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Die Pflegeplanung

 

Ressourcen /Probleme

Pflegeziel

Pflegemaßnahmen

Evaluation
Definition Definition Definition Definition
Aktuelle, potenzielle, oder vermutliche Probleme oder Einschränkungen eines Menschen in seinen Lebensaktivitäten und die ihm zur Verfügung stehenden Fähigkeiten

Die im Rahmen des Pflegeprozesses zu erreichenden Zustände

 

Die pflegefachlich erforderlichen Maßnahmen und Interventionen, die (nachweislich) zum Erreichen der jeweiligen Pflegeziele geeignet sind

Auswertung der Pflegeplanung

 

Die Pflegeplanung muss in regelmäßigen Abständen strukturiert ausgewertet werden. Sind die geplanten Pflegeziele erreicht worden? Sind neue Pflegeziele anzustreben?Sollen die bisherigen Pflegeziele beibehalten werden? Stimmt die Informationssammlung noch? Haben sich Probleme oder Ressourcen verändert? Wo sind Fehlerquellen?

Bei der Formulierung zu beachten Bei der Formulierung zu beachten Bei der Formulierung zu beachten
exakte und spezifische Formulierung (Was genau ist das Pflegeproblem) (Welche Fähigkeiten sind vorhanden und können eingesetzt werden)

realistische Auswahl von Pflegezielen

Erreichbarkeit

• was erfolgt
• wann erfolgt es
• durch wen
wie
• wie oft / lange
• wie / womit
Beispiel Beispiel Beispiel
nicht: Alzheimer (medizinische Diagnose)
sondern: eingeschränkte Flüssigkeitsaufnahme durch Demenz
nicht: Bewohner trinkt ausreichend
sondern: Bewohner trinkt 1,5 Liter / Tag
nicht: Bewohner immer wieder trinken anbieten
sondern: zu jeder Mahlzeit wird BW von der jeweiligen PP ein Glas Saft (200 ml) angeboten und an das Trinken erinnert / Erstellung Flüssigkeitsbilanz
Problem und Ursache

möglichst Ursache beheben, Fähigkeiten erhalten / fördern

Überprüfbarkeit

vollständig und geeignet, um die Ziele zu erreichen?

 

Pflegeziel erreicht?

 

 

Ressourcen und Probleme

Von den Ressourcen (auch Fähigkeiten) und Problemen leiten sich die Pflegeziele und Pflegemaßnahmen ab. Die Probleme eines Klienten fallen meistens zuerst auf, bergen aber die Gefahr in sich, den Klienten ausschließlich unter seinen Defiziten zu betrachten. Die Ressourcen werden oft vernachlässigt, da sie nicht "abrechenbar" sind. Sie sollten aber stets beachtet werden, da sie die Hilfsquellen des Klienten darstellen und Auskunft über seine Copings geben.

Beispiele

1. AEDL Kommunizieren

Problem: Kann Hilfsmittel nicht akzeptieren; Wortfindungsschwierigkeiten; Sprachstörungen

Ressource: Kann sich durch Gestik verständigen, kommuniziert gerne; akzeptiert Hilfe

2. AEDLSich bewegen 

Problem: Bewegungseinschränkung; erhöhtes Sturzrisiko; fest bettlägrig

Ressource: Akzeptiert Lagerung; kann mit Hilfsmitteln umgehen; ist bewegungsfreudig

3. AEDLVitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten

Problem: Oberflächliche Atmung aufgrund von Schmerzen; friert leicht; kann schlecht abhusten

Ressource: Intaktes Wärme- und Kälteempfinden; akzeptiert Hilfsmittel; ist kooperativ

4. AEDL Sich pflegen 

Problem: Kann sich nicht selbständig waschen; vernachlässigt die Körperpflege; empfindliche Haut

Ressource: Hat Schamgefühl; legt Wert auf gepflegtes Äußeres; kann sich den Oberkörper alleine waschen  

5. AEDL Essen und Trinken

Problem: Adipositas; Schluckbeschwerden; erhöhte Aspirationsgefahr

Ressource: Spürt Sättigungsgefühl; selbständige ausreichende Flüssigkeitsaufnahme; Vollkost 

6. AEDL Ausscheiden

Problem: Inkontinenz; Obstipationsgefahr; Anus praeter

Ressource: Akzeptiert Inkontinenzmaterial; ist kontinent; wäscht sich alleine nach dem Toilettengang die Hände 

7. AEDL Sich kleiden

Problem: Kleidet sich nicht witterungsgerecht; lehnt Wäschewechsel ab; kann sich nicht alleine anziehen

Ressource: Wählt seine Kleidung alleine aus; zieht sich situationsgerecht an; legt Wert auf gepflegtes Äußeres 

8. AEDL Ruhen und schlafen

Problem: Einschlafstörungen; gestörter Tag-, Nachtrhytmus; Schlaflosigkeit

Ressource: Hat ausreichend Schlaf; erkennt sein Ruhebedürfnis; nutzt seine Schlafrituale 

