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's kloa Resei

Peter Auzinger


's kloa Resei is dees ärmste Kind
im Dorf von alle Kinda,
sei Muatta is a Hüatawei,
dees Gschäft geht net im Winta.
Drum lauft's kloa Deandl nei in d'Kirch,
's war grod auf Weihnacht zua,
und gniaglt hi zum Christkindl
und do bet's nauf dazua.
"Gell? Christkindl, kumm fei zu mia,
schau nur, wia d'Schuah san zrissn,
und 's Gwandl, so vui dünn und kalt
und gor koa Tuach, muaßt wissen.
Drum bring ma oans und paß guat auf,
um wos i di no bitt,
bring a für d' Muatta, sei so guat,
a wengal ebbas mit!"
Da Pfarrer sitzt im Beichtstuhl drin
und hat das Betn ghört:
"Moanst wirkle Resei", redt as o,
"daß 's Christkind dir dees bschert?"
"Warum denn net, wann's i drum bitt,
i laß eahm halt koa Ruah,
hilf a a wengerl, sei so guat,
dann hört's uns dengerscht zua!"
's kloa Resei sitzt am Weihnachtsabnd
am Fensta und schaut naus,
do kimmt auf oamal wer daher
und ruaft vor'm Fenster drauß':
"In's Pfarrhaus, Resei, sollst glei kemma,
und sollst, damit is's net vagiß,
dei Muatterl a mitnehma."
Da Pfarra hat de zwoa dawart,
führt's nei in d' Stubn und lacht:
"Do schau, Resei, den schön Baam,
den 's Christkind dir hot bracht.
Und Schuah und warms Gwand, und Äpfl
hänga dro am Baam, Nuß und allahand!"
's kloa Resei lacht und patscht in d' Händ
und hupft als wia a Goaß.
"Gell", sagt's, "Herr Pfarra, i hob's gwußt,
mir zwoa dabetn wos!"
Und d'Muatta woant, Vergelt's Gott sagt's
uns schaugt an Pfarra o.
Der druckt ihr d'Hand und woant zletzt mit,
so gfreit's den bravn Mo.
 
 
Knecht Ruprecht
Theodor Storm (1817-1888)
 
Von drauß' vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finstern
Tann, da rief's mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es, alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus,
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken,
mit schönen Sachen sie mag beschenken.
 
Ich sprach: O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat.
 
Hast denn das Säcklein auch bei dir?
Ich sprach: Das Säcklein das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.
 
Hast denn die Rute auch bei dir?
Ich sprach: Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht.
 
Von drauß' vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's herinnen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?
 
 
 

Advent

(Unbekannter Autor)

Advent das ist die stille Zeit,
die Tage schnell verrinnen.
Das Fest der Liebe ist nicht weit,
fangt an euch zu besinnen!
Es gab wohl manchmal Zank und Streit 
ihr habt euch nicht vertragen,
vergesst das Jetzt und seid bereit,
euch wieder zu vertragen.
Denn denk nicht nur an's eigene Glück,
du solltest danach streben,
und anderen Menschen auch ein Stück 
von deiner Liebe geben.
Der eine wünscht sich Ruhm und Geld,
die Wünsche sind verschieden.
Ich wünsche für die ganze Welt 
nur Einigkeit und Frieden.

 

 

Weihnachten

Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
 
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderlich beglückt.
 
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil´ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
 
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt´s wie wunderbares Singen -
o du gnadenreiche Zeit!
 
 
 
Die heilige Nacht
Eduard Mörike  (1804-1875)
 
Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht! -
 
Wohl unterm lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.
 
Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
 
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: "Fürcht' euch nicht!"
 
"Ich verkünd euch große Freud:
Der Heiland ist geboren heut."
 
Da gehn die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen das ewig Heil;
 
zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. -
 
Bald kommen auch gezogen fern
die heilgen drei König' mit ihrem Stern.
 
Sie knieen vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
 
Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
 
 
 
Die heiligen Drei Könige
Heinrich Heine (1797-1856)

Die heiligen Drei Könige aus dem Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
“Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?”

Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter,
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.

Der Stern bleibt stehn über Josefs Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Öchslein brüllt, das Kindlein schrie,
die heiligen Drei Könige sangen.

 

 

 

 

Die Geschichte vom Lametta 

Quelle: unbekannt

Weihnachten naht, das Fest der Feste.

Das Fest der Kinder, Fest der Gäste. 

Da geht es vorher hektisch zu ........ 

Ein Hetzen, Kaufen, Proben, Messen. 

Hat man auch Niemanden vergessen ...? 

So ging's mir keine Ahnung habend 

vor ein paar Jahren Heiligabend. 

Der zudem noch ein Sonntag war. 

Ich saß grad bei der Kinderschar, 

da sprach mein Mann: "Tu dich nicht drücken, 

Du hast heut' noch den Baum zu schmücken!" 

Da Einspruch meistens mir nichts nützt, 

hab kurz darauf ich schon geschwitzt: 

Den Baum gestutzt, gebohrt, gesägt  

und in den Ständer eingelegt. 

Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne, 

Krippenfiguren mit Laterne. 

Zum Schluss --- ja Himmeldonnerwetta ---! 

Nirgends fand ich das Lametta ! 

Es wurde meinem Mann ganz heiß 

und stotternd sprach er: "Ja, ich weiß; 

Im letzten Jahr war's arg verschlissen ? 

Drum ham wir's damals weggeschmissen. 

Und? In dem Trubel dieser Tage, 

bei meiner Arbeit, Müh' und Plage, 

vergaß ich, Neues zu besorgen! 

Ich werd' was von den Nachbarn borgen!" 

Die Nachbarn? Links, rechts, drunter, drüber,

die hatten kein Lametta über! 

Da schauten wir uns an verdrossen, 

die Läden sind ja auch geschlossen... 

So sprach ich denn zu meinen Knaben: 

"Hört zu! Wir werden heuer haben 

einen Baum altdeutscher Stil. 

Weil ... mir Lametta nicht gefiel...!" 

Da gab es Heulen, Schluchzen, Tränen. 

Und ich gab nach den Schmerzfontänen. 

"Hör endlich auf mit dem Gezeta! 

Ihr kriegt ´nen Baum mit viel Lametta!" 

Zwar konnt' ich da noch nicht begreifen, 

woher ich nehm' die Silberstreifen..., 

doch gerade, als ich sucht' mein Messa  

da les' ich: HENGSTENBERG MILDESSA" --- 

Es war die Sauerkrautkonserve....! 

Ich kombinier' mit Messers Schärfe; 

Hier liegt die Lösung eingebettet---, 

das Weihnachtsfest, es ist gerettet! 

Schnell wurd' der Deckel aufgedreht, 

das Kraut gepresst, so gut es geht,

zum Trocknen einzeln aufgehängt

und dann geföhnt, -- doch nicht versengt! 

Die trocknen Streifen sehr geblichen 

mit Silberbronze angestrichen.

Auf beiden Seiten Silberkleid! 

Oh freue Dich, Du Christenheit! 

Der Christbaum ward einmalig schön, 

wie selten man ihn hat gesehn! 

Zwar roch's süßsauer zur Bescherung. 

Geruchlos gab's ne Überquerung, 

weil mit Benzin ich wusch die Hände, 

mit Nitro reinigte die Wände.

Dazu noch Räucherkerz und Myrte,

der Duft die Menge leicht verwirrte! 

Und jedermann sprach still, verwundert: 

"Hier riecht's nach technischem Jahrhundert!" 

Ne Woche drauf! ... Ich saß gemütlich 

im Sessel, las die Zeitung friedlich, 

den Bauch voll Feiertage-Rester,

s' war wieder Sonntag. Und Sylvester!

Da sprach mein Mann: "Du weißt Bescheid? 

Es kommen heut' zur Abendzeit 

Schulzes, Lehmanns und Herr Meier 

zu unserer Sylvesterfeier ... 

Wir werden leben wie die Fürsten, 

s' gibt Sauerkraut mit Wiener Würsten! 

Ein Schrei ertönt! - Entsetzt er schaut: 

"Am Christbaum hängt mein Sauerkraut...! 

Ich hab vergessen, Neues zu besorgen! 

Ich werd was von den Nachbarn borgen!“

Die Nachbarn? Links, rechts, drunter, drüber, 

die hatten leider keines über! 

Da schauten wir uns an verdrossen, 

die Läden sind ja auch geschlossen... 

Und so ward wieder ich der Retta; 

Nahm ab vom Baume das Lametta! 

Mit Terpentinöl und Bedacht 

hab ich das Silber abgemacht. 

Das Kraut dann gründlich durchgewässert, 

mit reichlich Essig noch verbessert,

dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz 

und Curry, Ingwer, Gänseschmalz! 

Dann, als das Ganze sich erhitzte

das Kraut, das funkelte und blitzte.

da konnt´ ich nur nach oben fleh´n, 

lass diesen Kelch vorübergeh´n...! 

Als später dann das Kraut serviert 

ist auch noch folgendes passiert: 

Da eine Dame musste niesen 

sah man aus ihrem Näschen sprießen 

tausend kleine Silbersterne... 

"Mach's noch einmal; Ich seh´ das gerne"... 

So rief man ringsum, hocherfreut.

Die Dame wusste nicht Bescheid!

Franziskas Lehmann sprach zum Franz: 

"Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!" 

Und einer, der da musste mal, 

der rief: "Ich hab' nen Silberstrahl...!" 

So gab's nach dieser Krautmethode 

noch manche nette Episode! 

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir: 

"Es hat mir gut gefallen hier, 

doch wär die Wohnung noch viel netta, 

hättest Du am Weihnachtsbaum Lametta! 

Ich konnte da gequält nur lächeln 

und mir noch frische Luft zufächeln. 

Ich sprach und klopfte ihm aufs Jäckchen: 

"Im nächsten Jahr, da kauf ich hundert Päckchen!!! 

 

 

 


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