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Nachhaltigkeit in der Pflege
 
Nachhaltigkeit bedeutet, wesentliche Eigenschaften, Stabilität und natürliche Regenerationsfähigkeiten zu bewahren, Ressourcen zu nutzen und nicht einfach auszubeuten. Beispiel: in vergangenen Zeiten wurden ganze Wälder abgeholzt, um den Bedürfnissen für Schiffbau, Heizungsmaterial, Hausbau oder Erzveredelung zu genügen. So schnell, wie die Wälder abgeholzt wurden, konnten sie aber nicht nachwachsen. Wind und Wasser beherrschten die abgeholzten Gebiete. Es kam zur Erosion und hinterließ unfruchtbare Gebiete. Nachhaltigkeit hätte bedeutet, nur so viel Bäume zu fällen, wie auch nachwachsen können.
 
 
Nachhaltigkeit in der Pflege heißt, sich mit den Bedingungen des Klientels, der Einrichtung, dem Arbeitgeber, Arbeitsbedingungen, persönlichen Vorraussetzungen auseinanderzusetzen, vorhandene Ressourcen zu prüfen und sich Ziele zu setzen, mit vorhandenen Ressourcen verantwortungsbewusst umzugehen. Diese Ziele sind orientiert an der Umwelt, Zukunft und den ökonomischen und sozialen Bedingungen. Nachhaltigkeit bedeutet einen Nutzen für alle Beteiligte.
 
Fair!
 
 
Die Pflege ist ein Teufelskreis. Ständig wachsende Kosten! Für das Klientel, dessen Einkommen meist nicht mehr für die Pflegeleistungen ausreicht. Für die Arbeitgeber, die nötige Investitionen zum Schaden der Betreuten und der Arbeitnehmer aufschieben, weil es nicht finanzierbar ist. Für die Pflegekräfte, deren Arbeitsbedingungen sich massiv verschlechtern.
 
Wo kann gespart werden? Wo können medizinische und pflegerische Kosten eingespart werden ohne die Lebensqualität der Betroffenen zu senken? Welche Ressourcen gibt es überhaupt und wie kann man sie sinnvoll nutzen? Genau da beginnen die Überlegungen der alternativen Pflegemethoden. Statt Kahlschlag Alternativen finden, die finanzierbar sind, die Umwelt nicht belasten, niemanden finanziell ruinieren und gleichzeitig die Pflegequalität steigern.
 
 
 
Beispiele:
 
Die demografische Entwicklung ist in Deutschland für das Gesundheitssystem ein gewaltiges Problem. Die Lebenserwartung steigt und die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt zu. Nachhaltigkeit bedeutet, die Ressourcen der Bevölkerung zu erkennen und zu fördern, um die Pflege für alle weiterhin finanzieren zu können. Hinterfragt werden Lebensstil, Umweltbedingungen, gesundheitliche Risiken, Gesundheitsbewusstsein, etc. Die Nachhaltigkeit beginnt hier beispielsweise im Kindesalter mit Vorsorgeuntersuchungen und Erziehung zu einem Gesundheitsbewusstsein, um allgemein Gesundheitsrisiken zu minimieren und im Alter den Eintritt einer eventuellen Pflegebedürftigkeit hinauszuschieben.  
 
Eine Pflegeambulanz kann personell nicht ein Beschäftigungsangebot abdecken. Für ihren Betreuten wäre es aber wichtig, um seine Lebensfreude und Fähigkeiten zu erhalten und zu födern. Die Pflegeambulanz kooperiert mit einem regionalen Netzwerk, um die Pflegequalität abzusichern, wo die eigenen Ressourcen nicht reichen.
 
In einer Pflegeeinrichtung kaufen sich die Bewohner selber ihre Körperpflegemittel. Es fällt auf, dass viele Bewohner aus Kostengründen auf Billigprodukte ausweichen. Pflegepersonal und Heimbeirat beschließen, dass zukünftig Körperpflegemittel gegen einen relativ geringen monatlichen Beitrag für die Bewohner, die es wünschen, zentral eingekauft werden und besonders Naturprodukte berücksichtigt werden. Nach einem Jahr wird das Fazit gezogen, dass sich die Kosten für Körperpflegemittel für den einzelnen Bewohner halbiert haben und der Hautzustand wesentlich verbessert ist.
 
Die Einbeziehung von Umweltaspekten, ökonomischen und sozialen Bedingungen sind ein wesentlicher Aspekt der Pflegequalität geworden und gehören untrennbar zur Individualpflege.
 
 
Wir haben nur die eine Welt!