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Kaffee


Eigentlich ist nicht ganz ersichtlich, warum der Kaffee kein Tee ist. Tee wird aus Pflanzen zubereitet und Kaffee auch. Auch für Tees können Früchte benutzt werden wie beispielsweise bei der Hagebutte. Kaffee und Schwarztee haben Koffein und wirken ähnlich. Dennoch hat Kaffee eine Sonderstellung.

Die zehn Kaffeemärchen zur Schädlichkeit des Kaffeekonsums

1. Kaffee entzieht dem Körper Wasser, trocknet aus (Exsikkose):
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Das Getränk Kaffee ist ein wichtiger Teil der täglichen Gesamt-Wasserzufuhr. In der Flüssigkeitsbilanz kann Kaffee in aller Regel so wie jedes andere Getränk behandelt werden.“ „Wird Kaffee regelmäßig in konstanter Menge konsumiert, so besteht keine erhöhte Wasser- sowie Natriumausscheidung infolge der erhöhten Aktivität verschiedener Kompensationsmechanismen.“

2. Kaffee entwässert (Dehydration):
Studien belegen, dass Kaffee nur bei Personen eine verstärkte harntreibende (nicht entwässernde) Wirkung hat, die nicht regelmäßig Kaffee trinken. Die verstärkte Ausscheidung ist aber geringer zu der Trinkmenge, die dem Körper zugeführt wird. Damit ist Kaffee für eine Entwässerungskur ungeeignet und auch nicht verantwortlich für einen plötzlichen extremen Flüssigkeitsverlust.

3. Kaffee darf nicht in der Schwangerschaft getrunken werden:
Kaffee darf getrunken werden, der Kaffeekonsum sollte aber auf maximal drei Tassen täglich reduziert werden. (Dabei sollte der Genuss von anderen koffeinhaltigen Getränken und Nahrungsmitteln berücksichtigt werden.)

4. Kaffeekonsum der Schwangeren führt zu einem geringeren Geburtsgewicht und zu Fehl- und Totgeburten:
Ein Zusammenhang konnte nach aktuellen Studien nicht sicher festgestellt werden, bzw bei moderaten Kaffeegenuss besteht kein Zusammenhang.

5. Kaffee erhöht das Risiko für Osteoporose und Frakturen:
Es gibt keine Kaffeeosteoporose. Kaffee verändert nicht die Knochendichte.

6. Kaffee erhöht den Cholesterinspiegel:
Keine Studie konnte einen Einfluss von Kaffee auf den Cholesterinspiegel feststellen.

7. Kaffee erhöht den Blutdruck und verstärkt das Herzinfarktrisiko:
Regelmäßiges Kaffeetrinken erhöht den Blutdruck langfristig nicht. Es häufen sich Hinweise, dass Kaffee das Herzinfarktrisiko reduziert.

8. Kaffee erhöht das Krebsrisiko:
Kaffee erhöht das Krebsrisiko nicht, für Leberkrebs gibt es sogar Hinweise, dass der Kaffee eine schützende Wirkung haben könnte.

9. Kaffee verursacht Gicht:
Coffein wird im Körper nicht zu Harnsäure, sondern zu Di- und Monomethylxanthin und entsprechenden Harnsäure-Derivaten abgebaut. Coffein kann laut einer Studie der Harvard Universität den Harnsäurewert leicht senken. Damit fällt Kaffee als Ursache für Gicht aus.

10. Kaffee macht süchtig:
Kaffeetrinker reagieren unwirsch, wenn sie ihren Morgenkaffee nicht bekommen, aber von einer Sucht kann nicht gesprochen werden, da starke körperliche oder psychische Folgen wie durch Alkohol oder Drogen fehlen, die Dosis nicht ständig erhöht werden muss und der Entzug unproblematisch ist.

