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Inkontinenzmaterial

 

Der Umgang mit Inkontinenzmaterial erfordert Fingerspitzengefühl. Vielen Betroffenen ist es ausgesprochen peinlich, auf Inkontinenzmaterial angewiesen zu sein. Sind sie nicht in der Lage, das Inkontinenzmaterial alleine zu wechseln, bedeutet das Wechseln durch die Pflegekraft einen unvermeidbaren schweren Eingriff in die Intimsphäre und ist für viele Betroffene extrem schambesetzt. Daher sollte alles versucht werden, die Betroffenen nicht zusätzlich zu belasten.

 

Kinder werden gewickelt.

Kinder bekommen Windeln oder Pampers.

Erwachsene mit Inkontinenz werden NICHT gewickelt.

Erwachsene mit Inkontinenz erhalten Inkontinenzmaterial (Slip, Einlage).

 

Geschlossene Systeme

Geschlossene Systeme sind in Pflegeeinrichtungen am häufigsten. Vorteil: Großes Fassungsvermögen (Nachts!), Preis. Nachteil: Inkontinenzmaterial trägt stark auf und viele Betroffene können es nicht alleine anbringen, starke Erwärmung und schwitzen, Bewegungseinschränkung, hohes Müllaufkommen.

 

Einlage

Einlagen gibt es in sehr unterschiedlichen Größen und können so dem Bedarf angepasst werden. In Verbindung mit einem geschlossenen System dürfen sie nicht benutzt werden. Vorteil: Preis, unauffälliger beim Tragen und leichter handhabbar als geschlossene Systeme, leichter zu wechseln, relativ wenig Müll. Nachteil: Verrutschen leicht. In Verbindung mit der Netzhose sitzen sie besser, Netzhosen können gewaschen und wiederbenutzt werden, aber die Netzhose komprimiert die Haut und schneidet oft ein. Viele Betroffene kommen nicht mit der Netzhose aufgrund des elastischen Materials klar.

 

Trainer

Besonders geeignet für unruhige und demente Betreute. Handhabung wie Unterhose, Betroffene kommen gut alleine damit zurecht, trägt weniger auf als das geschlossene System und verursacht weniger Müll als dieses, keine Bewegungseinschränkung. Beim Wechsel muss allerdings der Unterkörper komplett ausgezogen werden. Ein weiteres Problem ist das Schwitzen, wenn auch weniger als beim geschlossenen System. Größter Nachteil ist der Preis.

 

 

 

Besonders wichtig ist die Hautpflege bei Inkontinenz:

  • Mazeration (die Haut quellt auf)
  • Veränderung des pH-Wertes
  • Infektionsgefahr (feucht-warme Milieu)
  • Intertrigogefahr
  • erhöhtes Decubitusrisiko 

Der Intimbereich muss sofort nach der Ausscheidung gereinigt und Inkontinenzmaterial, eventuell auch Wäsche, gewechselt werden. Die Hautpflege muss besonders gründlich unter Berücksichtigung der Prophylaxen durchgeführt werden.