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Max und Moritz, Wilhem Busch, 1863

 

Schlafstörungen

Schlafstörungen beeinträchtigen das Befinden und die Leistungsfähigkeit. Frauen sind häufiger als Männer, alte Menschen häufiger als junge davon betroffen.

 

Max und Moritz, Wilhem Busch, 1863

 

Akute Schlafstörungen

  • dauern bis ca 4 Wochen
  • nächtliche Ruhe wird mehrmals unterbrochen
  • erkennbare Ursache (Stresssituationen, massive Konflikte)
  • nach Beseitigung der Ursache wieder normaler Schlaf

Subakute Schlafstörungen

  • 4 Wochen bis 6 Monate

Chronische Schlafstörungen

  • länger als 6 Monate
  • meist keine erkennbare Ursache

 

Max und Moritz, Wilhem Busch, 1863

 

"Schlaflosigkeit" (Insomnie)

Unter Schlaflosigkeit werden Ein- und Durchschlafstörungen verstanden. Akute Insomnien können beispielsweise durch belastende Erlebnisse oder bevorstehende Ereignisse (sowohl positive wie negative) ausgelöst werden.

 

Einschlafstörungen

Für Einschlafstörungen sind meist äußere (exogene) Faktoren verantwortlich wie beispielsweise

  • optische Reize (z.B. störendes Licht)
  • akustische Reize (z.B. Lärm)
  • extreme seelische Erlebnisse (positive wie negative)
  • körperliche Belastungen (z.B. physische Reaktionen)
  • ungewohnte Umgebung (z.B. Klima)
  • schlafmindernde Umgebung (z.B. zu hohe Zimmertemperatur)
  • Ernährung (z.B. schwer verdauliche oder zu üppige Mahlzeit oder anregende Mittel am Abend)
  • Unterforderung (z.B. fehlende körperliche Ermüdung)
  • zu viel Schlaf (z.B. Mittagsschlaf)

 

Ursache kann aber auch eine Erkrankung des Schlafzentrums (endogen) sein. Im Gehirn wird in der Zirbeldrüse das Hormon Melatonin gebildet, das eine schlafregulierende Wirkung besitzt und bei Mangel Einschlafstörungen auslöst.

Einschlafstörungen führen zu einer Verkürzung der Gesamtschlafzeit mit der Folge, dass sich Betroffene morgens unausgeschlafen, wie gerädert fühlen.

 

Symptome

  • Reizbarkeit
  • Angst
  • Leistungsminderung
  • Müdigkeit
  • Wesensveränderung

 

Max und Moritz, Wilhem Busch, 1863

 

 

Durchschlafstörungen

Von einer Durchschlafstörung spricht man, wenn jemand mehrmals in der Nacht über einen längeren Zeitraum aufwacht. Dabei ist das Aufwachen unproblematisch, wenn der Betroffene sofort wieder einschlafen kann. Das kann an den Schlafphasen liegen und ist keine Durchschlafstörung.

Kann der Betroffene allerdings anschließend nicht einschlafen und liegt längere Zeit wach da, führt es zu einem Schlafdefizit und ist dann eine Schlafstörung.

Besonders oft leiden alte Menschen darunter. Allerdings wird sehr häufig der verringerte Schlafbedarf mit einer Durchschlafstörung verwechselt. Und dann wird oft nach Tabletten gegriffen.

 

Schlafmedikamente sind bei Schlafstörungen gefährlich. Die Medikamente beseitigen nicht die Ursachen, der Körper gewöhnt sich daran und wird abhängig. Nach kurzer Zeit kann man ohne die Schlafmittel oder ohne Erhöhung der Dosis nicht mehr schlafen und es kommt zu Schlafstörungen aufgrund der Schlafmedikamente.  

 

Durchschlafstörungen können Symptome sein für beispielsweise

  • Krankheiten (durch starke Schmerzen)
  • Herzinsuffizienz (durch Nykturie, Atemnot)
  • Erkrankungen der Atemorgane (durch Husten, Atemnot)
  • Morbus Parkinson (durch nachts auftretenden Tremor)
  • Depressionen
  • Störungen der Gehirndurchblutung
  • Folgen eines jahrelangen gestörten Wach-Schlaf-Rhythmus (durch Schichtarbeit)

 

 

Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen (Zirkadiane)

  • Jetlag
  • Schichtarbeit
  • Zeitumstellung

Ein großes Problem in der Pflege ist die Zeitumstellung. Dadurch kommt es zu einer Veränderung des Wach-Schlaf-Rhythmus. Eine Veränderung des Wach-Schlaf-Rhythmus bedeutet eine Reduzierung der Schlafdauer und der Schlaftiefe. Besonders Klienten mit kognitiven Einbußen können die Zeitumstellung auf Sommer- oder Winterzeit nicht nachvollziehen und sind zweimal im Jahr dieser Veränderung ihres Wach-Schlaf-Rhythmus hilflos ausgeliefert. 

 

Erhöhtes Schlafbedürfnis (Hypersomnie)

Ein erhöhtes Schlafbedürfnis besteht bei mehr als zehn Stunden Nachtschlaf oder erhebliche Tagesschläfrigkeit.

Das Ruhe- und Schlafbedürfnis kann durch Belastungssituationen wie körperliche, seelische, geistige Anstrengungen / Anspannungen oder durch Krankheiten deutlich steigen. 

