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Interessante Berichte aus Pflege und Medizin

1. Zur Alzheimer-Diagnostik

2. Erkenntnisse über MS

3. Rauchen und Epilepsie

4. Demografischer Wandel

5. Sexuelle Gewalt an Frauen mit Behinderung

6. Ärzte warnen vor Internet-Doktor "DrEd"

7. MAKS-System bei Demenz

8. Pflegereform beschlossen

9. Jedes fünfte Altenheim betrügt seine Bewohner

10. Mängel in der Pflege 

11. Krankenpfleger als Herr über Leben und Tod

12. Fast jeder Dritte im Heim hat chronische Schmerzen

13. Ohne Leiharbeiter geht in der Pflege gar nichts mehr

 

 




 

 

Hamburger Abendblatt

16.11.2011, 06:48 Uhr

 

 

Alzheimer ist in der Nase erkennbar


DARMSTADT/LEIPZIG. Bisher wird Alzheimer meist erst spät diagnostiziert: Wenn erste Störungen des Kurzzeitgedächtnisses auftreten, ist das Gehirn teilweise schon erheblich geschädigt. Pathologen des Klinikums Darmstadt und Chemiker der Technischen Universität (TU) Darmstadt haben nun ein neues Verfahren zur Früherkennung von Alzheimer entwickelt. Dieses mache in der Nasenschleimhaut Ablagerungen von bestimmten Eiweißen sichtbar, die dort schon Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit auftauchten, teilte die TU Darmstadt mit.

Es geht um Ablagerungen des sogenannten Tau-Proteins, die bei Alzheimer-Patienten dafür sorgen, dass Hirnzellen absterben. Bisher sei bekannt gewesen, dass sich diese Ablagerungen in Hirnzellen und in Nervenzellen der Augen zeigen. Deshalb sei bei der Alzheimer-Diagnose teilweise die Netzhaut untersucht worden, wobei Farbstoffe die Ablagerungen im Auge sichtbar machten, erläutert Chemiker Boris Schmidt von der TU Darmstadt. Bei Forschungen an solchen Farbstoffen entdeckten die Wissenschaftler, dass die Farbstoffe auch Eiweiß-Ablagerungen in der Nasenschleimhaut sichtbar machen können.

"Je mehr Tau-Ablagerungen wir in den Nasen der Patienten gefunden haben, desto stärker waren auch die Hirnstrukturen befallen - ein solcher Zusammenhang konnte bei den Ablagerungen im Auge bislang nicht sicher festgestellt werden", sagte Schmidt. Insofern erlaube die Untersuchung der Nasenschleimhaut genauere Aussagen über das Krankheitsstadium als ein Netzhaut-Scan.

Ein zusätzlicher Vorteil der Nasen-Untersuchung sei, dass sie Patienten weniger beeinträchtige. Eine mögliche Vorsorgeuntersuchung könnte Schmidt zufolge so aussehen, dass die Farbsubstanz in Tablettenform oder per Nasenspray verabreicht wird. Die eigentliche Untersuchung könnte dann mit einem Licht-Endoskop erfolgen.

Eine weitere neue Methode zur Alzheimer-Früherkennung haben Forscher der Leipziger Zweigstelle des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf entwickelt. Bei dem Verfahren wird im Gehirn mit einem schwach radioaktiven Präparat ein Molekül markiert, dessen Menge bei Alzheimer-Patienten bereits in einem frühen Stadium der Krankheit zurückgeht. Der Nachweis erfolgt mit der sogenannten Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Diese erzeugt Schnittbilder, auf denen die markierten Moleküle sichtbar werden. So lässt sich feststellen, ob deren Zahl abgenommen hat.

Die radioaktiven Ausgangsstoffe für das Präparat stellen die Leipziger Forscher in einem Teilchenbeschleuniger her. Das Präparat selbst entwickelten sie auf der Basis einer toxischen Verbindung, die bei südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vorkommt.(HA, dpa)

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Online Focus Mittwoch, 26.10.2011, 19:00

 

Multiple Sklerose

Auslöser im Darm ermittelt

Seit Jahrzehnten sucht die Multiple-Sklerose-Forschung nach den Ursachen. Jetzt haben deutsche Wissenschaftler eine heiße Spur gefunden: Möglicherweise verursachen nützliche Darmbakterien die Autoimmunerkrankung.

Die natürliche Darmflora ist wahrscheinlich der lange gesuchte Auslöser der Multiplen Sklerose (MS): Die unter normalen Bedingungen unschädlichen Bakterien können bei genetisch vorbelasteten Menschen eine Überreaktion des Immunsystems auslösen. Als Folge greife die köpereigene Abwehr das eigene Nervensystem an und löse damit die MS aus.

Bekannt war bisher, dass die nervenzerstörende Autoimmunkrankheit sowohl auf genetischer Veranlagung als auch auf noch unbekannten Umweltfaktoren beruht. Als mögliche Kandidaten für solche Faktoren galten bislang unter anderem verschiedene Krankheitserreger. Jetzt konnten sie jedoch nützliche Bakterien als Auslöser identifizieren, sagen die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie.

Der Darm spielt Schlüsselrolle für MS

Ihre Entdeckung machten die Forscher mit Hilfe genetisch veränderter Mäuse. Bei diesen Tieren treten normalerweise Entzündungsreaktionen im Gehirn auf, die der durch die MS ausgelösten beim Menschen ähneln. Wurden die Tiere jedoch in keimfreier Umgebung ohne Mikroorganismen im Darm gehalten, blieben sie gesund. Impften die Wissenschaftler diese Mäuse nachträglich mit normalen Darmbakterien, erkrankten auch sie.

Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass die Darmflora von Menschen mit entsprechender genetischer Veranlagung MS hervorrufen kann. Welche Bakterien am Ausbruch der Autoimmunerkrankung beteiligt sind, ist aber noch unklar. Als nächstes wollen die Wissenschaftler deshalb das gesamte mikrobielle Genom von Patienten mit MS analysieren und so Unterschiede in der Darmflora zwischen gesunden Menschen und MS-Patienten aufspüren.

