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Pneumonie (Lungenentzündung)

 

 

 

 

 Primäre Pneumonie

Bei bislang intakter Lunge verursachte Entzündung durch Bakterien, Viren oder Pilze (Achtung: Hospitalismuskeime)

 

 Sekundäre Pneumonie

Entzündung auf dem Boden einer nicht mikrobiell bedingten Veränderung der Atemwegsorgane

Beispielsweise Zirkulationsstörungen in der Lunge (z.B. Lungenödem), Bronchusveränderungen (z.B. Ca), toxische Einflüsse (z.B. Harnvergiftung), Aspiration (z.B. Fremdkörper)

 

Risikofaktoren

  • Kälte und Nässe
  • Traumen
  • Inhalative Gifte
  • Manipulation an Atemwegen (z.B. Tracheotomie, Intubation, Absaugen)
  • Konsumierende Grunderkrankungen (z.B. Ca, TB, Aids)
  • Schäden am Immunsystem (z.B. Aids, Leukämie)
  • Beeinträchtigte Schleimhautflora (z.B. durch Zytostatika, Antibiotika)
  • Infektionen im Mund-, Rachenraum oder obere Atemwegsorgane
  • Veränderung der Atmungsorgane (z.B. Stenosen, Aspiration)
  • Infektionen (z.B. Grippe, Masern, Keuchhusten)
  • Schluckstörungen (Aspiration)
  • Sekretstau
  • Schonatmung (z.B. Rippenverletzung)
  • Elastizitätsverlust des Gewebes im Alter
  • Hospitalisierung (Hospitalismuskeime)

 

Symptome

  • Flache, erschwerte, beschleunigte Atmung (evtl. Nasenflügelatmung)
  • Zyanose (bei ausgedehnter Pneumonie)
  • Husten
  • Thoraxschmerzen
  • Anstieg der Körpertemperatur
  • Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes

 

Beobachtung

  • Beobachtung der Atmung (Frequenz, Tiefe, Bewegung, Beschwerden, Geräusche)
  • Beobachtung des Hustens (Häufigkeit, Intensität, Produktivität)
  • Beobachtung des Sputums (Konsistenz, Farbe, Beimengungen)
  • Beobachtung der Haut (Farbe, Schweißsekretion)
  • Beobachtung der Körpertemperatur
  • Beobachtung der Herz-, Kreislaufsituation (Puls, RR)
  • Beobachtung des Schmerzes (Lokalisation, Zeitpunkt, Häufigkeit, Intensität, Art)
  • Beobachtung des Befindens, Empfindens (Äußerungen, Mimik, Bedürfnisse)

 

 

Pneumonieprophylaxe

 

Ziel der Pneumonieprophylaxe ist die Verhinderung einer Pneumonie. 

 

Mobilisation

Jede Form der Mobilisation mit körperlicher Aktivität führt zu einer intensiveren Atmung. Durch die körperliche Aktivität ist der Sauerstoffbedarf in den Körperzellen erhöht. Dadurch wird automatisch die Atmung vertieft. Die Alveolen (Lungenbläschen), auch tieferliegende, werden besser belüftet. Damit bleibt das Lungengewebe widerstandsfähig. Durch die verstärkte Ausatmung wird außerdem das Abhusten (Abtransport von Bronchialschleim) gefördert.

 

Lagerungen

Oberkörperhochlagerung oder Herzbettlagerung

Die Oberkörperhochlagerung (halbhoch bis hin zur sitzenden Position) erleichtert das Atmen. Dabei muss ein Abrutschen zum Fußende verhindert werden, ebenso ein Vorne-über-kippen. Wenn kein Pflegebett zur Verfügung steht, dass eine Herzbettlagerung erlaubt, verhindert eine Fußstütze das Abrutschen. Eine Knierolle entspannt die Bauchdeckenmuskulatur und stabilisiert zusätzlich den Oberkörper. Das Hochlagern der Arme erleichtert zusätzlich die Atmung, weil der Brustkorb nicht mehr die Last der Schultern hat. 

