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  Rituale ROT Milieutherapie

 

 
Rituale
 
Aus: Der Kleine Prinz 
                             Antoine de Saint-Exupéry
 
 
 
„Am nächsten Morgen kam der kleine Prinz zurück. ´Es wäre besser gewesen, du wärst zur selben Stunde wiedergekommen´, sagte der Fuchs. ´Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. Je mehr die Zeit vergeht, um so glücklicher werde ich mich fühlen. Um vier Uhr werde ich mich schon aufregen und beunruhigen; ich werde erfahren, wie teuer das Glück ist. Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll... Es muss feste Bräuche geben.´“
 
Rituale
 
beschreiben
  • das individuelle Verhalten (z.B. persönliche Rituale)
  • das menschliche Miteinander (z.B. Feiern, Familienrituale)
 
 
sind
  • kulturell eingebunden oder bedingt
  • vorgefertigte Handlungsabläufe
  • bekannte Symbole
  • veränderbar
 
helfen bei
  • der Bewältigung komplexer Aufgaben
  • der Vermittlung von Halt und Orientierung
  • der Kommunikation
  • der Strukturierung zeitlicher und sozialer Abläufe
 
Gruppenrituale

besitzen einen einbindenen Charakter

fördern den Gruppenzusammenhalt

grenzen aus

 
Zyklische Rituale
 
beispielsweise Weckritual, Weihnachtsfeier, Sommerfest
 
Lebenszyklische Rituale
 
beispielsweise Geburt, Konfirmation, Jugendweihe, Heirat
 
 Ereignisbezogene Rituale
 
beispielsweise in bestimmten Krisen
 
Interaktionsrituale
 
beispielsweise Grußritual
 
Rituale ermöglichen die symbolische Auseinandersetzung mit Grundfragen der menschlichen Existenz wie z.B. das Wissen um die eigene Sterblichkeit (Glauben).
 


Realitäts-Orientierungs-Training (ROT)

 
1965 von Lucille R. Taulbee und James C. Folsom
Weitestgehender Verzicht auf Medikamente
Aktivierung der geistigen Leistungsfähigkeit zur Bewältigung und Strukturierung des Alltags
Schwerpunkt: Gegenwart
Einsatz: präventiv (vorbeugend), begleitend und rehabilitativ („wiederherstellend“)
 
24h – Programm
Tagesablaufstrukturierung, fester Zeitplan
Einzeltraining
Gruppentraining (4-8 Personen, 30-60 Minuten Dauer)
 
Ziel
 
Verbesserung der räumlichen, zeitlichen, situativen und personenbezogenen Orientierung
Aktivierung kognitiver Leistungsfähigkeit
Alltagskompetenz
Steigerungen der Konzentration
Reduktion von Angst und Stress
Verbesserte Merkfähigkeit durch Einsatz von Merkhilfen
 
Orientierungshilfen
 
Zeitliche Orientierung: Einsatz von Uhren, Kalendern, ROT-Tafeln (bildliche Darstellung von Jahreszeiten oder Wetter)
Situative Orientierung: Kommunikation in einfachen strukturierten Sätzen, Teilnahme an Gruppen, Wasch- und Anziehtraining
Räumliche Orientierung: Piktogramme. farbliche und schriftliche Kennzeichnungen der Wege, Namensschilder, Bilder aus der Vergangenheit
Personenbezogene Orientierung: Ansprache mit vollem Namen, Förderung der Eigenwahrnehmung durch Spiegel, Gruppenteilnahme
Lesen und Verstehen der Orientierungshilfen muss regelmäßig und geübt werden
 
Kritik
 
Zu starke Strukturierung des Alltags
Gruppenzwang
Überforderung
Strukturell und konzeptionell kaum unsetzbar
 
 
 
 
Milieutherapie
 
Anpassung der Umwelt an die veränderte Wahrnehmung, Empfindung, Kompetenz der Betreuten mit Demenz
 
Ausgangspunkt:
 
Umweltkompetenz sinkt laufend
Umweltanforderungen steigen dadurch
Schwierigkeiten, sich in der Umwelt zurecht zu finden
 
Grundgedanke:
 
Umweltkompetenz und Umweltanforderung müssen in ein Gleichgewicht gebracht werden, dann ist ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Lebenszufriedenheit möglich. Somit müssen Umweltanforderungen an die Umweltkompetenzen der Betreuten mit Demenz angepasst werden. 
 
Umsetzung:
 
Abbau von Überforderungsquellen
Schaffung einer Umwelt, die Geborgenheit und Sicherheit vermittelt
Ritualisieren des Alltags
 
 
Soziale Umgebung
 
Aufbau von persönlichen Beziehungen
Bezugspflege
 
Kommunikation
 
Deutliche, kurze Sätze
Berührung
Blickkontakt
 
Tagesstrukturierung
 
Fest strukturierter Tagesablauf
Geplante Phasen der Aktivität und Ruhe im Wechsel
Aktivitätsphasen: Beschäftigungsaufgaben möglichst in einer Gruppe
Gedächtnistraining durch „Erinnerungskisten“, Fotoalben, etc 
 
Architektonische Umgebung
 
Offene, überschaubare Räume
Räume müssen dem Bewegungsdrang entgegen kommen (Keine Grenzen, möglichst Rundgänge oder Endlosflure
Einrichtung möglichst aus der vorherigen Wohnung
Offene frei zugängliche Regale oder Schränke
Helle Räume 
Warme Farben, Blickfänger in Grundfarben 
Keine irritierenden Muster (Böden, Wände, etc) 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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