Ernährung könnte wichtige Rolle spielen

Die neuen Erkenntnisse könnten bedeuten, dass auch der Ernährung eine zentrale Rolle bei der MS zukommt. Denn was wir essen bestimmt maßgeblich, welche Bakterien den Darm besiedeln. „Veränderte Essgewohnheiten könnten beispielsweise eine Erklärung dafür sein, warum die multiple Sklerose in asiatischen Ländern in den letzten Jahren zugenommen hat“, erklärt Hartmut Wekerle, Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie und einer der Autoren der Studie.

Reaktion von Bakterien mit Abwehrzellen

Die Forscher gewannen in ihrer Studie auch erste Einsichten dazu, wie die Darmflora zum Ausbruch der MS führen könnte: „Offenbar wird das Immunsystem in zwei Phasen aktiviert: Zunächst werden T-Zellen in den Lymphgefäßen des Darmtrakts aktiv und vermehren sich“, sagt Studienleiter Gurumoorthy Krishnamoorthy, ebenfalls vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie.

Mögliche Auslöser für die Aktivierung dieser Abwehrzellen könnten Clostridien sein, mutmaßen die Forscher. Diese Bakterien seien Bestandteil einer gesunden Darmflora und träten häufig in direkten Kontakt mit der Darmwand. Bei genetisch für MS veranlagten Menschen könnte dieser Kontakt die T-Zellen aktivieren. Dieser Schritt löse dann eine Reihe von Prozessen aus, die letztlich zu den für MS typischen Entzündungsreaktionen im Gehirn führen, schreiben die Wissenschaftler.

Nach ihrer Ansicht löst diese Erkenntnis auch ein seit langem bestehendes „Henne-Ei“-Problem: Bisher war unklar, ob das Nervensystem oder das Immunsystem den Ausbruch der Krankheit auslösen. „Die Frage nach Ursache und Folge beschäftigt die MS-Forschung seit langem. Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass das Immunsystem die treibende Kraft ist“, sagt Wekerle.

Die Studie der deutschen Forscher ist im Fachmagazin „Nature“ erschienen.

 

kh/dapd

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ÄRZTE ZEITUNG.DE, 19.11.2009

 

Raucher haben erhöhtes Risiko für Epilepsie

BOSTON (ars). Zu den vielen Nachteilen des Rauchens gehört auch dieser: Es erhöht das Risiko für epileptische Anfälle, und zwar fast um das Dreifache. Das belegt die prospektive Auswertung von Daten der Nurses' Health Study II mit 116 608 Frauen.

Gute Nachrichten dagegen gibt es für Kaffee- und Alkohol-Liebhaber: Ein moderater Konsum dieser Genussmittel wirkt sich nicht auf die Wahrscheinlichkeit für Krampfanfälle aus, berichten Forscher aus Boston (Epilepsia online).


BZgA, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, rauchfrei

News 27.11.09

 

Rauchen erhöht das Risiko für epileptische Anfälle


Rauchen erhöht offenbar das Risiko für Epilepsie – zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie griffen für ihre Studie auf den umfangreichen Datenpool der „Nurses Health Study II“ zurück. Regelmäßigen Leserinnen und Lesern der Rauchfrei News dürfte diese Untersuchungsreihe ein Begriff sein. Über 100.000 Frauen, die im Gesundheitswesen beschäftigt sind, werden im Rahmen der Nurses Health Study befragt. Des Weiteren liegen zum Teil auch medizinische Untersuchungsergebnisse von den Probandinnen vor. Immer wieder werden diese Daten für neue Analysen genutzt, auch zum Thema (Nicht-) Rauchen.

Bei der aktuellen Auswertung wurde der Zusammenhang zwischen dem individuellen Zigarettenkonsum und dem Auftreten von epileptischen Anfällen genauer untersucht. Es zeigte sich, dass Rauchen die Wahrscheinlichkeit für einen epileptischen Anfall nahezu um den Faktor 3 erhöht. Andere vorliegende Risiken (wie zum Beispiel ein früherer Schlaganfall) wurden dabei mittels statistischer Prozeduren ausgeschlossen, so dass die erhöhte Auftretenswahrscheinlichkeit auf das Rauchen zurückgeführt werden kann.

Die Forscherinnen und Forscher halten zusätzliche Untersuchungen für notwendig, um die gefundenen Zusammenhänge weiter zu fundieren. So muss beispielsweise überprüft werden, ob sich bei Männern vergleichbare Ergebnisse zeigen. Dennoch sind die gewonnenen Erkenntnisse ernst zu nehmen, vor allem weil der ermittelte Risikofaktor hoch ist. Ein zusätzliches Argument für all jene, die noch rauchen, nun einen Ausstieg in Angriff zu nehmen, ist das Untersuchungsergebnis in jedem Fall.

 

Siehe auch: Dworetzky B., Bromfield E. Townsend A., Kang J. (2009). A prospective study of smoking, caffeine, and alcohol as risk factors for seizures or epilepsy in young adult women: Data from the Nurses’ Health Study II in Epilepsia; 1–8, 2009; doi: 10.1111/j.1528-1167.2009.02268.x

 

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welt-online 19.03.2008

 

DEMOGRAFISCHER WANDEL

 

Über 50 Prozent mehr Pflegefälle in Deutschland

Weil die Deutschen immer älter werden, steht die Bundesrepublik vor einem riesigen Problem: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird bis 2030 womöglich um mehr als die Hälfte ansteigen. Auch deutlich mehr Krankenhausbehandlungen drohen. Steht das Gesundheitssystem vor dem Kollaps?

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland dürfte nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in den nächsten Jahren drastisch zunehmen. Bis 2030 könne der absehbare demografische Wandel zu etwa 58 Prozent mehr Pflegebedürftigen und zwölf Prozent mehr Krankenhausbehandlungen führen als heute, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die Zahl der Pflegebedürftigen werde von 2,1 Millionen auf 3,4 Millionen und die der Krankenhausbehandlungen von 17 Millionen auf 19 Millionen steigen.

