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Schüßler-Salze

 

 

Schüßler-Salze sollten erwähnt werden, da viele Menschen auf sie schwören. Den alternativmedizinischen Präparaten von Mineralsalzen liegt die Annahme zugrunde, dass Krankheiten durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen entstünden. Diese Krankheiten könnten durch Gaben von Mineralien geheilt werden. Eine Wirksamkeit der Schüßler-Salze ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen und daher sind sie umstritten. Die Stiftung Warentest kommt zu dem Urteil: „Biochemie nach Schüßler ist zur Behandlung von Krankheiten nicht geeignet.“

Der homöopatische Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898) hielt zur Therapie fast aller Krankheiten zwölf Salze, die „Schüßler-Salze“ für ausreichend. Er nahm an, dass Krankheiten durch gestörte biochemische Prozesse entstehen, sodass das Fehlen eines bestimmten Minerals den gesamten Stoffwechsel beeinträchtigt . 

Im Nationalsozialismus bekamen „Biochemie“ und „Krankenbehandler“ ungeheueren Aufwind. Staatlicherseits wurden Untersuchungen zu „biochemischen Mitteln“ nicht nur gebilligt, sondern auch gefördert. Versuche zur Wirksamkeit fanden unter Leitung des Reichsarztes SS Ernst-Robert Grawitz in den Konzentrationslagern Dachau und Auschwitz statt. Es wurden beispielsweise Blutvergiftung und Malaria künstlich herbeigeführt und sollten biochemisch behandelt werden. Die Therapie blieb weitgehend erfolglos. Diese Versuche bezahlten die Häftlinge fast immer mit einem qualvollen Tod.

Schüßler-Salze werden meist in Tablettenform angewendet, die man langsam im Mund zergehen lassen soll. Die Mineralstoffe werden nach Ansicht der Verfechter dieser Therapie über die Mundschleimhaut vom Körper aufgenommen. Die Tabletten bestehen überwiegend aus Milchzucker. Daher gibt es für Menschen mit Laktoseintoleranz die Schüßler-Salze auch in Form alkoholischer Tropfen oder laktosefreier Kügelchen aus Rohrzucker.

 

 

 

Friedrich Eduard Bilz (12.6.1842 - 30.1.1922) und sein Nachfolger M. Platen gaben Bücher über Naturheilverfahren um die Jahrhundertwende heraus. Beide ignorierten Wilhelm Schüßler und wetterten in ihren Büchern gegen die künstliche Zuführung von Mineralsalzen als schädigend für den menschlichen Körper. Hintergrund war die Unvereinbarkeit der Sichtweisen. Bilz und Platen waren Anhänger der ganzheitlichen Lehre von Kneipp. Schüßler reduzierte eine Krankheit auf ein Organ. Deshalb hatte er auch so einen durchschlagenden Erfolg bei den Nationalsozialisten.    

 

Chrissy

 

Dr. Wilhelm Schüßler, geboren 21.8.1821 in Bad Zwischenahn, lebte und arbeitete als Arzt in Oldenburg bis zu seinem Tod 1898. Er definierte Krankheit als Störung der Einzelzelle durch einen Mangel an Mineralsalzen: „Der Mensch, dessen Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht ist besitzt genügend Energien, um krankmachenden Einflüssen erfolgreich widerstehen zu können."

Zwölf Salze erkannte er als die wichtigsten Zellnährstoffe und nannte sie biochemische "Funktionsmittel". Erst nach seinem Tode fügten seine „Schüler“ fünfzehn weitere Mineralsalze als sogenannte „Ergänzungssalze“ dazu.

Dosierung der Schüßler Salze:

Häufigste Darreichungsform sind Tabletten aus Milchzucker (Lactose), die in den Potenzen D3, D6 und D12 angeboten werden. Die häufigste Potenz der Schüssler-Salze ist D6. Bei akuten Beschwerden soll der Patient alle zwei Stunden eine Tablette mit dem empfohlenem Mineralsalz langsam im Mund zergehen lassen. Man kann sie auch durch Schütteln, Reiben oder Zerkleinern am besten in ein bisschen Wasser auflösen. Patienten mit chronischen Erkrankungen sollen drei- bis viermal täglich eine Tablette einnehmen, am besten etwa eine Stunde vor der Mahlzeit.

Helfen sie wirklich? Die Wissenschaft kann die Wirkungsweise der Schüssler-Salze nicht erklären oder ihre Wirksamkeit belegen. Für die Anhänger der Schüssler-Salze sind es „Wundersalze“, für die Gegner Placebos.


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