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Die Körpertemperatur

 

Die Regulierung der Körpertemperatur schützt vor einer Unterkühlung oder Überwärmung des Körpers. Der Körper produziert ununterbrochen Wärme. Dadurch ist im Körperinneren eine höhere Temperatur als in der Umgebung. Der Mensch gehört zu den homoiothermen (gleichwarmen) Lebewesen. Auch bei wechselnder Umgebungstemperatur bleibt die Temperatur normalerweise gleich. Poikilotherme (wechselwarme) Lebewesen passen dagegen ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur an. Gleichwarme Lebewesen können ihre Körperfunktionen nur aufrecht erhalten, wenn Wärmeproduktion, Wärmeaufnahme und Wärmeabgabe im Gleichgewicht sind. Stoffwechselvorgänge können nur bei einer Körpertemperatur von über 36°C regelgerecht ablaufen.

Es besteht ein Temperaturgefälle zwischen dem Körperkern und der Körperschale. Zum Körperkern gehören das Innere des Rumpfes und Kopf. Zur Körperschale gehört die Haut und die Extremitäten. Die Kerntemperatur sollte 37°C (36,5 - 37,4°C) betragen, die Haut- oder Körperschalentemperatur liegt etwa bei 28 - 33°C. Die Körperschalentemperatur wird von der Durchblutung und der Außentemperatur beeinflusst und schwankt dadurch mehr als die Kerntemperatur. Aber auch die Kerntemperatur schwankt leicht um wenige Zehntel Grad. Morgens ist sie am niedrigsten, abends am höchsten. Auch der Menstruationszyklus nimmt Einfluss auf die Körpertemperatur genauso wie Aufregung oder Anstrengung.

Der Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns, steuert den Wärmehaushalt. Thermorezeptoren im Körperinnern, Haut und Rückenmark messen ständig die Temperatur und melden über Nervenfasern diese an den Hypothalamus. Die Messwerte wertet der Hypothalamus aus. Bei Differenzen löst der Hypothalamus sofort Reaktionen aus. Bei zu niedriger Körperkerntemperatur wird die Wärmebildung durch einen verstärkten Muskeltonus und Steigerung der chemischen Stoffwechselprozesse in den inneren Organen angeregt. Die Hautgefäße werden eng gestellt, um einen weiteren Wärmeverlust zu verhindern. Reicht das nicht, erzeugt der Körper Wärme duch unwillkürliche Muskelkontraktionen (Kältezittern oder Zähneklappern; Gänsehaut: aufrichten der Haare als Kälteschutz, Rudiment, geringe Wärmeproduktion).

Bei einem Anstieg der Körpertemperatur wird über das Blut die Wärme vom Körperkern zur Körperschale transportiert. Dazu werden die Hautgefäße weit gestellt. Bereits durch die verstärkte Strömung wird Wärme abgegeben. An der Körperoberfläche wird dann die Wärme abgestrahlt oder verdunstet. Die Wärmeabgabe erfolgt zu etwa 90 % über die Haut.  Eine Verdunstung findet über die Haut, Atemluft und durch Schweißabsonderung statt. Die Schweißdrüsen bilden einen dünnen Flüssigkeitsfilm auf der Haut. Schwitzen erzeugt Verdunstungskälte. Auch über die Ausscheidungen wird Wärme abgegeben. Die Körpertemperatur kann also durch die Steuerung im Gehirn nicht wissentlich oder willkürlich beeinflusst werden.

Das Verhältnis Körperoberfläche und Körpermasse ist für die Wärmeabgabe entscheidend. Ein Säugling hat im Vergleich zu seiner Körpermasse eine große Körperoberfläche, wodurch er schnell Wärme verliert. 

      
 
Fennek                                    Rotfuchs                                    Polarfuchs
 
Die Ohren der Füchse sind ein gutes Beispiel für die Anpassung an die Umgebungstemperaturen und das Verhältnis zwischen Körperoberfläche und Körpermasse. Um möglichst viel Wärme abgeben zu können, hat der Wüstenfuchs sehr große Ohren bei relativ geringer Körpermasse, der Polarfuchs kleine Ohren bei relativ großer Körpermasse. Beim Rotfuchs der gemäßigten Zone sind Ohren und Körpermasse im ausgeglichenen Verhältnis.