 

Was Kaffeegegner unterschlagen:

Kaffee hilft nachweisbar gegen Blähungen, Durchfall, Magen- und Darmstörungen, hat eine entgiftende Wirkung und wirkt anregend. Unruhe oder Einschlafstörungen müssen keine Folge vom Kaffeekonsum sein. Es gibt Menschen, die nach Kaffee nicht einschlafen können und völlig überdreht sind, und Menschen, die noch abends ihren Kaffee trinken und anschließend gut einschlafen und einen ruhigen festen Schlaf haben. Dieses Phänomen findet man aber auch bei Konsumenten von Tee. Nicht jeder Mensch reagiert gleich. Viele Menschen schätzen den Kaffee, weil er ihnen gegen Müdigkeit und Konzentrationsschwächen hilft. Inzwischen wurde außerdem festgestellt, dass Kaffee das Risiko für Diabetes II erheblich reduziert. Kaffee schützt gegen Leberkrebs und man vermutet sogar, dass regelmäßige Kaffeetrinker seltener an Parkinson erkranken.


Zu dem alten Kinderlied, dass die Vorurteile gegen Kaffee verstärkte:

C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee!
Nicht für Kinder ist der Türkentrank,
schwächt die Nerven, macht dich blass und krank.
Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann!

Muselmann war eine veraltete Bezeichnung für Muslime, die abwertend gemeint war und heute als Diskriminierung und Beleidigung gilt. Inhaltlich ist der Liedtext nicht nur diskriminierend, sondern rassistisch. Übersetzt: Der „Türkentrank“ macht krank, die “Muselmänner” können nicht von lassen, sind also demnach kranke nervöse Schwachköpfe.

Könnte es sein, dass der Lehrer Carl Gottlieb Hering (1766-1853), der das Lied schrieb, nur die Kinder vor den Gesundheitsgefahren des Kaffeekonsums warnen wollte und das Lied nicht rassistisch gemeint hatte? Er meinte es rassistisch. Denn Kaffee begann seinen Siegeszug in Deutschland um 1700. In der Zeit, als Hering das Lied schreiben konnte, war Kaffee ein exquisites und sehr teures Getränk, dass sich das „gemeine Volk“ nicht leisten konnte. Somit ist klar, dass zu dieser Zeit kein Kind vor dem Genuss gewarnt werden musste. Lehrer Hering benutzte mit diesem Lied Kinder, um seine billige rassistische Polemik zu verbreiten und trug nebenbei zu den Vorurteilen gegen Kaffee bei.

Luxusartikel Kaffee

1810 kostete ein Pfund Kaffeebohnen etwa 1 Reichstaler und 8 Stüber. Dafür konnte man circa 3,5 kg sehr gutes Schwarzbrot oder etwa 22 Weißbrote kaufen. Weißbrot war ein Brot, dass sich Familien der Mittelschicht, also keine armen Leute, in dieser Zeit mal am Sonntag gönnten. Für ein Pfund Kaffee fast ein halbes Jahr lang sonntags auf das geliebte Weißbrot verzichten? Für eine vierköpfige Arbeiterfamilie hätte das Schwarzbrot wenigstens sechs Wochen gereicht, denn Weißbrot war ein Luxus, den sie sich nicht leisten konnte. Ein sehr gutes Schwarzbrot allerdings auch nicht. Ihr Brot bestand in der Regel aus sehr minderwertigen Mehlen und wurde oft mit Sägespänen oder getreideähnlichen Mehlen gestreckt.  

1863 kostete ein Pfund Kaffeebohnen 10 Silbergroschen und 6 Pfennig. Dafür hätte man auch 1 kg hochwertiges Rindfleisch plus 1 kg hochwertiges Kalbfleisch kaufen können. Im Jahr wurden etwa im Durchschnitt 7,8 kg Rindfleisch und 1,7 kg Kalbfleisch pro Kopf in den größeren Städten Preußens gegessen. Im Durchschnitt heißt, dass in dieser Zahl auch die Mittel- und Oberschicht vertreten war. Eine vierköpfige Arbeiterfamilie hätte mit der Menge Fleisch freudestrahlend locker einen Monatsbedarf decken können. Nur das Rind- und Kalbfleisch sehr teuer waren. Arbeiter kauften ihr Fleisch in der Regel in der Freibank (Einrichtung zum Verkauf minderwertigen, aber nicht gesundheitsschädlichen Fleisches) und eher Geflügel, Schweinefleisch, Speck, Innereien oder Knochen. Für eine Familie der Unterschicht stand im Mittelpunkt, satt zu werden. Kaffee kann das Hungergefühl dämpfen, macht aber nicht satt.

