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Störung des Geruchssinnes

 
Die olfaktorische Wahrnehmung (Geruchssinn) findet in der Nase statt. Diese Wahrnehmung wird durch die gustatorische Wahrnehmung beeinflusst. Es kann zu Riechstörungen kommen, die mittels spezieller Testverfahren überprüft werden können. Riechstörungen oder der völlige Verlust des Riechvermögens sind als Behinderung nicht mit Blindheit oder Gehörlosigkeit vergleichbar. Daher suchen auch die wenigsten Betroffenen medizinische Hilfe. Aber die Lebensqualität sinkt und es können gefährliche Situationen entstehen wie der Genuss verdorbener Speisen, fehlende Wahrnehmung von Rauch oder Gasgeruch. Man unterscheidet qualitative und quantitative Riechstörungen. 
 
Quantitative Riechstörung
 
  • Normosmie ist die als normal empfundene Riechleistung. 
  • Hyposmie ist eine gestörte Riechleistung
  • Anosmie ist der vollständige Verlust des Riechvermögens
 
Qualitative Riechstörungen
 
  • Parosmie ist eine verzerrte Wahrnehmung von Gerüchen durch eine Reizquelle. Besonders oft nach Infektionen oder Traumata werden die meisten Düfte als unangenehm wahrgenommen. So riecht plötzlich der Kaffee nach Jauche. Die Ursachen sind unklar, die meisten Parosmien werden mit der Zeit schwächer und verschwinden bei 50% der Patienten nach etwa 2 Jahren.
  • Phantosmie nimmt Gerüche ohne Reizquelle wahr und tritt ebenfalls häufig nach Traumata oder Infektionen auf, aber auch in extremen Stresssituationen. Meistens werden unangenehme nicht vorhandene Gerüche wahrgenommen („Stinkenase“). Auch sie verschwinden bei der Hälfte der Betroffenen meistens nach einigen Jahren. 
 
Mögliche Ursachen sind: Erkrankungen der Nase, Infektionen, posttraumatische und neurodegenerative Erkrankungen. Bei den neurodegenerative Erkrankungen ist besonders das idiopathische Parkinson-Syndrom im Mittelpunkt. Bei 80-90% dieser Patienten wurden Riechstörungen beobachtet. Auch bei der Alzheimer-Demenz lassen sich oft Riechstörungen feststellen. Diabetiker haben häufig geringgradige olfaktorische Defizite. Eine Anosmie kann auch angeboren sein. 
 
 
Betroffene sollten korrekte und realistische Informationen zur Riechstörung bekommen mit dem Hinweis, dass eine Besserung oder Heilung eventuell möglich ist, die aber langwierig sein kann. 
 
 
 
Dysgeusie (Geschmacksstörungen)
 
Geschmacksqualitäten sind süß, sauer, salzig, bitter und umami (fleischig, herzhaft, wohlschmeckend). Die olfaktorische Wahrnehmung differenziert den Geschmack weiter. Ein Ausfall des Geruchssinnes beeinflusst somit den Geschmackssinn. Als Dysgeusie bezeichnet man eine krankhafte Veränderung des Geschmackssinns. Geht der Geschmackssinn vollständig verloren, spricht man von Ageusie. Der Verlust des Geschmacksinnes ist ebenfalls nicht vergleichbar mit einer Seh- oder Hörbehinderung, allerdings sinkt auch hier die Lebensqualität und es besteht eine Gefährdung durch den versehentlichen Genuss verdorbener Lebensmittel.
 
Dysgeusien werden unterteilt in 
  • Qualitative Geschmacksstörungen (sind am häufigsten)
    • Parageusie (veränderte Wahrnehmung von Geschmacksreizen)
    • Phantogeusie (Geschmackseindrücke ohne Reizquelle)
  • Quantitative Geschmacksstörungen
    • Hypogeusie: Verminderte Geschmackswahrnehmung
    • Ageusie: Vollständiger Verlust der Geschmackswahrnehmung
    • Hypergeusie: Gesteigerte Geschmackswahrnehmung
Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. In seltenen Fällen ist die Dysgeusie angeboren. Meist entwickelt sie sich durch epitheliale, nervale und zentrale Ursachen.
 
Epitheliale Ursachen schädigen die Geschmacksknospen (Z.B. Virusinfektionen, Strahlentherapie, Diabetes mellitus, Nebenwirkungen von Medikamenten, Leber- und Nierenerkrankungen, Entzündungen der Zunge, Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenunterfunktion, Cushing-Syndrom, mangelhafte Mundhygiene, Chemotherapie)
 
Nervale Ursachen schädigen bestimmte Hirnnerven (Z.B. durch Komplikationen bei Operationen im Hals-, Kopfbereich, Tumore, Schädelbasisfrakturen, entzündliche oder degenerative Nervenerkrankungen).
 
Zentrale Störungen entstehen beispielsweise durch Hirntumore, Verletzungen des Hirnstamms, neurodegenerative Erkrankungen, bestimmte Epilepsieformen, Infektionen, Multiple Sklerose, familiäre Disposition, Turner-Syndrom oder Depression.
 
 
Störung der taktilen Wahrnehmung 
 
Man unterscheidet zwischen taktil-kinästhetischer, intermodaler oder serialer Wahrnehmungsstörung. Bei einer taktilen Unterfunktion werden geringfügige taktile Empfindungen kaum wahrgenommen und es besteht häufig eine Schmerzunempfindlichkeit. Bei einer taktilen Überempfindlichkeit werden geringste taktile Empfindungen wahrgenommen und es besteht oft eine Schmerzüberempfindlichkeit. Diese Störung hat weitreichende Folgen auf das Verhalten, Alltag und Lebensbewältigung der Betroffenen.
 
Typische Reaktionen bei taktilen Wahrnehmungsstörungen:
 
  • Abwehrverhalten
  • Furcht vor Annäherungen
  • Aggressionen
  • Ängstliches Verhalten
  • Körperliche Kontakte werden als unangenehm empfunden und abgelehnt
  • Bestimmte Materialien wie Fingerfarbe, Sand, Kleister werden gemieden (Überempfindlichkeit) oder gesucht (Unterfunktion)
  • Überreaktion auf unbekannte Geräusche
  • Auswahl oder Ablehnung bestimmter Speisen 
  • Sprachstörungen
  • Unzureichende Eigenwahrnehmung
  • Schwierigkeiten beim Erlernen komplexer Bewegungsabläufe
  • Ausdrucksarme Mimik
  • Orientierunsprobleme
  • Allgemeine Lernstörungen
  • Bewegungssteuerung und Kraftdosierung stimmen nicht überein
  • Bewegungen können nicht spontan gestoppt werden
  • Langsames Arbeiten
  • Vergesslichkeit
  • Störungen in der Feinmotorik
  • Motorische Unsicherheit und Ungeschicklichkeit (Überempfindlichkeit) 
  • Extremes Bewegungsbedürfnis (Unterempfindlichkeit)
  • Verringertes Gefahrenbewusstsein (Unterempfindlichkeit)
  • Hyperaktivität, Ruhelosigkeit ((Unterempfindlichkeit)
 
Maßnahmen müssen individuell und ganzheitlich sein. Betroffene sollen Wahrnehmungsangebote erhalten, die die  Aufnahme und Verarbeitung bestimmter Reize fördert. Sinneseinwirkungen müssen richtig dosiert werden, damit sie verarbeitet werden können. 
 
 

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