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Licht im Dunkel

 

 

Der Film entstand in den USA 1962 (Filmtitel: The Miracle Worker), 1963 kam er in die deutschen Kinos. Grundlage des Films war der autobiografische Roman von Helen Keller, einer taubblinden Schriftstellerin aus den USA.

Als dieser Film entstand, steckte die Heilerziehungspflege noch in den Kinderschuhen. Menschen mit Behinderung wurden in der Regel verwahrt und kaum gefördert.

Erst 1965 wurde in Deutschland die erste Schule für Geistigbehinderte gegründet, eine Schulpflicht bestand ab 1968, allerdings nicht für Kinder mit schwerer Behinderung.

Licht im Dunkel ist ein Klassiker und nach wie vor aktuelle Lehrfilm für die Heilerziehungspflege.

Helen Keller war taubblind, überaus intelligent, sie hatte bereits angefangen zu sprechen, als sie durch Krankheit taub und blind wurde. Anfangs gilt sie im Film als geistig behindert, zurückgeblieben, aggressiv, nicht „gesellschaftsfähig“. Aber bereits am Anfang formuliert ihre Mutter ein gewaltiges Problem: Das Kind entfernt sich immer weiter, lebt in ihrer eigenen Welt, ist immer schwerer zu erreichen. Eine Form des Autismus. In verschiedenen Szenen wird deutlich, dass das Kind keine Berührungen erträgt, ihre Lehrerin formuliert es klar, dass sie keine Zärtlichkeiten oder Zuwendung wünscht.

Die Lehrerin formuliert es dann deutlicher: sie würde ein „verzogenes“ Kind erkennen. Ein Kind, dass ohne Grenzen, ohne Förderung oder Forderung aufwächst, dem immer der Willen gelassen wird. Sie hätte es auch Luxusverwahrlosung nennen können, aber dieser Begriff wurde erst Mitte der 90er Jahre gebräuchlich. Und dass nicht die Sinnesbehinderung des Kindes das eigentliche Problem ist, sondern die Luxusverwahrlosung.

Die Lehrerin erkennt die Ressourcen des Kindes: ihre Aggressivität – das Kind wehrt sich, grundsätzlich eine sehr wichtige Ressource – und der Wissensdurst. Gleichzeitig erkennt sie die eigentliche Problematik, das Abdriften in die „eigene Welt“, der Autismus, entstanden durch die Luxusverwahrlosung.

Wesentliche Aspekte der Heilerziehungspflege werden anschaulich vermittelt, ein Verständnis geschaffen:

Mitleid nutzt keinem Menschen mit Behinderung – es behindert und schadet. Der Mensch ist zu sehen – gleichwertig, auch wenn er „anders“ ist.

Die „Gesellschaftsfähigkeit“ muss ermöglicht werden. Aber was „normal“ ist, muss hinterfragt werden.

Statt Hilfe Unterstützung!

Wenn Hilfe, dann Hilfe zur Selbsthilfe!

Der Mensch ist individuell zu betrachten. Er muss individuell gefördert und gefordert werden.

Jeder Mensch ist wertvoll – egal, woher er kommt. Gesellschaftliche Vorurteile haben in einer professionellen Pflege nichts zu suchen.

Denken basiert auf Sprache. Jedem Menschen muss ein Zugang zur Sprache ermöglicht werden.

Die Sprache muss auf die Bedingungen des Individuums angepasst werden, das Individuum darf nicht durch gesellschaftliche Vorstellungen vergewaltigt werden.

 

Helen Keller setzte sich massiv für die Menschen mit Sinnesabehinderung ein. Aber auch für die Schwarzen - da hatte sie keine Hemmungen, sich mit ihrer Familie zu überwerfen.  Eine starke Frau!

Übrigens: Die Neuverfilmung von Disney ist schön bunt, kommt aber nicht annähernd an das Original heran.