Ursache ist die zunehmende Zahl älterer Menschen bei insgesamt sinkender Gesamtbevölkerung. Nach den Ergebnissen der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung werde die Zahl der 60-Jährigen und Älteren bis 2030 um rund 38 Prozent von 20,5 Millionen auf voraussichtlich 28,4 Millionen zunehmen. Die Zahl der über 80-Jährigen soll sogar um 73 Prozent von 3,6 Millionen auf 6,3 Millionen steigen.

Die veränderte Bevölkerungsstruktur dürfte dabei zu einem deutlich höheren Anteil älterer Pflegebedürftiger führen: Während heute 53 Prozent der Pflegebedürftigen 80 Jahre und älter sind, könnten es 2030 bereits rund 65 Prozent sein. Die Zahl der Pflegebedürftigen in diesem Alter steigt dabei von 1,1 Millionen auf etwa 2,2 Millionen. Bei dieser Berechnung wird angenommen, dass sich der Anteil der Pflegebedürftigen in jeder Altersgruppe bis 2030 nicht verändert.

Wird hingegen davon ausgegangen, dass sich das Pflegerisiko entsprechend der steigenden Lebenserwartung in ein höheres Alter verschiebt, läge die Zahl der Pflegebedürftigen ab 80 Jahren künftig nur bei zwei Millionen. Die Gesamtzahl der Pflegebedürftigen würde in diesem Modell statt auf 3,4 Millionen nur auf 3 Millionen ansteigen.

 

Starke Zunahme von Alterskrankheiten

Bei der Entwicklung der Behandlungsfälle in Krankenhäusern ergibt sich ein differenzierteres Bild: Bei gleich bleibender Behandlungsquote aller Altersgruppen ist wegen der sich ändernden Altersstruktur zwar ein Anstieg um insgesamt zwei Millionen Behandlungsfälle zu erwarten.

Wird hingegen davon ausgegangen, dass altersbedingte Krankheiten wegen der steigenden Lebenserwartung erst später auftreten, erhöht sich die Zahl der Krankenhausbehandlungen statt auf 19 Millionen nur um knapp eine Million auf 17,9 Millionen.

 

EU-Umfrage: Deutsche sehen gravierende Mängel in der Altenpflege

Fast jeder zweite Bundesbürger zeigte sich in einer Umfrage davon überzeugt, dass die Vernachlässigung und Misshandlung alter Menschen in Deutschland ein weit verbreitetes Phänomen ist. Die Umfrage, die die EU-Kommission anlässlich einer Experten-Konferenz über die Rechte älterer Menschen in Brüssel vorstellte. Demnach sind sich 42 Prozent aller Deutschen sicher, dass viele hilfsbedürftige Senioren schlecht behandelt werden. Im EU-Durchschnitt sehen 47 Prozent der Bürger solche Missstände in ihrem Land.

Am meisten besorgt zeigten sich die Rumänen (86 Prozent), die Griechen und die Italiener. In Zypern, Schweden und der Slowakei ist dagegen nur rund ein Fünftel der Bevölkerung beunruhigt. 45 Prozent aller Europäer halten die Standards in Altenheimen für mangelhaft. Die häufigste Form der Misshandlung ist in den Augen der EU-Bürger eine unwürdige Umgebung mit wenig sozialen Kontakten, wenig Beschäftigung und schlechter Essensversorgung. Auch die Vernachlässigung körperlicher Probleme und finanzieller Betrug stehen oben auf der Liste.

"Immer mehr Menschen müssen künftig von ihren Angehörigen oder von Fachkräften gepflegt werden", sagte EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla. Er verwies darauf, dass sich der Anteil der Menschen über 80 Jahre bis zum Jahr 2050 verdrei- bis vervierfachen werde. Die EU-Staaten entwickelten bereits Maßnahmen gegen Missbrauch, etwa Schulungen, Krisentelefone und Kontrollsysteme. "Gleichwohl muss europaweit noch weit mehr geschehen", unterstrich Spidla.

Der Bundestag hatte am Freitag die Pflegereform verabschiedet. Sie sieht eine Erhöhung der Leistungsentgelte vor, vorwiegend für die Pflege zu Hause. Demenzkranke Menschen erhalten 100 oder 200 Euro pro Monat für eine bessere Betreuung. Für altersverwirrte Heimbewohner werden mehr Betreuer eingestellt. Angehörige können für die Pflege bis zu einem halben Jahr aus dem Beruf aussteigen.

 

AP/DPA/AFP/FSL

 

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23.11.2011 06:10 sueddeutsche.de

 

Missbrauch statt Fürsorge

 

Berlin - Fast jede zweite körperlich behinderte Frau ist schon mal Opfer sexueller Übergriffe geworden. Jede dritte bis vierte Frau mit Behinderung hat sexuelle Belästigung in ihrer Kindheit und Jugend erlebt. Das geht aus einer Studie der Universität Bielefeld hervor, die am Dienstag bei einer Fachtagung in Berlin vorgestellt wurde. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) bezeichnete das Ausmaß des Missbrauchs als 'erschreckend hoch' und kündigte schnelle Hilfe für die Opfer an. Wissenschaftler hatten - in vereinfachter Sprache - 1561 blinde, gehörlose und körperlich beeinträchtigte Frauen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren befragt. Demnach werden Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen zwei bis dreimal häufiger Opfer von Missbrauch als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt. In Betreuungseinrichtungen sei fast jede dritte Frau von sexuellen Übergriffen betroffen. In einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2004 betrug dieser Anteil zehn Prozent.

KNA

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Berliner Morgenpost Samstag, 3. Dezember 2011 19:26

 

Ärzte warnen vor Internet-Doktor "DrEd"

 

Es erscheint so viel bequemer, sich per Mausklick von zu Hause behandeln zu lassen, und trotzdem kann das Internet keinen Arztbesuch ersetzen. Arztverbände warnen deswegen besonders vor dem neuen Internetportal "DrEd" aus London.

Vor dem neuen Internetportal "DrEd" aus London wird gewarnt

Ärzteverbände warnen vor dem neuen Internetportal "DrEd" aus London. "Es kann einen Arztbesuch nicht ersetzen", sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl. Auch ein Beitrag zur Verbesserung der Krankenversorgung sei das Portal nicht.

