Suchprogramme, HTTP-Protokoll"> Berufsfachschule für Sozialpflege
 
 
 
 
 
 
 

 

 
Das Leitbild einer Pflegeeinrichtung
 
  • Ein Leitbild soll den möglichen, wünschenswerten Zielzustand verdeutlichen
  • Ein Leitbild dient als Wegweiser und soll motivierend wirken
  • Das Leitbild legt die Ausrichtung und Positionierung des Unternehmens fest
  • Ein Leitbild stellt die Handlungsbasis und gibt Strategien vor
  • Das Leitbild soll extern die Unternehmensphilosophie verdeutlichen
 
Wie entsteht ein Leitbild?
 
Der Weg zu einem Leitbild ist langwierig und schwierig. Zuerst stellen sich die Fragen:
Wer sind wir? 
Wem nutzen wir? 
Welche Ziele haben wir?
Wie wollen wir zusammenarbeiten?
Welche Qualitätsstandards sind uns wichtig?
 
 
Danach beginnt die Entwicklung wichtiger Aussagen im Leitbild. Dazu muss analysiert werden, auf welche externen Dienstleistungen man zurückgreift oder zurückgreifen will, wie sinnvoll die externen Dienstleiter sind und was sie von der Pflegeeinrichtung erwarten. Was erwarten die Kundengruppen wie Pflegebedürftige oder Angehörige von der Einrichtung, wo sind die wichtigsten Berührungspunkte?  Wie lassen sich die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden und anderer Interessengruppen befriedigen? Welche internen Bedingungen (Personal, Finanzen, Technik, Organisation, Methoden Verfahren) bestehen und müssen berücksichtigt werden? Welche Ziele könnte man mit den internen Bedingungen erreichen? Zu den Aussagen zu bestimmten Themen wird ein Leitsatz gebildet. 
 
 
Danach fasst man die Kundengruppen zusammen wie Pflege- und Krankenkassen, Seniorengruppen, Selbsthilfegruppen, Krankenhäuser, Apotheken, Schulen, Kindergärten, Kirchenkreise, Rehakliniken, Altenkreise, Bestattungsunternehmen, Reha-Kliniken, Sozialdienste, Pharmazie, Sanitätshäuser, Beratungsstellen, Betreutes Wohnen, Sozialamt, Altenwohnanlagen, Ambulante Pflegedienste, Reisebüros, soziale Dienste, Ehrenamtliche, niedergelassene Ärzte, Nachbarn, Therapieangebote etc. All diese Kundengruppen haben Erwartungen, Forderungen, Wünsche, die bedacht werden müssen und die man nur dann erfährt, wenn man aus ihrer Perspektive die Einrichtung betrachtet.
 
 
Der nächste Schritt ist das Soll-Ist-Profil für die Qualitätsentwicklung. Das Ergebnis ist eine Bestandsaufnahme. Nach einem Jahr wird eine Neueinschätzung und Überprüfung der Entwicklung vorgenommen. Anhand des Soll-Ist-Profils können acht Erfolgsfaktoren herausgefiltert werden. Diese Erfolgsfaktoren richten sich nach den Zielvorgaben der Leitung, PDL, HL, Gesetzgeber, Vorstand einerseits und andererseits den Zielvorstellungen der Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter aus allen Funktionsbereichen. Zielvorgaben und Zielvorstellungen werden zusammengefasst zu einer Zielvereinbarung. 
 
 
Die Zielvereinbarung führt zu einer Festlegung der Ziele und zum Leitbild. Ein Leitbild muss konkret, verständlich, herausfordernd, erreichbar und überprüfbar sein. 
 
 
Dem Leitbild wird ein zentrales Motiv vorangestellt, das möglichst in einem einzigen Slogan zusammengefasst wird. Dieses Leitmotto soll die Einrichtung möglichst mit einem einzigen griffigen Satz beschreiben. Das Leitmotto ist kurz, prägnant und werbewirksam.
 
Beispiele: Loewsche Einrichtungen: "Kein Heim, ein Zuhause"; Deutsche Caritas: "Not sehen und handeln"; Berufsfachschule für Sozialpflege Bayreuth: "Der Einstieg in den Aufstieg".
 
 
Daraus ergibt sich das Leitmotiv. Es nennt die wesentliche Punkte vorab. Kernaussage: Die Antwort auf die Frage: “Warum gibt es uns?”. Das Leitmotiv begründet die Existenz der Einrichtung, drückt den Sinn der Einrichtung aus und welchen Beitrag die Einrichtung für die Gesellschaft leistet.
 
 
Die Leitsätze sind der Kern des Leitbildes. Sie geben Auskunft über die grundlegenden Werte, Ziele und Erfolgskritierien. Hier wird das Verhältnis zum Kunden formuliert und die Kompetenz der Einrichtung dargestellt. Leitsätze sollten wesentlich sein, allgemeingültig, langfristig, verlässlich, vollständig (Bilden sie wirklich die Einrichtung vollständig ab?), realisierbar und in einer klaren Sprache. Die Formulierungen müssen aussagekräftig sein, in kurzen und einfachen Sätzen im einheilichen Stil gehalten, die Angaben müssen ehrlich sein, die Darstellung sachlich, treffend und zukunftsweisend, die Ansprache sollte direkt sein und in direkter Ansprache.
 
Für einen zukünftigen Klienten, aber auch für einen zukünftigen Mitarbeiter ist das Leitbild der Einrichtung immens wichtig. Es gibt Auskunft über die Unternehmensphilosophie, Ziele, Orientierung, das Wesen der Einrichtung und ermöglicht im Vorfeld die Überlegung, ob diese Einrichtung mit den eigenen Überzeugungen und Einstellungen im Gleichklang ist, ob diese Einrichtung zur eigenen Person passt.