Kaffee war etwas für die Reichen. Arme Leute tranken den kaffeeähnlichen Muckefuck (Malzkaffee, Landkaffee), der meist aus verschiedenen Getreidesorten hergestellt wurde und kein Koffein enthielt oder andere sogenannte Kaffeeersatze. Wenn „der kleine Mann“ wirklich mal an ein Pfund Kaffeebohnen kam, wurde es wie ein Schatz gehütet und nur zu ganz besonderen Anlässen getrunken.

 

Der Ursprung des Kaffees

Nach einer Legende fiel Hirten im heutigen Äthiopien auf, dass ihre Ziegen, wenn sie von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten fraßen, bis in die Nacht munter waren. Als ein Hirte eine Frucht des Strauchs kostete, spuckte er sie ins Feuer, weil sie nicht schmeckte. Doch vom Lagerfeuer stieg ein angenehmer Duft auf und so sei man auf die Idee gekommen, Kaffeebohnen zu rösten. Der Wahrheitsgehalt dieser Legende ist nicht überprüfbar, aber man nimmt heute an, dass das Ursprungsgebiet des Kaffees die Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens ist, wo er bereits im 9. Jahrhundert erwähnt wurde. Vermutlich brachten Sklavenhändler den Kaffee im 14. Jahrhundert nach Arabien. Im 15. Jahrhundert war Arabien am bedeutensten im Kaffeeanbau. Handelszentrum war die Hafenstadt Mocha oder Mokka. Ab dem 16. Jahrhundert begann der Kaffee die Welt zu erobern. Obwohl Arabien versuchte zu verhindern, dass keimfähige Früchte oder Pflanzen ins Ausland kommen, gelang es immer wieder und bald wurde Kaffee durch die Kolonialmächte in alle Teile der Erde gebracht, die für den Anbau geeignet erschienen.  Heute sind die Hauptanbaugebiete für Kaffee Brasilien, Kolumbien, Indonesien, die Elfenbeinküste, Mexiko, Äthiopien, Vietnam und Guatemala.


Kaffeesorten

Die wichtigsten Kaffeesorten sind Kaffee Arabica und Kaffee Robusta.
Die Arabica Bohnen sind wesentlicher empfindlicher als die Robusta und schwieriger im Anbau, sind aber im Aroma und Geschmack von ausgezeichneter Qualität mit einem geringen Koffeingehalt von 0,9 bis 1,4 %. Die Robusta hat einen Koffeingehalt von 1,8 bis 4,0% und ist eher mittlerer Qualität. Dafür ist sie widerstandsfähiger, nicht so anfällig gegen Parasiten, leichter anzubauen mit kürzerer Reifezeit.

 

Vom Luxus- zum Volksgetränk

Mit steigendem Lebensstandard in Europa und Nordamerika stieg die Nachfrage nach Kaffee. Die Konkurrenz durch die zahlreicheren Anbaugebiete, verbesserte Infrastrukturen und Verkehrsmittel, effektivere Schädlings- und Düngemethoden, aber auch bessere Handelsbeziehungen senkten massiv die Preise. Mit hauptverantwortlich für sinkende Kaffeepreise  war aber die Sklaverei. Sklaven arbeiteten unter den unmenschlichsten Bedingungen auf den lateinamerikanischen und karibischen Kaffeeplantagen. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kaffeepflanzer in Niederländisch-Ostindien waren laut dem niederländischen Autor Eduard Douwes Dekker auch nicht besser. Heute gibt es keine Sklaverei mehr, aber immer noch arbeiten Leute zu Hungerlöhnen und unter widrigsten Umständen in armen Ländern für den Kaffee der reichen Länder. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen französischsprachige Staaten in Afrika zu den wichtigen Kaffeeproduzenten dazu, 1980 bis 2000 die asiatischen Produzenten wie Vietnam und Indonesien. Vietnam ist heute nach Brasilien größter Kaffeeexporteur.