Diagnose und Behandlung allein über das Internet könnten nicht im Interesse des Patienten sein, heißt es auch von der Bundesärztekammer. Die Ärzteschaft sehe Angebote wie dieses äußerst skeptisch.

Patienten mit Asthma, Bluthochdruck, Blasenentzündung und weiteren Krankheiten können sich bei "DrEd" per Mausklick behandeln lassen, bekommen ihr Rezept per Post oder die Medikamente durch eine Online-Apotheke zugesandt. Die Patienten müssen nur Fragebögen beantworten. "Ein Telefongespräch mit dem Arzt ist möglich, wenn nötig", erklärt Sprecher Jens Apermann. Für akute Erkrankungen und Notfällen sei das Portal nicht geeignet, erklärt er. Eine Praxisgebühr entfällt, doch die Behandlungen kosten bis zu 29 Euro.

Zwei deutsche Ärzte arbeiten für das Unternehmen mit Sitz in London. "Das hat rechtliche Gründe", sagt Apermann. In England sei das Angebot legal, in Deutschland nicht. Abgesehen von Notfallbehandlungen gelte hierzulande das Fernbehandlungsverbot nach den Satzungen der jeweiligen Landesärztekammern, erklärt Carsten Dochow, Mitarbeiter am Göttinger Zentrum für Medizinrecht.

Ärzte dürfen Patienten nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien behandelt oder beraten. Auch bei telemedizinischen Verfahren sei zu gewährleisten, dass zumindest ein Arzt den Patienten unmittelbar therapiert. Das Portal "DrEd" bezeichnet sich selbst als telemedizinisches Angebot. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin mit ihren Leitlinien sieht das anders. Das Unfallkrankenhaus Berlin hat etwa eigenen Angaben zufolge 2004 als bundesweit erstes Krankenhaus mit der Telemedizin begonnen. Die Berliner Ärzte ersetzen die Spezialisten, die es vor Ort nicht mehr gibt, nicht aber den betreuenden Arzt.

BMO

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Focus online Donnerstag, 01.12.2011, 13:40

 

Demenz

MAKS-System bremst Vergesslichkeit

Demenz hat verschiedene Ursachen – doch egal, wie schnell sie fortschreitet, stets lässt die Gehirnleistung nach. Wenn Demente die vier Säulen des MAKS-Systems berücksichtigen, können sie den Verfall aufhalten.

Die Symptome einer Demenz reichen von Verwirrung, Gedächtnisverlust und Sprachproblemen bis hin zu Verständnisschwierigkeiten. Mit der Zeit prägen sich die Einschränkungen immer weiter aus und die Demenz kann sowohl für die Betroffenen als auch ihre Verwandten und Pflegenden zu einer großen Belastung werden. Medikamente können den geistigen Verfall aufhalten. Das gleiche gelingt auch durch Verhaltensregeln, den vier Säulen der MAKS-Therapie, die Erlanger Wissenschaftler in „BMC Medicine“ vorgestellt haben.

Die Forscher um Elmar Gräßel von der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen bezogen in ihre Untersuchung Demenzkranke aus fünf bayerischen Pflegeheimen ein. Per Zufall wurde die Hälfte von ihnen entweder dem einjährigen MAKS-Programm zugeteilt oder ganz normal medikamentös weiterbehandelt. Die Teilnehmer der MAKS-Gruppe erhielt zwei Stunden Gruppentherapie an sechs Tagen pro Woche und darüber hinaus ihre normale medikamentöse Behandlung und Therapien, die die jeweiligen Pflegeheime anboten.

Keine Verschlechterung nach zwölf Monaten

Das MAKS-System basiert auf vier Säulen: Die motorische Stimulation (M) schließt beispielsweise Kegeln, Krocket oder Gleichgewichtsübungen ein. Tägliche Aktivitäten (A) beinhalten die Zubereitung kleiner Mahlzeiten, Gartenarbeit oder Handwerken. Die kognitive Stimulation (K) besteht aus individuellen oder Gruppenpuzzles. Hinzu kommt in der zehnminütigen Einführung zu jeder Gruppentherapie ein „spirituelles Element“ (S) – die Teilnehmer diskutieren Themen wie Glück oder singen Lieder.

Nach zwölf Monaten untersuchten die Forscher ihre Studienteilnehmer erneut und stuften sie auf der Alzheimer´s Disease Assessment Scale (ADAS) ein – einer Skala, über die Ärzte ermitteln, wie fortgeschritten die Demenz bereits ist. Für die MAKS-Teilnehmer zeigte sich keine Verschlechterung ihrer Gehirnleistung. Die Kontrollgruppe dagegen hatte während dieses Zeitraums messbar geistig abgebaut.

Besonders profitieren moderat Demente

„Die besten Ergebnisse erzielten wir für Patienten mit milder bis moderater Demenz. Die Wirkung der MAKS-Therapie auf die kognitive Funktion war mindestens so gut wie eine Behandlung mit Cholinesterase-Hemmern“, sagt Gräßel. Die Patienten des MAKS-Programm kamen im Alltag doppelt so gut zurecht wie ihre herkömmlich therapierten Leidensgenossen.

Die Forscher wollen nun herausfinden, ob der Gedächtnisschwund so über längere Zeit hinweg aufgehalten werden kann.

hb

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Pflegereform beschlossen

 
Bundestag hat Demente nicht vergessen
 
(29.06.2012 Quelle: dpa)
 
Demenzkranke und ihre Angehörigen erhalten künftig mehr Leistungen aus der Pflegeversicherung. Der Bundestag verabschiedete am Freitag mit den Stimmen der Regierungskoalition eine Reform der Pflegeversicherung, die ab kommendem Jahr höhere Pflegesätze für die 500.000 Demenzkranken sowie mehr Unterstützung für ihre Angehörigen vorsieht. 
 
Außerdem soll der Staat Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige fördern. Zugleich stimmte der Bundestag für den Einstieg in die staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung. In Deutschland sind derzeit rund 2,4 Millionen Menschen pflegebedürftig. Die Zahl dürfte sich bis 2050 auf bis zu vier Millionen erhöhen.
 