Seitenlagerung

Eine regelmäßige Seitenlagerung verhindert eine Sekretanschoppung. Mehrmals täglich (z.B. zweistündlich) sollte nach Lagerungsplan von rechts nach links und umgekehrt gelagert werden. Der  jeweils freiliegende Lungenflügel wird so gut belüftet.

 

90°-Seitenlagerung

Durch die hohe Druckbelastung sollte sie bei bestehendem Dekubitusrisiko nicht länger als 20 - 30 Minuten dauern. Der Vorteil dieser Lagerung ist, dass das Bronchialsekret zum Hauptbronchus befördert wird, wo es abgehustet werden kann. 

Halbmondlage

Durch die Dehnung des Oberkörpers kann sich die Lunge besser entfalten und die Alveolen werden besser belüftet.

 

Dehnlage

Die Dehnung wird durch Hochlagerung des Armes erreicht. Die Last des Schultergürtels wird vom Brustkorb genommen. Der Effekt kann unterstützt werden durch ein gerolltes Kissen unter den Flanken und ein kleines Kissen unter dem Kopf.

 

V-Lagerung

Ermöglicht eine intensive Belüftung der Lungenspitzen

 

T-Lagerung

Der Brustkorb wird gedehnt, die Atmung erleichtert.

Kutschersitz

Vergrößerung der Atemfläche durch die Sitzposition.

 

Links Kutschersitz, rechte Sitzhaltung ermöglicht ein leichteres Atmen.

 

Drainage-Lagerungen wie beispielsweise horizontale Bauchlage, Bauchlage mit Kopftieflage (Neigungswinkel 20°), Rückenlage mit Kopftieflage, Quincke-Hängelagerung (Oberkörper liegt tiefer als der Rest des Körpers),  Bottle-Down-Lagerung („Kopfstand“) können nur sehr kurzzeitig unter Aufsicht angewandt werden und sind Aufgabe der Physiotherapeuten oder Fachpflegekräfte.

 

Atemgymnastik

Zum tiefen Atmen aktivieren (verhindert Sekretstau)

Durch die Nase atmen lassen (Schutzfunktion der Nase nutzen)

Stoßweise ausatmen lassen (fördert den Sekretauswurf)

Bauchatmung: Hände auf den Bauch und bewusst atmen lassen

Thoraxatmung: Hände seitlich an den Brustkorb 

Flankenatmung: Hände in Nierengegend und zu den Händen hinatmen lassen

 

"Äpfelpflücken"

Ganz lang machen und nach oben strecken, um die imaginären Äpfel vom Baum zu pflücken. Dann weit nach vorne runterbeugen, um die Äpfel in den Korb zu legen

 

Ausatmen gegen Widerstand

Luftballons aufpusten

Wattefußball: Spielfläche mit Tor auf einen Tisch aufmalen, in das der Wattebausch mittels Strohhalme gepustet werden muss

 

Es gibt außerdem verschiedene Hilfsmittel und Geräte zum Atemtraining (z.B. Triflo-Atemtrainer).

 

Weitere pflegerische Maßnahmen

Abklopfen

Vibrationsmassage

Waschrichtung

Zimmer gut durchlüften ohne Zugluft 

Luft anfeuchten mit Hilfe eines Luftbefeuchters

 

Flüssigkeitszufuhr

Bei pneumoniegefährdeten Betreuten muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden (Bilanzierung).

 

Medizinische Intervention

Nach ärztlicher Anordnung Anwendung von feuchtwarmen Umschlägen oder Wickeln um den Thorax, Inhalation (evtl Zugabe von NaCl, ätherische Öle)

Einreibungen

Schleimlösende Medikamente

 

Gefährliche Pflege

Grundpflege bei geöffnetem oder geklapptem Fenster