9. AEDL Sich beschäftigen

Problem: Kann sich nicht selber beschäftigen; kann sich nicht entscheiden; ist unmotiviert 

Ressource: Hat Freude an Beschäftigungen; zeigt Interesse; kann Wünsche äußern 

10. AEDL Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten

Problem: Kann seine Sexualität nicht ausleben; fehlendes Schamgefühl; schwaches Selbstwertgefühl

Ressource: Fühlt sich angenommen; kann mit Nähe und Distanz umgehen; fühlt sich in seiner Rolle wohl 

11. AEDL Für eine sichere Umgebung sorgen

Problem: Selbstgefährdung durch fehlende Orientierung; Sturzgefahr; erkennt keine Gefahren

Ressource: Akzeptiert Sicherheitsmaßnahmen; entscheidet situationsgerecht; hat ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis 

12. AEDL Soziale Bereiche des Lebens sichern

Problem: Desinteresse an der Umwelt; hat keine Bezugspersonen; isoliert sich

Ressource: Kontakte zu Angehörigen; geht auf andere Menschen zu; akzeptiert die Regeln des Zusammenlebens 

13. AEDL Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen 

 > die Existenz gefährdende Erfahrungen: Unbewältigte Erlebnisse; Misstrauen; keinen Sinn im eigenen Leben erkennen

> die Existenz fördernde Erfahrungen: Kann seine Religion leben; hat Vertrauenspersonen; Copings  

 > Erfahrungen, welche die Existenz fördern oder gefährden: Schlimme verarbeitete Erlebnisse; Akzeptanz der Krankheit oder Behinderung; Auseinandersetzung mit Ängsten

Pflegeziele

Ein Pflegeziel muss realistisch, in einem festgelegten Zeitraum erreichbar und überprüfbar sein. Die Pflegeziele in einer Pflegeplanung sind Nahziele oder Etappenziele, die zusammen die Umsetzung der Fernziele ermöglichen sollen. Fernziele sind übergeordnete Ziele, die nach Ablauf des Pflegeprozesses erreicht werden sollen. Bei einer Ressource oder Problem ergeben sich in der Regel mehrere Pflegeziele, die beachtet werden müssen, um die Wirksamkeit der Pflegemaßnahmen sicher überprüfen zu können.

Formulierungshilfen

(hervorgehobene Begriffe wie akzeptieren, gewähren, erhalten usw sind Schlüsselwörter, die auf Pflegeziele hinweisen)

akzeptiert Hilfsmittel

Sicherheit gewähren / geben

Wohlbefinden steigern / fördern

derzeitigen Zustand erhalten

kann Gefühle mitteilen / zeigen / wahrnehmen

versteht Pflegemaßnahmen / Anordnungen

akzeptiert Verordnungen / Therapie

Selbstbewusstsein fördern / steigern / stärken

erkennen von Schmerzen / Hilfsangeboten

kann den Transfer alleine durchführen

vermeiden von Sekundärerkrankungen

Kommunikation gewährleisten

Infektionsrisiko minimieren

findet Sinn im Leben

spricht über seine Ängste (setzt sich mit seinen Ängsten auseinander)

kann sich im Heimalltag einbringen

nimmt an Beschäftigungen teil

lernt / erlernt den Umgang mit Hilfsmitteln

 

Pflegemaßnahmen

Die Pflegemaßnahmen müssen konkret, klar formuliert und unmissverständlich beschrieben sein. Eine strukturierte und damit professionelle Pflege ist nur dann möglich, wenn alle Mitarbeiter in der Lage sind, die Pflegemaßnahmen korrekt und übereinstimmend auszuführen. Pflegemaßnahmen sind also genaue Anleitungen oder Anweisungen für alle Mitarbeiter.  

 
Die Pflegemaßnahmen richten sich nach den fünf W´s:
  • Wer (führt aus oder durch / macht / ist verantwortlich .......)?
  • Was (soll gemacht oder durchgeführt werden)?
  • Wie (soll die Maßnahme durchgeführt werden)?
  • Wann (Zeitrahmen, Dauer)?
  • Wie oft (Turnus)?

 

Pflegetagebuch

 

Pflegende Angehörige besitzen zumeist nicht die Kenntnisse zu einer Pflegedokumentation. Deshalb wird ihnen geraten, ein Pflegetagebuch über mehrere Wochen zu führen, dass die Pflegeleistungen dokumentiert. Im Pflegetagebuch wird der genaue zeitliche Aufwand der hauswirtschaftlichen und pflegerischen Hilfen festgehalten. Das Pflegetagebuch hilft dem MDK, das wirkliche Ausmaß der Pflegebedürftigkeit festzustellen. Denn bei dem Begutachtungstermin ist zunächst der Zustand des Pflegebedürftigen an diesem Tage ausschlaggebend. Und der kann ohne weiteres von der Norm abweichen. Das Pflegetagebuch ist quasi die Pflegedokumentation für Laien. 

    Muster für ein Pflegetagebuch