Opposition kritisch
 
Nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) bringt die Reform deutliche Verbesserungen. Überall in Europa würden angesichts der Krise Sozialleistungen abgebaut, während die Bundesregierung die Leistungen in der Pflege noch erhöhe. Die Opposition lehnte die Pflegereform als unzureichend ab, weil sie keinen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff einführe. Die sogenannte Pflege-Riester- oder Pflege-Bahr-Versicherung bewertete sie als Privatisierung des Pflegerisikos.
 
Zur Finanzierung der neuen Leistungen soll der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung ab Januar um 0,1 Prozentpunkte erhöht werden. Die Regierung rechnet in den Jahren 2013 bis 2015 mit Mehreinnahmen von rund 3,54 Milliarden Euro.
 
120 Euro im Monat
 
Nach der Regelung sollen Versicherte ohne Pflegestufe mit "erheblich eingeschränkter
Alltagskompetenz" (sogenannte Pflegestufe 0) erstmals Pflegegeld von monatlich 120 Euro oder Pflegesachleistungen von bis zu 225 Euro erhalten.
 
Auch Demenzkranke mit Pflegestufe I oder II sollen mehr Pflegegeld oder höhere Sachleistungen erhalten. Außerdem sollen Pflege-Wohngemeinschaften stärker gefördert werden, ebenso die Rehabilitation und die Rentenansprüche der Pflegenden. Der Pflege-Riester bezuschusst private Pflegetagegeldversicherung mit fünf Euro pro Monat bei mindestens zehn Euro Eigenbeitrag im Monat.
 
Die Versicherer müssen im Pflegefall in der höchsten Pflegestufe III mindestens 600 Euro pro Monat auszahlen. Männer und Frauen sollen dieselben Versicherungsbedingungen erhalten. Die Versicherungen sind verpflichtet alle Interessenten aufzunehmen.
 
Die Pflegereform im Überblick
 
Private Vorsorge
Der Abschluss privater Zusatzversicherungen für den Pflegefall wird steuerlich gefördert. Zahlt ein Versicherter dafür mindestens zehn Euro monatlich, bekommt er fünf Euro dazu. Der aktuelle Gesundheitszustand spielt dabei keine Rolle.
Beitragssatz
Leistungsverbesserungen
Ambulante Versorgung
Flexibilisierung
Pflegende Angehörige
Selbsthilfegruppen
Pflege-WGs
Anträge auf Leistungen und Beratung
Ärzte in Heime
 
Nach den Worten von Bahr stellt das Neuausrichtungsgesetz "niemanden schlechter, aber viele besser". So seien Demenzkranke bislang kaum berücksichtig worden. Auch hätten Pflegebedürftige nun erstmals Wahlmöglichkeiten bei den Leistungen. Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn verteidigte den Pflege-Riester. Die soziale Pflegeversicherung biete lediglich einen Teilkaskoschutz. Die private Vorsorge solle deshalb das Risiko der Mehrkosten mindern.
 
SPD will Pflegeausbildung
 
Elke Ferner (SPD) warf der Regierung vor, die Probleme nicht ansatzweise zu lösen. Es gebe keine durchgreifende Verbesserung für Demente, zudem fehle eine Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Den Pflege-Riester wertete sie als "Weg von der Solidarität hin zur Individualisierung der Pflegerisiken". Hilde Mattheis (SPD) forderte dem Antrag ihrer Partei entsprechend eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige und eine Unterstützung kommunaler Pflegeinfrastruktur sowie eine kostenlose Pflegeausbildung.
Elisabeth Scharfenberg (Grüne) sprach sich für eine solidarische Pflegebürgerversicherung aus. Der Pfleger-Riester sei "unsozial und überflüssig". Die Grünen würden bei einer Regierungsübernahme die Regelung rückgängig machen. Kathrin Senger-Schäfer (Die Linke) verwarf das Gesetz ebenfalls als sozial ungerecht. Die Versicherung führe weder zu langfristiger Sicherheit noch zu bezahlbaren Beiträgen, sondern zu einer "Zweiklassenpflege".
 
29.06.2012, Quelle: Reuters, KNA 
ZDF Heute.de

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Online Focus Mittwoch, 26.10.2011, 19:00

Jedes fünfte Altenheim betrügt seine Bewohner - WELT AM SONNTAG - Vermischtes

2. Oktober 2011, 08:03 Uhr, Autor: Anette Dowideit

 

Jedes fünfte Altenheim betrügt seine Bewohner

Mehr als zwei Millionen Deutsche sind pflegebedürftig, rund ein Drittel davon lebt in Pflegeeinrichtungen. Die Bedingungen dort sind oft sehr schlecht: Mindestens jedes fünfte Altenheim in Deutschland betrügt seine Bewohner und die Pflegekassen, weil es weniger Altenpfleger beschäftigt als nötig wären. Das geht aus einer Recherche der "Welt am Sonntag" hervor, für die wir verschiedene Heimaufsichten auf Landes- und Kommunalebene befragt haben. In Hessen, dem Bundesland, das über die am besten zentral dokumentierte Erfassung der Daten verfügt, verstieß im vergangenen Jahr sogar jedes vierte Heim gegen die gesetzlichen Vorgaben und strich die eingesparten Löhne als Gewinne ein. 

Die Spitzen der Sozialverbände und führende Pflegeexperten im Bundestag kritisieren die derzeitigen Kontrollen als zu lasch. "Dort, wo tatsächlich gefährliche Pflege stattfindet, muss durch die Aufsichten entschlossen gehandelt werden. Dann darf auch eine Schließung einer wiederholt auffälligen Einrichtung kein Tabu sein", sagte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, der "Welt am Sonntag". Jens Spahn, der gesundheitspolitische Sprecher der Union, sagte, die Aufsicht sei nicht grundsätzlich zu nachsichtig, "sie setzt aber nicht selten die falschen Schwerpunkte".

