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Katheter

 

 

 
Hilfskräfte dürfen nicht katheterisieren. Das ist Behandlungspflege und eine ärztliche Tätigkeit, da es einen Eingriff in den Körper eines Menschen bedeutet.
Wer als Fachpflegehelfer katheterisiert macht sich strafbar.
 
Derartige Arbeitsaufträge müssen abgelehnt werden.
 

 

Bei vielen Patienten ist es notwendig, den Harn vorübergehend oder dauerhaft über eine künstliche Harnableitung nach außen zu leiten. 

 
Es werden zwei Arten der Katheterisierung unterschieden:
 
> transurethral (durch die Harnröhre in die Blase),
> suprapubisch (durch die Bauchdecke in die Blase)
 
Transurethrale Harnableitung
 
Bei der transurethralen Harnableitung wird ein Blasenkatheter durch die Harnröhre („trans-urethral") in die Blase vorgeschoben.
 
> hohes Infektionsrisiko für Nieren und Harnwege
> Hauptrisikofaktor ist Verschleppen pathogener Keime von der Harnröhrenmündung in die Blase
 
> Gründlichste Infektionsprophylaxe
> Aseptisches Vorgehen
 
Einmalkatheter
 
> Therapeutische Maßnahme bei Blasenentleerungsstörungen und Harnabflussbehinderungen unterhalb der Harnblase (Z.B. vergrößerte Prostata, Schwellungen nach Operationen am Unterleib)
> Gewinnung von Untersuchungsmaterial
 
Dauerkatheter
 
> vor großen, lang andauernden Operationen

> dafür spezielle Auffangsysteme wie Kondomurinale oder Inkontinenzmaterial

 
 
 
Harninkontinenz ist keine Indikation für das Legen eines transurethralen Dauerkatheters
 

 

Intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK)
 
> Zumeist sehr junge Patienten mit traumatisch bedingten Querschnittssyndromen (können Harnausscheidung nicht mehr kontrollieren. weil das Rückenmark komplett oder teilweise ausgefallen ist, doch funktioniert ihr Sphinkter (Schließmuskel) ausreichend, so dass Urin in der Blase gesammelt werden kann.
 
Das Legen eines Katheters ist ein massiver Eingriff in die Intimsphäre eines Menschen. 
 
> Äußerst einfühlsames Verhalten
> Taktvolles Vorgehen
 
Das Tragen eines Verweilkatheters beeinträchtigt nachhaltig das physische und psychische Wohlbefinden des alten Menschen. Bei ihm führt eine solche Maßnahme zu einem starken Verlusterleben. Es ist ja nicht immer vorauszusehen, ob es zu einer Wiederherstellung der normalen Harnausscheidung kommt oder ob der Verweilkatheter zu einer Dauerbelastung wird.
 
 
 
Jedes Legen oder Wechsel eines Blasenkatheters ist grundsätzlich eine ärztliche Tätigkeit, die im Einzelfall delegiert werden kann, wobei die rechtliche Absicherung nicht hinreichend geklärt ist. Die Delegation auf Pflegende bedarf einer besonders strengen Indikation. Der Katheterismus gilt als operativer Eingriff und erfordert besonderes Fachwissen. Examinierte Fachpfleger können das Legen eines Katheters ablehnen, müssen es sogar ablehnen, wenn sie sich unsicher fühlen. Prinzipiell muss Patient, Bewohner oder Betreuer zustimmen.
 

 

Es fällt oft schwer, einem alten Menschen den Sinn und die Notwendigkeit eines Blasenkatheters klarzumachen. Seine auftretenden Ängste sind ernst zu nehmen und zu berücksichtigen.
 
Ballonkatheter
 
Heute sind alle Verweilkatheter mit Ballon ausgestattet, um eine Fixierung des Katheters am Körper zu vermeiden.
 
