinträchtigung der Körperhaltung und eine gestörte Bewegungskontrolle.

Häufig treten Mischformen auf.

Behandlung und Pflege
Eine Heilung ist nicht möglich. Durch gezielte Förderung sind langsame Entwicklungsfortschritte möglich.

  • Regelmäßige Ergo- und Physiotherapie
  • Bobath-Konzept
  • Vojta-Therapie (physiotherapeutische Behandlungsmethode)
  • Medikamentöse Therapie (Senkung des erhöhten Muskeltonus)
  • Orthopädische Maßnahmen

Vojta-Therapie oder Vojta-Methode

Diese Therapie geht auf den  tschechischen Kinderneurologen Václav Vojta, geboren am 12.6.1917 in Mokrosuky (Böhmen/Tschechien), gestorben am 12.9.2000 in München, zurück. Die Vojta-Therapie ist eine Form des Bewegungstrainings, bei der durch Auslösen von verschiedenen Reflexen bestimmte (natürliche) Bewegungen hervorgerufen und eingeübt werden. Professor Vojta entwickelte eine Frühdiagnostik, um rechtzeitig motorische Fehlentwicklungen zu erkennen und dadurch Kinder möglichst innerhalb der ersten 6 Lebensmonate der Therapie zuführen zu können, um eine Manifestation „falscher Bewegungsabläufe“ entgegenzuwirken. 

 

 

 

 

 

 

 

 


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