Bei schwerwiegenden langandauernden Konflikten kommt es oft unbewusst zu einer "Flucht in den Schlaf", was aber nicht die Probleme löst, sondern durch Verdrängung vergrößert.

Ein erhöhtes Schlafbedürfnis kann aber auch das Symptom einer schwerwiegenden Erkrankung sein.

 

Schlafapnoe (Apnoe = Atemstillstand, schlafbezogene Atmungsstörungen)

  • Männer (4%) sind häufger als Frauen (2%) betroffen
  • Risiko erhöht bei Schnarchern, Hypertonie, Adipositas
  • Atemaussetzer länger als 10 Sekunden
  • Atemaussetzer können zu Herzrhytmusstörungen, Hypertonie oder Sauerstoffunterversorgung führen

Symptome

  • Konzentrationsschwäche
  • Abnahme der Kreativität
  • Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Innere Unruhe
  • gesteigertes Schmerzempfinden
  • Wesensveränderung
  • verminderte Lebensqualität
  • Folgeerkrankungen

 

Das Schlafapnoe-Syndrom ist gefährlich, denn bei jedem Atemaussetzer sterben Gehirnzellen und wirken sich bald negativ auf den gesamten Organismus aus. Eine ausbleibende Behandlung der Schlafapnoe verkürzt die Lebenserwartung, erhöht das Unfallrisiko, gilt als Ursache für verschiedene Herz- und Kreislauferkrankungen, Depressionen, Impotenz und erhöht im Alter das Risiko eines plötzlichen Herztodes oder Schlaganfalls.

 

Schlafbezogene Bewegungsstörungen (Restless Leg Syndrom oder RLS = unruhige Beine)

RLS wird auch oft als "rastloser Schlaf" bezeichnet. Eine neurologische Erkrankung mit Gefühlsstörungen und Bewegungsdrang in den Beinen, Füßen und seltener in den Armen mit häufig einhergehenden unwillkürlichen Bewegungen. Beim RLS treten in Ruhe in Extremitäten unangenehme Gefühle wie beispielsweise Kribbeln, Schmerzen oder Wärmegefühl auf. Diese Missempfindungen führen zu einem Bewegungsdrang, was für eine vorübergehende Linderung sorgt. Die Beschwerden sind abends oder nachts schlimmer als während des Tages oder treten auch nur in den Nachtstunden oder im Schlaf auf.

 

Schlafverhaltensauffälligkeiten (Parasomnien)

Diese unerwünschten Verhaltensauffälligkeiten treten aus dem Schlaf heraus auf. Dadurch kann der Schlaf unterbrochen werden und ist nicht mehr erholsam.

Im Kindesalter können derartige Schlafstörungen durch eine vorübergehende Reifestörung des Gehirns auftreten und gelten meist als harmlos. Im Erwachsenenalter sind diese Schlafstörungen zumeist komplexer und sollten medizinisch abgeklärt werden.

 

  • Schlafwandeln (Der Schlafende verlässt ohne aufzuwachen meist für einige Minuten das Bett, geht umher und verrichtet manchmal auch Tätigkeiten. Kennzeichen sind ein ausdrucksloses, starres Gesicht und Augen, keine Erinnerung an das Schlafwandeln nach dem Aufwachen, sehr selten aggressives Verhalten, gezielte Handlungen)
  • Sprechen (Somniloquie oder das Sprechen im Schlaf reicht vom Ausstoßen undifferenzierter Laute bis zur Aussprache von ganzen Sätzen und gilt als harmlose Schlafstörung, die etwa 50 % Kinder betrifft und ca. 5 % Erwachsene, wobei bei diesen Stress, Fieber und Alkoholeinfluss begünstigende Faktoren sind)
  • Zähneknirschen (Als  Bruxismus oder Zähneknirschen im Schlaf wird ein unwillkürliches Knirschen und Aufeinanderpressen der Zahnreihen bezeichnet, was Schmerzen und schwere Zahnschäden verursachen kann und oft eine Stressreaktion ist)
  • Alpträume (Ursache von Albträumen sind häufig Stress, treten meist in der zweiten Nachthälfte auf, dauern wenige Minuten bis zu einer halben Stunde und enden meist mit Aufschrecken)
  • Schlaftrunkenheit (psychomotorische Verlangsamung mit verminderter kognitiver Leistungsfähigkeit und Desorientiertheit nach dem Aufwachen)

 

Schlafentzug

Ein Schlafentzug hat schwerwiegende Konsequenzen, wird aber auch therapeutisch genutzt (Wachtherapie als Behandlungsverfahren bei Depressionen). Durch einen längeren Schlafentzug kommt es vermehrt zu Sekundenschlaf.

 

Folgen von Schlafmangel

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Mangelhafte Konzentration
  • Fehlende Motivation
  • Abnahme der Kreativität
  • Geringere Leistungsfähigkeit 
  • Veränderte Wahrnehmung 
  • Schlechtere Gedächtnisleistung 
  • Geschwächtes Abwehrsystem 
  • Depressionen 
  • Aggressionen 
  • Verwirrtheit
  • Gesteigertes Schmerzempfinden 
  • Augenbrennen
  • Hormonelle Veränderungen
  • Symptomverstärkung
  • Erhöhung der Vitalzeichen (Puls, RR, Atmung, BZ)

 

Schlafentzug ist ein Hauptelement der "weißen Folter"

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