In Deutschland blieb der Kaffeepreis dennoch lange auf einem hohen Niveau. Das lag an der Kaffeesteuer. Der Staat verdiente an jeder Tasse Kaffee kräftig mit. Erst 1953 wurde die Kaffeesteuer in der Bundesrepublik Deutschland von 10 auf 3 Mark je Kilogramm Kaffee gesenkt. Vor der Senkung kostete ein Brot im Schnitt 0,62 DM, ein Pfund Kaffee 10,30 DM. Ein Arbeiter musste also für ein Pfund Kaffee etwa zehn Stunden arbeiten. Folge war ein reger Schmuggel von den Niederlanden und Belgien nach Deutschland. Die Verfolgung der Schmuggler kostete viel Geld, trotz aller Verfolgung kam tonnenweise geschmuggelter Kaffee ins Land und vermutlich spielten auch wahltaktische Gründe eine Rolle zur Senkung der Steuer. Nach der Steuersenkung lohnte sich der Schmuggel nicht mehr und auch „die kleinen Leute“ konnten sich nun endlich Kaffee leisten. Der Kaffee wurde zum Volksgetränk, wodurch die Steuereinnahmen übrigens nicht litten. Durch den verstärkten Konsum stiegen sie deutlich an.

 

co Knase, Kaffeeplantage in Brasilien, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fazenda_Da_Lagoa.jpg



Probleme des Kaffeeanbaus

Vernichtung von Regenwald:
Rücksichtslos wurde in der Vergangenheit Regenwald vernichtet für die Kaffeeplantagen. Momentan sinkt der Kaffeeverbrauch und moderne Anbaumethoden haben das Problem zur Zeit gebremst, aber der bisher dafür vernichtete Regenwald ist weg. Gelernt wurde daraus nichts, denn nun wird Regenwald für andere Produkte wie Palmöl zerstört. In den Monokulturen können viele Tierarten nicht überleben.

Erosion
Monokulturen sind verantwortlich für Erosion. Darauf reagierte man in Brasilien mit veränderten Anbaumethoden, was die Erosion etwas schwächte, aber nicht beseitigte.

Dünger und Pestizide
Die verstärkt eingeführten technisierten Anbauformen erfordern Düngemittel und Pestizide. So wurde beispielsweise in Brasilien 1997 5 % aller verwendeten Pestizide für Kaffee eingesetzt. Allerdings werden dort z. B. für Bananen noch mehr Pestizide verwendet. Da die Kaffeesträucher den Boden schnell auslaugen, muss gedüngt werden. Die Abfälle der Kaffeekirschen sind ein natürlicher Dünger, zusätzlich kommen aber auch Kunstdünger zum Einsatz. Allerdings ist der Verbrauch für Düngemittel in Brasilien für Soja, Mais und Rohrzucker erheblich höher.

Wasser
Zur Herstellung einer Tasse Tee (250 ml) werden circa 35 Liter Wasser verbraucht, für die gleiche Menge Kaffee achtmal soviel. Der Wasserverbrauch beim Anbau des Kaffees ist nicht das Problem, sondern der Wasserverbrauch bei der Verarbeitung des Rohkaffees. Das Wasser, dass bei der Verarbeitung genutzt wurde, wird in der Regel ungereinigt in die Flüsse geleitet und hat einen sehr niedrigen  Sauerstoffgehalt. Die Kaffeeverarbeitung hat einen erheblichen Anteil der Wasserverschmutzung in den Anbauländern. Das Problem könnte geschwächt werden, wenn mehr Fruchtfleisch als Dünger benutzt und das Wasser gereinigt und wiederaufbereitet werden würde.

