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Pflegediagnosen (PD)

Der Begriff Diagnose ist eigentlich klar: Ein Arzt begutachtet einen Patienten und beurteilt die Befunde (Symptome, Syndrom, Anamnese, chemische oder apparative Untersuchungsergebnisse), um daraus eine Diagnose abzuleiten. Diese medizinische Diagnose ist entscheidend für die Behandlung / Therapie.

Eine Pflegediagnose beurteilt Auswirkungen oder Reaktionen eines Pflegebedürftigen auf Probleme und Ressourcen (Befunde / Informationssammlung), um daraus eine Pflegediagnose abzuleiten. Diese Pflegediagnose ist entscheidend für Art und Ausmaß des Pflegebedarfs, die Pflegeziele und Pflegemaßnahmen. Eine medizinische Diagnose stellt der Arzt, die Pflegediagnose die Pflegefachkraft. Medizinische Diagnosen und Pflegediagnosen stimmen selten überein, sind aber oftmals ähnlich. (Beispiel: medizinische Diagnose PTBS, Pflegediagnose PTR)

 

Pflegediagnosen sollen die Fachsprache vereinheitlichen, den Pflegefachkräften bei der Entscheidungsfindung helfen, Pflegeprozesse unterstützen, die Pflegepraxis verdeutlichen und Pflegedokumentationen vereinfachen. Vereinheitlichte Pflegediagnosen ermöglichen eine EDV-Verarbeitung und statistische Erhebungen für die Pflegeforschung.

 

 

Beispiele für Pflegediagnosen nach NANDA I / Gliederung nach Orem

(NANDA International (NANDA-I, Internationale Klassifikation der Pflegediagnosen) = pflegewissenschaftliche Organisation, die sich mit der Formulierung, Entwicklung und Prüfung von Pflegediagnosen beschäftigt. Es wurden 216 Pflegediagnosen aufgestellt und in 20 Sprachen übersetzt. Orem = Dorothea Elizabeth Orem, US-amerikanische Krankenschwester und Pflegetheoretikerin)

Luft

  • Gasaustausch beeinträchtigt
  • Freihalten der Atemwege beeinträchtigt
  • Atemvorgang beeinträchtigt
  • Spontanatmung beeinträchtigt


Wasser

  • Flüssigkeitsüberschuss
  • Flüssigkeitsdefizit
  • Flüssigkeitsdefizit, hohes Risiko
  • Herzleistung vermindert


Nahrung

  • Überernährung
  • Mangelernährung
  • Mundschleimhaut verändert
  • Schlucken beeinträchtigt
  • Aspiration, hohes Risiko


Ausscheidung

  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Stuhlinkontinenz
  • Urininkontinenz, total


Aktivität und Ruhe

  • Müdigkeit
  • Körperliche Mobilität beeinträchtigt
  • Transfer beeinträchtigt
  • Selbstfürsorgedefizit (Essen, Waschen/Sauberhalten, Kleiden/Pflegen der äußeren Erscheinung, Ausscheiden)
  • Haushaltsführung beeinträchtigt
  • Beschäftigungsdefizit
  • Schlafgewohnheiten gestört


Alleinsein und soziale Interaktion

  • Verbales Kommunizieren beeinträchtigt
  • Soziale Interaktion beeinträchtigt
  • Soziale Isolation
  • Gewalttätigkeit, hohes Risiko (gegen andere / gegen sich)
  • Suizid, hohes Risiko
  • Sexualität beeinträchtigt


Abwenden von Gefahren

  • Infektion, hohes Risiko
  • Körpertemperatur verändert, hohes Risiko
  • Selbstschutz, unwirksam
  • Vergiftung, hohes Risiko
  • Verletzung, hohes Risiko
  • Sturz, hohes Risiko
  • Gesundheitsverhalten beeinträchtigt
  • Schmerz (akut / chronisch)


Integrität der Person

  • Copings ungenügend
  • Anpassung beeinträchtigt
  • Entscheidungskonflikte
  • Wachstum / Entwicklung verzögert
  • Gestörtes Körperbild
  • Selbstwertgefühl (chronisch gering / situationsbedingt gering)
  • Persönliche Identität gestört
  • Sinneswahrnehmungen gestört
  • Hoffnungslosigkeit
  • Machtlosigkeit
  • Verzweiflung
  • Wissensdefizit
  • Orientierung beeinträchtigt
  • Verwirrtheit (akut / chronisch)
  • Denkprozess verändert
  • Gedächtnis beeinträchtigt
  • Trauer (unbewältigt / chronisch)
  • Posttraumatische Reaktion
  • Angst