Bisher drohen den Heimbetreibern, die zu wenige Altenpfleger beschäftigen, in der Regel lediglich Verwarnungen oder Bußgelder. Nur in besonders drastischen Fällen, bei denen der Personalmangel bereits zur spürbaren Gefahr für die Bewohner, zu Unterernährung oder Misshandlungen geführt hat, verhängen die Behörden Belegungsstopps oder verfügen in wenigen Einzelfällen Schließungen. Die für Gesundheit und Soziales in der SPD-Bundestagsfraktion zuständige Abgeordnete Elke Ferner sagte, es dürfe nicht "als Kavaliersdelikt" abgetan werden, wenn Heime absichtlich zu wenige Pflegekräfte anstellten. "Wir können nur an die Heimaufsicht auf Landesebene appellieren, dass sie die gesetzlichen Möglichkeiten für Strafen ausschöpft." 

Wie groß die Mängel im Pflegesystem sind, zeigen auch Daten des Spitzenverbandes des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherun (MDS). Nach Auskunft des MDS stellen die Prüfer bundesweit bei unangemeldeten Kontrollen in etwa jedem dritten Heim "Ernährungsprobleme" bei den Bewohnern fest, darunter Unterernährung oder Dehydrierung. In bis zu einem Viertel der Heime werden demnach Wunden nicht optimal versorgt. Dabei kosten viele Heimplätze mehr als 4000 Euro im Monat. 

Das Bundesgesundheitsministerium mahnt ebenfalls strenge Kontrollen an: "Missstände sind in jedem Einzelfall schlimm und bedauerlich. Dahinter stehen immer menschliche Schicksale. Ich gehe davon aus, dass die zuständigen Länder mit ihren Aufsichten Missständen nachgehen", sagt Staatssekretär Thomas Ilka. Wichtig sei, dass in den Einrichtungen Transparenz und hohe Qualitätsstandards herrschten. Genau dies bezweifeln Branchenexperten. 

Kritik am derzeitigen Stand der Qualitätskontrollen in Heimen kommt auch vom CDU-Bundestagsabgeordneten und Pflegeexperten Willi Zylajew. Er moniert, dass in Deutschland zur Abschreckung kein zentrales Register existiert, das erfasst, welcher Heimbetreiber wie oft auffällig geworden ist.

 

Leser-Kommentar

 

Holger  vor 1 Stunde

 

Das kommt eben dabei heraus, wenn man dem Gott der Märkte huldigt, da wo es am wenigsten angebracht wäre - im Sozialbereich. Die Heime werden wie ein Unternehmen geführt und ein Unternehmen muss Gewinn abwerfen und zwar so effektiv wie möglich. Da bleiben die Bewohner und die Angestellten eben auf der Strecke - wie anderswo auch.

Nebenbei ist das nur die Spitze des berühmten Eisbergs. Manche Bewohner haben so wenig Geld, dass sie sich nicht einmal die Zuzahlungen zu den vom Arzt verordneten Medikamenten leisten können. DAS ist Realität in unserem Land.

 

 

Boe  vor 52 Minuten

 

Es wird weit aus bessere Pflege geleistet, als es hier wieder dargestellt wird! Kontrollen wie durch MDK etc. stützen u. bewerten die Pflege nur nach geführten Akten.Wehe da steht nicht alles drin.Viele dementielle veränderte Menschen leiden unter Ess u. Trinkstörungen.Pflege versucht mit allen Mitteln u. Künsten das zu beeinflussen.Natürlich nimmt der Betroffene ab u. dann heißt es "die verhungern o. dehydrieren.Eine sehr nervenaufreibende Arbeit u. tägliche Herrausforderung für die Pflegekräfte.Übrigens, wer dann keine Lust mehr auf Pflege hat, der studiert Pflegwissenschaften etc.o. wechselt zum MDK.  Wer in der Pflege tätig ist, kann diese Form der Darstellung nicht mehr lesen o. hören. Es kotzt viele Pflegende an! Sicher gibt es schwarze Schafe dafür gibt es bereits genügend Kontrollmechanismen wie MDK, Heimaufsicht, Seniorenbeiräte.

Es wäre auch mal angenehm,über die positiven Entwicklungen  innerhalb der Altenpflege/Heime zu berichten.Es hat sich in den letzten 25 Jahren vieles zum Positiven verändert.

 

Quelle: http://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article13637619/Jedes-fuenfte-Altenheim-betruegt-seine-Bewohner.html Wenn Du noch weitere Kommentare sehen möchtest, kopiere den link und rufe den Artikel auf.

 

Kommentar Amelie:  Ich glaube, dass eine optimale Versorgung immer von der Pflegekraft abhängig ist. Aber da immer mehr Heime weniger Pflegkräfte einstellen, kann die Pflegekraft viele Arbeiten aus Zeitdruck nicht sorgfältig bearbeiten. Es sollte eine Mindestanzahl von Pflegekräften pro Schicht festgelegt werden.

Ich kenne kein Altenheim in dem die Zustände so schlimm sind wie sie dargestellt werden. Die Pflege hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten zum Positiven entwickelt.

 

Kommentar Christian F.: Viele Pflegekräfte in den Altenheimen/Pflegeheimen pflegen und arbeiten ausgezeichnet, aber erledigen auch leider Tätigkeiten, die NICHT im Arbeitsvertrag geregelt werden oder sie müssen viele Überstunden schieben, da es wirklich zu wenige Kräfte oder Fachkräfte gibt, was ich bereits aus den Praktikas erfahren hatte!

Zum Kommentar von Boe: Klar wär es schön das Positive auch mal zu lesen, aber so lange die ''einfach'' zu beseitigenden Schwachpunkte vieler Heime nicht in Ordnung gebracht werden wie z.B. zu wenig Personal, was meiner Meinung nach Fakt ist, wird natürlich weiterhin an den Heimen stark kritisiert.

(Die Pflege der Pflegenden möchte ich nicht verurteilen, ich persönlich hatte bis jetzt keine schlechte Pflege mitbekommen.) 

 

Kommentar Julia: Der MDK sollte strengere Kontrollen durchführen und  mit größeren Strafen drohen! Jedoch sollte sich jedes Altenheim an der eigenen Nase packen und sich überlegen, ob ihnen das "heißbegehrte" Geld wichtiger ist  als die Gesundheit ihrer Bewohner? Die leidtragenden Pflegekräfte dürfen sich durch den Geiz Ihrer Vorgesetzten aufarbeiten. 

