Suchprogramme, HTTP-Protokoll"> Berufsfachschule für Sozialpflege
 
 
 
 
 
 
 

 

Kleidung

 

Schutz:

 Klimatische Einflüsse

 Äußere Einwirkungen

 Erkrankungen

 Verletzungen

Ästhetisch-soziale Funktion:

 Individualität

 Betonung körperlicher Vorzüge

 Überdeckung körperlicher Defizite

 Gruppenzugehörigkeit

 Soziale Stellung

 Alter

 Geschlecht

 Sicherung des Schamgefühls

Kultur, Tradition, und Religion

 Frauen wollen keine Hosen tragen (Männerkleidung)

 Kopfbedeckung (Kopftücher, Hauben, Schleier, Hüte)

 Einheitliche Kleidung (z.B. Ordensschwestern)

 Alltags- und Sonntagskleidung, Kleidung zu Festtagen

Rahmenbedingungen

 Eigener, ausreichend großer Kleiderschrank

 Großer Wandspiegel im Wohnbereich

 Kleiderkauf mit dem Betreuten

 Wünsche, Gewohnheiten beachten

 Waschmöglichkeiten in der Einrichtung

Das An- und Ausziehen ist eine komplexe Tätigkeit. Motorische, sensorische und kognitive Fähigkeiten sind Vorraussetzung, die beeinträchtigt sein können durch Behinderung oder Krankheit. 

Einschränkungen

 Das Äußere wird vernachlässigt (z. B. Depressionen, Vereinsamung)

 Verwechslung der Kleidung, falsche Reihenfolge (z. B. Demenz, geistige Behinderung, Verwirrung)

 Verschwitzte oder "riechende" Kleidung (z. B. Parkinson, Inkontinenz)

 Schmutzige, fleckige Kleidung (z. B. Sehbehinderung)

 Unzureichend angezogen (z. B. körperliche Beeinträchtigungen, Rheuma, Schmerzen, gestörte Feinmotorik)

Beobachtungskriterien

 In welcher Kleidung fühlt sich der Betreute wohl?

 Passt die Kleidung zum Rollenverständnis?

 Ist die Kleidung zweckmäßig?

 Behindert die Kleidung Beweglichkeit oder Selbständigkeit?

 Wieviel Wert legt der Betreute auf sein Äußeres?

 Ist die Bekleidung witterungsgemäß?

 Welchen Einfluss hat die Bekleidung auf Stimmung und Verhalten?

 Sind Vernachlässigung oder Desinteresse erkennbar?

Betreute sollten soviel Selbständigkeit und Eigenbeteiligung beim An- und Ausziehen einbringen wie möglich, auch dann, wenn dadurch die Pflegezeiten verlängert werden. Regelmäßiges, gezieltes Training und entsprechende Hilfsmittel helfen, die Alltagskompetenz der Betreuten zu erhalten oder zu fördern.

Hilfsmittel

 Schuhanzieher

 Strumpfanzieher

 Knöpfhilfen

 Klettverschlüsse

Es gibt auch spezielle Kleidung für Rollstuhlfahrer oder bei Inkontinenz. Wenn die Betroffenen diese Kleidung aus modischen Gründen ablehnen, ist es ihr Recht und muss berücksichtigt werden, auch dann, wenn dadurch eine Arbeitserschwernis oder längere Pflegezeiten entstehen. 

Büstenhalter

In vielen Einrichtungen ist es üblich, dass die Bewohnerinnen grundsätzlich keinen BH angezogen bekommen. Das wäre in Ordnung, wenn die Bewohnerin ihn aus Bequemlichkeitsgründen ablehnt. Dummerweise werden sie aber in der Regel nicht gefragt.

Dieses Kleidungsstück ist eng verbunden mit der Rolle als Frau. So wie für den männlichen Jugendlichen der erste Rasierer den Schritt in die Erwachsenenwelt symbolisiert, ist es für die Jugendliche der erste BH.

Das Nichttragen eines BH´s von jungen Frauen gilt in den Vorstellungen vieler Mitmenschen als obszön oder schlampig. In den 60er/70er Jahren gaben Gerichte Frauen eine Mitschuld an ihrer Vergewaltigung, wenn sie keinen BH getragen hatten.

Was sagen wir also den alten Frauen in der Einrichtung, wenn wir ihnen den BH wie selbstverständlich nicht anbieten? Ihr seid zu alt, zu hässlich, unattraktiv = keine Frau.

Dazu kommt noch etwas aus pflegerischer Sicht: Intertrigo. Gerade im Sommer ist das Tragen des BH´s eine Intertrigoprophylaxe.

Lehnt die Bewohnerin den BH ab, ist es zu akzeptieren. Nicht zu akzeptieren ist, dass aus Bequemlichkeit und Zeitgründen der BH einfach unterschlagen wird.

 

Pflegeziele zum 7. AEDL

 Der Betreute fühlt sich gut angezogen und wohl

 Der Betreute kann sein Äußeres annehmen und fühlt sich angenommen

 Stil, Individualität, Geschmack des Betreuten werden deutlich, seine Wünsche berücksichtigt

 Der Betreute ist gut beraten, aber nicht bevormundet

 Die Kleidung des Betreuten schützt ihn vor Witterung und Verletzungen

 Die Selbständigkeit beim An- und Ausziehen wird erhalten bzw gefördert