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Tanzen - Seniorentanz - Erlebnistanz

Die Tanzpädagogin Ilse Tutt erkannte die aktivierende Wirkung des Tanzes bei Senioren. 1977 wurde der „Bundesverband Seniorentanz e. V.“ gegründet, der heute bundesweit circa 6000 Mitglieder zählt und in vielen Ortschaften Seniorentanzkreise durchführt. Seit 1991 existiert ein zertifizierter Ausbildungslehrgang zum Tanzleiter für Sitztänze.

Ein Merkmal des Seniorentanzes ist, dass in der Gruppe getanzt wird. Daher ist kein fester Tanzpartner nötig, was altersbedingt problematisch sein könnte.

Ziele des Seniorentanzes ist nicht nur die Förderung der Gesundheit und Erhaltung der Fitness (z. B. allgemeine Beweglichkeit, verbesserte Atmung, Durchblutung, Schulung des Gleichgewichtes, Förderung der Kondition, Koordination, Leistungsfähigkeit, Ausdauer, Konzentration usw), sondern ein Beitrag zur Verbesserung der gesamten Lebensqualität. Beim Seniorentanz können Kontakte geknüpft werden und verhindern so Isolation und Vereinsamung. Die alten Leute haben regelmäßig Termine, auf die sie sich freuen können, und kommen so aus ihrem Alltagstrott heraus. Spaß, Unterhaltung, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung erhöhen die Lebensfreude. Die kognitiven und kreativen Fähigkeiten werden verbessert durch die Kommunikation (Denken basiert auf Sprache), aber auch durch das Erlernen neuer Tänze. Seelische und körperliche Spannungen werden gelöst, Abbauprozesse verlangsamt, bestenfalls gestoppt. Das Wohlbefinden wird gesteigert durch kulturelle Verknüpfungen. Erinnerungen werden geweckt an die Tänze und Tanzveranstaltungen in der Jugend. Gerade durch das Erleben in der Gruppe, das Treffen von Gleichgesinnten, werden Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl gestärkt. Tanzen ist eine Pneumonie-, Kontraktur- und Sturzprophylaxe, beugt Osteoporose vor und stärkt das Herz- und Kreislaufsystem.

 

Sitztanz

Der Sitztanz findet, wie der Name es sagt, im Sitzen statt. In der Regel sitzen die Teilnehmer beim Sitztanz im Kreis auf Stühlen. Sitztänze sind besonders geeignet für alte und bewegungseingeschränkte Menschen, chronisch Kranke, bei bestehenden Gleichgewichtsstörungen und Sturzgefahr, Behinderungen wie beispielsweise Hemiplegie oder psychischen Störungen.

Das Tanzen im Sitzen ermöglicht rhythmische Bewegungen. Diese Bewegungen aktivieren, die Musik vermittelt positive Gefühle. Oft werden zusätzlich zur Musik Tücher, Keulen, Bälle etc eingesetzt zur Förderung der Kreativität.

Sitztanz beim Sommerfest 2013 (Berufsfachschule für Sozialpflege SP11 und Mitarbeiter der WfB Bayreuth) 

 

Bewegungsformen wie beispielsweise Kopfdrehungen, Schulter- oder Oberkörperbewegungen, Hand- oder Fußübungen werden als Bewegungsfolgen passend zur Musik zusammengestellt. Der Schwierigkeitsgrad der Bewegungsfolgen wird an die Teilnehmer angepasst, um Überforderungen zu vermeiden. Durch Pausen wird ebenfalls eine Überforderung vermieden. Außerdem bieten die Pausen eine Gelegenheit für biografische Gespräche, Unterhaltungen, Singen und Trinken.

Die Dauer des Sitztanzes orientiert sich am Leistungsvermögen der Teilnehmer. Normalerweise rechnet man mit 45 bis 60 Minuten.

Die Musik sollte verständlich, gut strukturiert und am Musikgeschmack der Teilnehmer orientiert sein. Bekannte Lieder wecken Erinnerungen.