Bewertung der bisherigen zwei Lesekommentare:  Holger stellt es so dar wie es in vielen Altenheimen zugeht und bringt es somit auf den Punkt. Das Geld steht an erster Stelle, dann kommt der Mensch.

Boe sieht meines Erachtens alles etwas zu positiv! Natürlich hat sich in den letzten 25 Jahren vieles zum Positiven entwickelt, dennoch haben die Bewohner auch heute noch die gleichen Bedürfnisse wie früher ( Toilettengänge, Hunger-, Durstgefühl u.v.m). Solche alltäglichen Dinge können in einem Altenheim nicht durch moderne Technik ersezt werden! Für so etwas benötigt man ausreichend geeignete Pflegekräfte, die sich um die Bewohner kümmern können.    

 

Kommentar Natascha:  Ich finde, dass es in Pflegeeinrichtungen nicht soweit kommen darf,dass die Bewohner,unsere Kunden, unter den Auswirkungen des Pflegepersonalmangels  leiden . Ich habe während meiner Praktikumszeit auch großen Personalmangel erfahren, z.b war für 3 Stationen keine ausgebildete Pflegefachkraft da um die Nachtschicht zu machen. Dann musste die Pflegedienstleitung für Notfälle im Heim übernachten und die Pflegehilfskräfte haben auf den Stationen die Nachtschicht übernommen. 

Ich finde das sollte Konsequenzen haben für die Einrichtungen, denn wir sollten nicht immer nur das Wirtschaftliche sehen sondern den Menschen. 

Also Holger hat mal nen Vollknall mit seiner Aussage.

Und Boe muss ich Recht geben aber nur teilweise, weil die Pflege ist nicht überall von schlechter oder guter Qualität, es ist nicht angebracht Verallgemeinerungen darzustellen, jede Pflegekraft und jede Einrichtung soll den Bewohnern die beste Pflege ermöglichen.

 

Kommentar Sandra:  Meiner Meinung nach sollte es stärkere Kontrollen geben. Es kann ja nicht sein, dass die Bewohner darunter leiden. Pflegekräfte haben nicht mehr genügend Zeit gegenüber den Bewohnern, alles muss schnell schnell gehen und auf die Hygiene wird auch nicht mehr richtig geachtet. Dieser ganze Stress entsteht eigentlich nur dadurch, weil es zu wenig Pflegekräfte gibt in den Heimen. Und so kann es ja sicherlich nicht mehr weitergehen.Ich finde es eine Frechheit, wie mit Pflegekräften und Bewohnern umgegangen wird. Eigentlich sollte erst die Gesundheit der Menschen kommen, weil sie dafür auch zahlen und dann das Geld. Viele Betriebe legen mehr Wert auf das Geld. Das ist nicht richtig und das ist traurig.

Holger: Da ist der Beweis: Erst kommt das Geld und dann die Gesundheit der Menschen. 

Boe: Man sollte doch dahinter bleiben und eine gute Pflege durchführen bei den Bewohnern. Nur bei guter Pflege fühlen sich die Bewohner auch wohler. Und nicht das Geld ist allein wichtiger.

 

Kommentar Steffi:   Ich finde es nicht richtig, wenn die Bewohner von Altenheimen wegen Geld betrogen werden. Denn wir wissen alle wie zeitaufwendig und anstrengend die Pflege ist. Die Schwestern, die es gut mit den Bewohnern meinen, haben keine Zeit für Probleme und Anliegen der Bewohner. Und nur, weil viele Altenheime nur ans Geld denken. Ich finde, dass der MDk sich mehr durchsetzen sollte, dass mehr Pfleger/innen eingestellt werden und dies auch kontrollieren. Denn das Wohlbefinden der Bewohner ist nun mal wichtiger als Geld!!! 

Bewertung der zwei Lesekommentare: Holger schreibt, dass die Heime wie Unternehmen geführt werden, denn Unternehmen müssen Gewinn abwerfen. Allerdings  bleiben die Bewohner und die Mitarbeiter auf der Strecke. Denn das Geld ist den Heimen wichtiger als die Menschen. 

Boe hat Recht, es sollte mehr Positives über Heime gesagt werden. Denn die vielen Pfleger/innen machen ihre Arbeit ausgezeichnet. Doch trotzdem sollte man den Heimen Druck machen, denn es kann nicht sein, dass Geld wichtiger ist als das Wohlbefinden der Bewohner. Man sollte dahinterbleiben und mehr Mitarbeiter einstellen. Wenn nötig die Strafen erhöhen und nicht nur mit Bußgeldern und Verwarnungen drohen. 

 

Kommentar Sybille: Die Kontrollen der Pflegeeinrichtungen und die Konsequenzen sollten verschärft werden.Ich habe es auch schon in den Einrichtungen gesehen, dass es massiv an Pflegekräften fehlt und die Patienten darunter leiden. Die Pflegekräfte sind einfach überfordert und oft ausgelaugt, und die Patienten demzufolge angespannt. Das Personal ist meines Empfindens auch sehr gereizt, weil sie ständig Überstunden leisten und auch oft für andere Mitarbeiter einspringen müssen. Das drückt vielleicht auch auf die Arbeitsatmosphäre und dass bekommen Patienten auch mit. Meiner Meinung nach, ist es wirklich schlimm, dass es so einen Mangel an Arbeitskräften gibt oder sie wie in dem Bericht eingespart werden. Man muss ja auch bedenken, dass die Patienten sehr viel Geld monatlich bezahlen und dadurch auch gute Leistungen fordern dürfen.

Kommentar zu Holgers Anmerkung: Ich stimme Holger völlig zu. Es ist wirklich traurig, dass viele Patienten ihre Medikamtenkosten nicht tragen können, da neben den monatlichen Pflegekosten nichts mehr übrig bleibt.

 

Kommentar Melanie: Ich finde es nicht in Ordnung, dass die Pflegeheime zu wenig Pflegepersonal einstellen und so im Grunde genommen mit dem Leben der Menschen spielen. Beispielsweise könnten durch den Personalmangel Wunden nicht richtig versorgt werden. Auch kommt es in vielen Fällen zu Unterernährung oder Exsikkose bei den Bewohnern. So ein Personalmangel fördert außerdem Misshandlungen. 

