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Intertrigoprophylaxe

 

Die Intertrigo wird auch umgangssprachlich als Ekzem, Wundsein, Hautwolf oder Wolf bezeichnet. Es ist eine Entzündung der Haut, die zumeist in aufeinanderliegenden Hautfalten durch “wundreiben” auftritt. Gefördert wird diese Entzündung durch eine Aufweichung der Haut beispielsweise bei Harninkontinenz, starkem Schwitzen und oder eben durch Reibung. 

Intertrigo verursacht meist ein Brennen oder einen quälenden Juckreiz und kann ausgesprochen schmerzhaft sein. Es kann zur Sekretion von wässriger Wundflüssigkeit kommen. Gefährdete Stellen sind besonders die, wo Haut auf Haut liegt wie Brust- und Analfalte, Leisten, Achseln, Finger- und Zehenzwischenräume, Schenkel. Besonders gefährdet sind adipöse Personen.

 

Bei übergewichtigen Menschen wird oft zur Vermeidung eines Wundwerdens dünne Baumwollstreifen in die Hautfalten der Leisten und unter dem Bauch eingelegt oder ein saugfähiger Puder dünn aufgetragen. Umstritten, denn der Puder kann klumpen. Wenn Puder, dann dünn und gleichmäßig auftragen. Baumwollstreifen können durch schwitzen hart werden und Falten bilden. Fettsalben dürfen auf keinen Fall auf die gefährdeten Körperstellen aufgetragen werden, da diese die Haut luftdicht abschließen und daher das Auftreten von Intertrigo fördern. 

 

Wenn Puder: In die eigenen Hände pudern, Puder verstreichen, zweimal in die Hände klatschen, um überschüssigen Puder los zu werden, Hände nochmal aneinanderreiben, dann einreiben. Keine Handschuhe benutzen - hier ist Handwerk gefragt. Die Hände müssen absolut trocken sein. Nur so bekommt man einen hauchdünnen Schutzfilm. Für den Ekelfaktor gibt es Desinfektionsmittel, für den Wohlfühlfaktor einen optimal gepflegten Klienten. Auf den unteren Bildern ist die Puderschicht zu dick und gefährlich. 

 

     

 

Pflegemaßnahmen:

  • Haut, besonders die gefährdeten Partien, genauestens beobachten
  • Haut möglichst trocken halten
  • Niemals trockenreiben, abtupfen
  • ​Stoffauswahl beachten (Baumwolle, Leinen)
  • An den Bünden gerade bei Unterwäsche Spitzen vermeiden (meistens Chemiefasern)
  • Lockere, leichte Kleidung
  • BH tragen, möglichst aus Baumwolle oder Leinen
  • Waschzusätze: Kamille, Zitrone, Pfefferminze
  • Bei immobilen Pflegebedürftigen gefährdete Hautpartien möglichst frei lagern (notfalls Inkontinenzmaterial weglassen, nur Unterlage und eben öfter nachsehen)
  • Bei Rollstuhlfahrern Handtuch aus Frottee auf die Sitzfläche, Sitz öfter kontrollieren und Handtuch wechseln

Intertrigo ist für Betroffene kein Spaß. Es verursacht Schmerzen, mindert die Lebensqualität, schränkt akut die Mobilität ein mit daraus resultierenden Konsequenzen. Eine bestehende Intertrigo ist gerade bei immobilen Pflegebedürftigen schwer und langfristig zu behandeln. Dagegen wiegt der Aufwand der Prophylaxe wenig.

 

Eine vorhandene Intertrigo ist ein Pflegefehler und erfüllt den Straftatbstand einer Körperverletzung!

Strafgesetzbuch § 223 Körperverletzung

 

(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

 

(2) Der Versuch ist strafbar.   

 

 

 

 

 

 

 

 


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