Lebens- und Arbeitsbedingungen
Die Kaffeekonzerne diktieren den kleinen Kaffeebauern die Preise. Viele dieser Kaffeebauern sind hoch verschuldet, weil sie gezwungen sind, den Kaffee unter Herstellungspreis zu verkaufen. Geld für Investitionen, zum Beispiel für Schutzanzüge beim Einsatz von Pestiziden, fehlt. Alternativen haben sie nicht, außer sie verlassen ihr Land. Die Kaffeebauern sind gezwungen, ihren finanziellen Druck an ihre Arbeiter weiterzugeben.

Es gibt aber auch Großgrundbesitzer, die durch den Kaffeeanbau reich werden. Ihre Preise ruinieren die Preise für Kaffee auf dem Weltmarkt, die die kleinen Kaffeebauer in die Kniee zwingt. Die Großgrundbesitzer benehmen sich auf ihren Plantagen in der Regel wie Feudalherren und Sklavenhalter. Ihr Reichtum ist aufgebaut auf dem Elend der Arbeiter. Diese wohnen auf den Kaffeeplantagen in Baracken, oft ohne sanitäre Einrichtungen. Die Ernährung ist schlecht, der Lohn noch schlechter. Wer die miesen Lebensbedingungen und schlechten Löhne kritisiert verliert in der Regel sofort seinen Job. Alternativen haben sie nicht.

Den Plantagenarbeitern geht es im Verhältnis zu den Kaffeepflückern noch gut. Der Kaffee wird in der Regel immer noch per Hand gepflückt. Die Pflücker haben oft nur während der Ernte einen Job. In der Erntezeit hausen sie beispielsweise in Guatemala zusammengepfercht in großen Baracken, den sogenannten „galeras“. Diese bestehen meist aus einem Raum, der Schlaf-, Wohraum und Küche ist und den sie sich monatelang mit fünfzig und mehr Menschen teilen. Zumeist wird auf dem Boden geschlafen, elektrisches Licht oder sanitäre Anlagen sind in der Regel nicht einmal angedacht. Ernährung und Lohn entsprechen dem Niveau der Unterkunft. Wer krank wird verliert den Job ohne seinen Monatslohn. Um das Arbeitspensum zu schaffen, müssen Alle ran, auch die Kinder. Kinderarbeit ist üblich. Die Kinder pflücken nicht nur im Akkord die reifen Kaffeefrüchte, Kirschen genannt. Sie transportieren auch über weite Strecken, wie die Erwachsenen, die Ernte zu den Wiegestationen. Ein Sack mit Kaffeekirschen kann 50 bis 60 Kilo wiegen, für einen Acht- oder Neunjährigen das Doppelte des eigenen Gewichtes. In Guatemala arbeiten nach Schätzungen der katholischen Kirche circa 900000 Kinder, die meisten auf Kaffeeplantagen. Eine Alternative haben die Kaffeepflücker nicht. Wer nicht verhungern will, pflückt Kaffee.

Die Sklaverei wurde abgeschafft. In der modernen Sklaverei werden ganze Länder der dritten Welt von den Industrienationen versklavt. Es ist nicht so, dass diese Bedingungen den Menschen in den Industrienationen egal sind. Daraus entstand die Fair Trade-Bewegung. Fair-Trade umgeht die preisbestimmenden Kaffeekonzerne, zahlt den Kaffeebauern einen angemessenen Preis, schließt Langzeitverträge für Lieferungen ab, wodurch die Bauern Sicherheit kriegen, erteilt Kredite für notwendige Investitionen. Die Kaffeeplantagen werden aber auch überprüft auf faire Arbeitsbedingungen und Verstöße gegen Kinderarbeit. Allerdings kostet der Kaffee für den Konsumenten mehr, was aber immer mehr Leute nicht vom Kauf abschreckt. Sie machen Politik mit ihrem Einkaufswagen und bringen Politiker und Kaffeekonzerne zum Nachdenken.

Dennoch muss insgesamt festgestellt werden, dass der größte Teil des Kaffeeanbaus nicht einer Nachhaltigkeit entspricht, weder ökologisch noch wirtschaftlich.


 


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