Wenn man die Jugend betrachtet, möchten nur wenige einen sozialen Beruf erlernen. Das hängt damit zusammen, dass sich manche vor den Tätigkeiten, die z.B. ein Altenpfleger ausübt, ekeln. Oder sie haben Berührungs- oder Begegnungsängste mit Menschen mit Behinderung. Zusätzlich wird die Arbeit schlecht bezahlt und das Image des Pflegepersonals in Deutschland ist erheblich schlechter als beispielsweise für Ärzte. Durch solchen Personalmangel wird der Pflegeberuf nicht attraktiver.

In den Pflegeeinrichtungen muss mehr Personal eingesetzt werden, um den Pflegenotstand zu verhindern.

 

Kommentar Nicole: Also meine Meinung ist, dass vielen Patienten in Altersheimen, die nicht so viel Geld haben, das Geld aus den Taschen gezogen wird, weil sie die Medikamente vom Arzt meistens nicht zahlen könnnen. Und außerdem ist es in manchen Altersheimen so, dass die Patientenzimmer meistens mehr an ein Krankenhauszimmer erinnern, als an ein gemütliches Zuhause und die Bewohner sollen sich ja wohl und geborgen fühlen.

 

Kommentar Christian M: Meine Meinug ist, dass die Heimleitung nicht daran schuld ist, dass zu wenig Pflegepersonal vorhanden ist. Es arbeiten in vielen Heimen nur noch Hilfskräfte, weil kein Pflegefachpersonal vorhanden ist. Es wird nicht umsonst damit geworben, dass mehr Leute eine gute Pflegeausbildung machen sollen. Selbst in der Politik ist dies ein großes Thema. 

Zu den anderen beiden sag ich nur nix    :)

 

Kommentar Chantal: Meiner Meinung nach sollte es stärkere Kontrollen geben, da ich selber auch mitbekommen habe, wie das sogenannte „Pflegepersonal“ arbeitet. Das Pflegepersonal macht viele Fehler und ich denke, aufgrund der Tatsache, dass die pflegebedürftigen Menschen, die dort leben, jeden Monat ca. 4000 € zahlen müssen, sollte das Personal auch richtig und professionell arbeiten. Der Job ist zwar sehr anstrengend, wenn man aber als Altenpflegerin arbeitet, sollte man auch versuchen, alles richtig zu machen. Keiner würde etwas über kleine Fehler sagen, die allerdings im Normalfall auch nicht vorkommen sollten. Fakt ist, dass es auf jeden Fall zu wenig Personal gibt und es daher zu Problemen kommt .

 

Kommentar Katja: Ich finde die Heime in Deutschland sollten strenger kontrolliert werden. Dass so etwas wie Unterernährung nicht möglich ist. Es sollten mehr Pflegekräfte eingestellt werden oder die Ausbildung dazu ermöglicht werden. Die Personen, die die Arbeit nicht kennen und nicht unter dem ständigen Zeitdruck stehen, die können da eigentlich nicht mitreden. Man sollte für jeden Patienten mehr Zeit haben, um auch mal ein offenes Ohr für die Bewohner haben zu können. Ich denke, dann gibt es so etwas wie Unterernährung nicht. Wenn es mehr Zeit gäbe, würde es auch weniger Unfälle geben, weil man seine Arbeit dann genauer machen kann. Die Bewohner müsste man dann nicht einfach vor den Fernseher setzen, sondern man könnte mit den Patienten viel mehr unternehmen. Das ist meine Meinung.

 

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Mängel in der Pflege

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Krankenpfleger als Herr über Leben und Tod

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Fast jeder Dritte im Heim hat chronische Schmerzen

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ARBEITSAMT-STUDIE
5.7.2012
 
 
 
In Altenheimen und Krankenhäusern geht offenbar ohne Leiharbeiter gar nichts mehr!
Das zeigten neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA), wie die „Süddeutsche Zeitung" berichtet.
Demnach habe sich die Anzahl der verliehenen Pflegekräfte von 2005 bis 2011 um mehr als 400 Prozent auf etwa 16 350 erhöht, wie aus einer Antwort der Behörde auf eine Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervorgehe.
 
Nach den BA-Angaben lag der Durchschnittslohn dieser Leiharbeiter bei etwa 1600 Euro brutto im Monat. Knapp zwei Drittel der Leiharbeiter seien auf ein Gehalt unterhalb der bundeseinheitlichen Niedriglohnschwelle gekommen, die für einen Alleinstehenden bei 1802 Euro monatlich liegt. Der Durchschnittsverdienst im Gesundheits- und Sozialwesen habe Ende 2010 dagegen 2456 Euro brutto im Monat betragen.
 
Die Nürnberger Bundesagentur merkte auf Anfrage der Zeitung an, dass Leiharbeit in der Pflege angesichts von knapp 2,8 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Gesundheitsbereich - auch im Vergleich zu anderen Branchen" - „bislang qualitativ eher gering ausgeprägt" sei.
Die BA erwartet aber, dass die Leiharbeit in der Pflege weiter wächst, weil sie „einen Beitrag zur Bekämpfung des drohenden oder in Teilen bereits existierenden Fachkräftemangels darstellt".
 
ARBEITSMARKTEXPERTIN FORDERT VERBOT
 
„Unter Tarif bezahlte Leiharbeiter in der Pflegebranche sollten verboten werden! Das führt nur zu Lasten der alten Leute!" sagt Arbeitsmarktexpertin Professor Barbara Riedmüller von der Freien Universität Berlin. Auch für die Leiharbeiter sei die Situation nicht hinnehmbar, Konflikte zwischen ihnen und normal Angestellten seien programmiert, schließlich bekämen sie für dieselbe Arbeit nicht das gleiche Geld, so Riedmüller. „In der Pflegebranche herrscht Personalmangel, aber einige Pflegeeinrichtungen denken offenbar nur ans Geldverdienen und stellen Leiharbeiter ein, weil sie sie heuern und feuern können."