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Multiple Sklerose (MS)

(Multiple = vielfältig, Sklerose = krankhafte Verhärtung von Geweben und Organen)
 
Die Multiple Sklerose wird auch als Encephalomyelitis disseminata (ED) bezeichnet. Die Ursache ist bisher unbekannt. Es ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Dabei werden die Markscheiden der Nervenfasern zerstört.
 
 
 
Dendriten: Signalaufnahme
Markscheide: Ernährung und Schutz der Nervenfaser, Beschleunigung der Erregungsleitung
Synapsen: Impulsübertragung an die nächste Nervenzelle
 
T-Zellen: weiße Blutzellen. Sie gehören zum Immunsystem und körpereigenen Abwehrsystem gegen Krankheitserreger. Bisher ist nicht geklärt, warum die T-Zellen die Markscheiden für einen Fremdkörper halten und angreifen. Es kommt zur Zerstörung der Markscheiden und Narbenbildung und dadurch zu einer verlangsamten oder unterbrochenen Erregungsleitung mit entsprechenden neurologischen Ausfällen als Folge.
 
Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung.
 
Die Autoimmunerkrankung ist in der Medizin ein Überbegriff für Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ist. Es kommt zu schweren Entzündungsreaktionen, die zu Schäden an den betroffenen Organen führen. 
 
Neben der Epilepsie ist die Multiple Sklerose eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen. Weltweit sind an MS etwa 2,5 Millionen Menschen erkrankt. In Deutschland circa 120000 Menschen (jährlich etwa circa 2500 Neuerkrankungen).
 
Die MS tritt bei 90 % aller Patienten zwischen dem 15. und dem 60. Lebensjahr auf, am häufigsten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Bei Kindern und alten Menschen wird die MS selten erstmalig diagnostiziert.
 
Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger von MS betroffen als Männer. 
 
Die Ursache für die MS-Erkrankung ist umstritten. Man geht bei der MS von einer genetischen Disposition und oder Umweltfaktoren aus. Viren als Krankheitsursache oder -auslöser sind bereits lange im Gespräch. Da in südlicheren Ländern die Krankheit seltener auftritt, werden auch Umwelteinflüsse und das Klima verantwortlich gemacht. Aktuell wird auch ein Zusammenhang zwischen Amalgam und das Auftreten von MS diskutiert. Vertreter dieser These machen Amalgam als mögliche Ursache für MS aus. Zahnfüllungen bestehen zu 50% aus Quecksilber. Quecksilber ist giftig und wirkt auf das ZNS. Vertreter der These verweisen darauf, dass die MS vor Amalgam nicht beschrieben wurde und die Erkrankung weltweit unterschiedlich häufig auftritt. 
 
Symptome
 
• Kognitive Symptome: Müdigkeit (dadurch Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit).
• Augensymptome: Sehnervenentzündungen (verschwommenes Sehen), Augenmuskellähmungen (Sehen von Doppelbildern) und oder unkontrollierbares, rhythmisch verlaufendes Bewegen des Auges. Der Verdacht auf MS wird meist zuerst vom Augenarzt festgestellt, da die Sehstörungen häufig Erstsymptome sind. 
• Sensibilitätsstörungen: Kribbeln oder „pelziges Gefühl"), auch oft verminderte Berührungs- und Schmerzempfindungen.
• Kleinhirnsymptome: Spastik, Muskelschwäche oder erhöhte Muskelsteifigkeit, Koordinations-und Gleichgewichtsstörungen, Sprechstörungen (verwaschene Sprache, falsche Aussprache eines Wortes, Benutzung des falschen Wortes, abgehackte, stark akzentuierte Sprache), Intentionstremor (Zittern der Gliedmaßen bei einer zielgerichteten Bewegung), Schluckbeschwerden. Die Kombination aus Koordinationsstörungen und Spastik führt zu einem typischen Gangbild). 
• Blasen-Darm-Störungen.
• Psychische Störungen: Als Reaktion auf die Erkrankung Depressionen oder durch die Krankheit auch oft euphorisch. 
• Schmerzen: Häufig treten Gesichtsschmerzen als Dauerschmerzen auf.
 
Typisch sind schubartige Verläufe. Nach dem Schub kommt es zur deutlichen, anfangs oft vollständigen Rückbildung der Symptome. Monate oder auch Jahre später kommt der nächste akute Schub. Werden bei Patienten spezifische Anti-Myelin-Antikörper im Blut festgestellt, besteht ein hohes Risiko für eine Manifestation der Erkrankung. Das heißt, dass die Erkrankung primär chronisch verläuft und die Symptome ohne zwischenzeitliche Rückbildung immer weiter zunehmen. 
Typische Gangstörung: Die Spastik der Beine und Koordinationsstörungen führen zu einem steifen breitbeinigen Gang.
 
 
Bronx-Skala (Funktionsausfälle werden dokumentiert und in einem Punktesystem bewertet):
 
0 Kein krankhafter Befund
1 Unbedeutende Funktionsabweichungen von der Norm
2 Leichte Störungen wie leichte Spastik oder leichte Lähmungserscheinungen
3 Mittelschwere Störungen wie mäßige Unregelmäßigkeiten bei der Bewegungskoordination, leichte Halbseitensymptome
4 Funktionsausfälle (grundsätzlich ist die Arbeitsfähigkeit vorhanden, aber deutlich eingeschränt)
5 Arbeitsunfähigkeit, Gehstrecke maximal 500 Meter
6 Stark eingeschränkte Gehfähigkeit, Gehhilfen erforderlich
7 Abhängigkeit vom Rollstuhl, der noch selbst beherrsch wird
8 Bettlägrigkeit, Funktion der Arme noch erhalten
9 Bettlägrigkeit, völlige Unfähigkeit zur Verrichtung irgendwelcher Sachen
10 Tod in Folge der MS-Erkrankung
 
Eine Heilung der MS ist zur Zeit nicht möglich. Medikamente können derzeit den Verlauf der Krankheit verlangsamen.
 
Die pflegerischen Maßnahmen richten sich nach Schweregrad und Symptomen der Krankheit. Auf jeden Fall muss genaustens dokumentiert und beobachtet werden. Erkrankte sollten sich unbedingt einer Selbsthilfegruppe anschließen. Pflegeeinrichtungen sind in der Verantwortung, den Kontakt des Betroffenen mit seiner Selbsthilfegruppe aufrechtzuerhalten. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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