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Pflege von Patienten mit Infektionskrankheiten

 

Unterbrechung von Infektionsketten: Kenntnisse über Infektionsquellen, Übertragungswege und Eintrittspforten der Erreger

Um Infektionsketten zu unterbrechen, sind meist Isolierungsmaßnahmen zum Schutz vor Weiterverbreitung der Krankheitserreger nötig. Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt von der Ansteckungskraft der Erreger, dem Übertragungsweg, der Gefahr für den Patienten und der Gefahr, die vom Patienten ausgeht ab.

Manche Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Windpocken, sind derart hochgradig ansteckend, dass bereits eine kurze Begegnung mit dem Kranken ohne Berührung reicht, um sich bei fehlender Immunität anzustecken. Dagegen kommt es bei HIV-Infektionen mit normalen Alltagskontakten nicht zu einer Ansteckung, sodass Isolierungsmaßnahmen nicht nötig sind.

1. AEDL: Bei Isolierungsmaßnahmen sind Patienten aus der vertrauten Umgebung herausgerissen und müssen längere Zeit allein in einem Zimmer verbringen. Kontakte zur Außenwelt fehlen oder sind eingeschränkt. Gesprächsangebote ohne Zeitdruck durch das Pflegepersonal sind extrem wichtig, dass die Patienten nicht vereinsamen.

2. AEDL: Isolierungsmaßnahmen aber auch die Infektionskrankheit an sich durch Schwäche, Müdigkeit, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Schmerzen usw schränken die Bewegung der Erkrankten massiv ein. Um einen massiven körperlichen Abbau zu verhindern, muss frühzeitig körperlich aktiviert werden.

3. AEDL: Da viele Infektionskrankheiten mit Fieber einhergehen, müssen die Vitalzeichen, besonders die Körpertemperatur, genau beobachtet und dokumentiert werden und gegebenenfalls fiebersenkende Pflegemaßnahmen angewandt werden.

4. AEDL: Fieberkranke sollten auch häufig die Möglichkeit erhalten, sich zu waschen oder frisch zu machen und dabei bei Bedarf unterstützt werden. Zitronenmelissen- oder Pfefferminztee beispielsweise als Waschwasserzusatz erfrischen und wirken unter anderem keimtötend.

5. AEDL: Häufig leiden Patienten mit Infektionskrankheiten unter fehlendem Appetit. Man sollte Lieblingsspeisen reichen und das Essen ansprechend zubereiten. Lieber mehrere kleine Mahlzeiten reichen, um auch den Körper durch die Nahrungsaufnahme nicht zu belasten. Bei Infektionskrankheiten im Mund-, Halsbereich kann das Essen schmerzhaft sein. Das muss bei der Auswahl von Speisen und Getränken beachtet werden. Besonders auf die Flüssigkeitszufuhr ist bei Patienten mit Infektionskrankheiten zu achten. Es entstehen schnell Flüssigkeitsdefizite durch Erbrechen, Durchfälle oder starkes Schwitzen. Im Zweifelsfalle muss eine Bilanzierung geführt werden.

6. AEDL: Ausscheidungen, besonders bei Infektionskrankheiten mit Diarrhoe, starkem Erbrechen oder urogenitalen Infektionen, müssen Menge, Zeitpunkt und Häufigkeit, Farbe, Geruch und Beimengungen genau beobachtet und dokumentiert werden. Auch das Gewicht der Patienten muss regelmäßig kontrolliert werden.

7. AEDL: Durch erhöhte Temperatur oder Fieber schwitzen Patienten mit Infektionskrankheiten verstärkt. Daher sollte Bettwäsche und Kleidung aus Baumwolle oder Leinen sein, die häufiges Waschen bei hohen Temperaturen vertragen.

8. AEDL: Durch die Infektionskrankheit ist der Körper geschwächt. Gerade bei fulminanten oder akuten Infektionskrankheiten muss auf ausreichende Ruhephasen und möglichst ungestörten beschwerdefreien Schlaf geachtet werden, um Komplikationen zu vermeiden.
 
9. AEDL: Erforderliche Isolierungsmaßnahmen werden für den Patienten noch belastender, wenn er das Gefühl hat, sich selber überlassen zu sein und “sich zu Tode” zu langweilen. Auch in der Quarantäne sind Beschäftigungsangebote möglich. Beschäftigungsmaterialien müssen in der Schleuse keimfrei gemacht werden, um Sekundärinfektionen zu vermeiden.

10. AEDL: Bei Isolierungsmaßnahmen haben Patienten die Neigung, sich selber ein Stück weit aufzugeben. Gerade dann ist es wichtig, das positive und lebensbejahende Selbstempfinden der Patienten zu unterstützen und zu fördern. Bei den sogenannten Geschlechtskrankheiten befürchten viele Patienten den Verlust ihrer Sexualität. Dem Patienten muss vermittelt werden, dass Sexualität ein legitimes Gesprächsthema ist und Pflegekräfte bereit sind, darüber zu sprechen.

11. AEDL: Im Mittelpunkt steht die Abwendung von Gefahren für den Patienten, also beispielsweise vor Sekundärinfektionen. Sämtliche Hygieneregeln müssen akurat und intensiv umgesetzt werden, um den Patienten zu schützen. Aktivierende und kompensatorische Pflege müssen genau nach dem individuellen Krankheitsbild ausgerichtet werden, um Komplikationen zu vermeiden. Der Patient muss sich gut gepflegt, betreut und geborgen fühlen, um seine soziale Sicherheit nicht zu verlieren.

12. AEDL: Gerade in der Quarantäne haben Patienten oft über längere Zeiträume nur noch soziale Kontakte zu Ärzten und Pflegepersonal. Das muss den Pflegenden ständig bewusst sein. Pflegekräfte stellen oft die einzige Verbindung zur Außenwelt dar. Für Patienten mit Infektionskrankheiten sind die sozialen Kontakte zum Pflegepersonal also ausgesprochen wichtig. Darauf sollte man eingehen, indem man entsprechende Pflegezeiten und Personalschlüssel einkalkuliert.

13. AEDL: Krankheit ist immer ein existenzgefährdendes Ereignis. Wie gut oder schlecht der Patient mit dem Ereignis umgehen kann, liegt in erster Linie an der Qualität der psychosozialen Betreuung durch das Pflegepersonal. Der Patient muss sich über seine Ängste, aber auch Hoffnungen auseinandersetzen können. Ressourcen müssen aktiviert und gefördert werden. Eine Ressource ist auch, falls vorhanden, die Religionszugehörigkeit. Eine Religionsausübung muss auch in der Quarantäne ermöglicht werden.

 

 


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