Über einen eingearbeiteten Nebenkanal kann ein knapp unterhalb der Katheterspitze liegender Ballon aufgepumpt werden. Hierzu wird das distal liegende Ventil mit dem stumpfen Spritzenkonus durchstoßen und steriles Aqua destillata eingegeben (der Katheter wird „geblockt"). Die Flüssigkeit muss steril sein, damit es bei einem evtl. Platzen des Ballons nicht zu einer Infektion der Harnblase kommt. Es darf keine Luft zum Aufblasen des Ballons verwendet werden, da Luft kompressibel ist und der Katheter dann zu leicht herausgezogen werden könnte. Vor der Entfernung des Katheters muss der Ballon vollständig entleert werden (entblockt). Dazu wird eine leere Spritze wieder mit dem Konus auf das Ventil gesetzt und die Flüssigkeit abgezogen. Zur Ableitung des Harns über einen Verweilkatheter dürfen nur geschlossene Urindrainagesysteme mit Rückflussventil verwendet werden.
 
Ablassen des Harns
 
> Der sterile, graduierte Auffangbeutel hat am Einfluss eine Tropfkammer
> Klemme am Ablassstutzen (einhändig zu bedienen)
> Über einen Hahn wird der Harn unten abgelassen. 
> Dabei ist es wichtig, dass es nicht zur Kontamination der Hände des Pflegepersonals kommt. 
> Die Pflegeperson trägt zum Ablassen des Harns flüssigkeitsdichte Einmalhandschuhe. 
> Das Auffanggefäß wird nicht mit der Ablassvorrichtung in Berührung gebracht und soll vorschriftsmäßig gereinigt werden.
 
> Ordnungsgemäß behandelte Ableitungssysteme können bis zu 14 Tagen belassen werden. 
> Muss das Ableitungssystem ausgewechselt werden, wird die Verbindung zwischen Katheter und Ableitung unter streng aseptischen Bedingungen gelöst: 
> Die Verbindungsstellen werden vor der Trennung mit einem Desinfektionsmittel desinfiziert und das neue System steril angeschlossen.
> Gründe für einen solchen Wechsel sind neben dem Katheterwechsel undichte Systeme, Ansammlung von Sediment im Beutel oder Geruchsbelästigungen.
 
Für mobile Katheterträger
 
> Ableitungssysteme mittels Taillengurt am Oberschenkel befestigt
> Systeme mit Unterschenkelbeinbeutel werden mittels Beinbeutelbändern fixiert
> Systeme müssen gegen Harnrückfluss gesichert sein 
 

Vorbereitung

 
Apotheken stellen ein Katheterset zusammen. Es ist ratsam, einen Ersatzkatheter dazu zu legen. 
 
Sollte man in einem Land der dritten Welt arbeiten und zu den Fachpflegern gehören, muss man zum Katheterisieren folgende Einmalartikel bereitlegen:
 
> Sterile Arbeitsfläche
> Wasserundurchlässige Schutzunterlage
> Lochtuch, geschlitzt
> Ein Paar sterile Handschuhe
> Anatomische Pinzette
> Anästhesierendes Gleitgel
> Ca. 30 ml Schleimhautdesinfektionsmittel, z.B. Betaisodona
> Sechs Kugeltupfer („Pflaumen")
> Auffangschale mit großer (ca. 750 ml) und kleiner Kammer oder zwei getrennte Schalen
> Spritze mit 10 ml Aqua destillata (für das Legen eines Dauerkatheters).
 
 
> Patienten informieren
> Intimsphäre des Patienten schützen: Sichtschutz anbringen. Mitpatienten aus dem Zimmer bitten
> Bett in rückenschonende Arbeitshöhe bringen
> Intimtoilette durchführen (lassen)
> Ausreichend große Fläche zum Ablegen der Materialien schaffen
> Katheterset aus (Plastik-)Umverpackung herausnehmen und auf der Arbeitsfläche abstellen
> Hände desinfizieren
> Sterile Arbeitsfläche schaffen: Katheterset-Verpackung an den Rändern vorsichtig auseinander falten und ausbreiten (Innenfläche ist steril)
> Steril eingepackte Materialien (z.B. Katheter) unter aseptischen Bedingungen öffnen und auf die sterile Arbeitsfläche fallen lassen
 
 
Suprapubische Blasendrainage
 
 
Operativer Eingriff!
 

 


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