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Sozialisation

 

Die Sozialisation ist die Entwicklung der Persönlichkeit aufgrund ihrer Interaktion mit einer spezifischen materiellen und sozialen Umwelt.

Faktoren, die die Sozialisation beeinflußen:

  • sozio-ökonomische Faktoren
  • sozio-ökologische Faktoren
  • sozio-kulturelle Faktoren
  • familiäre Sozialisation

Sozialisation bedeutet die Anpassung an gesellschaftliche Denk- und Gefühlsmuster durch Verinnerlichung von Normen, gesellschaftlicher Werte und sozialer Rollen. Sie beschreibt die Entwicklung, durch die der Mensch zur gesellschaftlich handlungsfähigen Persönlichkeit wird. Die Sozialisation umfasst die beabsichtigten und planvollen Maßnahmen wie Erziehung, aber auch die unabsichtlichen Einwirkungen auf die Persönlichkeit und ist ein lebenslanger wechselseitiger Prozess.

Sozialisationsprozesse beeinflussen das soziale Zusammenleben, Vergemeinschaftung und Handlungsorientierungen, aus der sich die soziale Identität des Individuums entwickelt. Soziale Bindungen des Individuums und die sozialen Bezugsgruppen entscheiden über die Sozialisationsprozesse. Sie steuern die Tendenz, dass sich Individuen nach den jeweils geltenden Normen, Werten und Werturteilen der Gesellschaft verhalten. Verläuft die Sozialisation im Sinne des jeweiligen Umfeldes, verinnerlicht das Individuum soziale Normen, Werte, Rollen der gesellschaftlichen und kulturellen Umgebung.

Primäre Sozialisation

Die primäre Sozialisation geschieht in erster Linie durch die Eltern und andere Bezugspersonen. In dieser Phase werden Persönlichkeitsmerkmale ausgeformt, die die Sprache, das Denken, das Fühlen und das Handeln betreffen. Das Kind erlernt grundlegende Verhaltensmuster und Verhaltensregeln. Leo Montada (geboren 18.3.1938, Professor für Psychologie) verweist darauf, dass die primäre Sozialisation eng mit der Entwicklungspsychologie zusammenhängt. Das Verhalten des Kindes ergibt sich aus dem Verhalten der Eltern. (Entwicklungspsychologie, Hrsg: Rolf Oerter und Leo Montada, Weinheim 1995, Beltz-PVU) Der Erwerb der Sprache beeinflusst massiv die weitere Sozialisation.  Die in der primären Sozialisation verinnerlichten Normen, Werte und Verhaltensweisen gelten als stabil. Sie können sich aber durch Kontakte zu anderen Wertegemeinschaften in der sekundären Sozialisation auch noch ändern.

Sekundäre Sozialisation

Etwa nach Vollendung des dritten Lebensjahres beginnt die sekundäre Sozialisation. In der sekundären Sozialisation werden neben den Eltern auch andere Sozialisationsagenten wirksam wie Gleichaltrige (peer group), Schule oder Medien. Verhaltensmuster aus der primären Sozialisation werden weiterentwickelt und variiert. Das Individuum lernt, welche Verhaltensweisen den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen, erwartet werden und tolerierbar sind. Neue Anschauungs-, Bewertungs- und Verhaltensweisen sind oft widersprüchlich zu den bisher erworbenen und können Konflikte auslösen. Es werden eventuell neue Rollen übernommen und andere Sichtweisen. Massenmedien beeinflussen zunehmend die Sozialisation. Erziehung als bewusstes und abgrenzendes Handeln kann dabei bestimmte Einflüsse des Sozialisationsprozesses unterstützen, anderen entgegenwirken.

Tertiäre Sozialisation

Die tertiäre Sozialisation beschreibt die Anpassungen, die der Erwachsene in Interaktion mit seiner sozialen Umwelt ständig vornimmt. Entwicklungen und Lernen sind lebenslange Prozesse, Krisen- und Gestaltungsbewältigungsprozesse und die Entwicklung von copings haben erheblichen Einfluss auf die Persönlichkeit. Im Mittelpunkt stehen Lebenspartner, Freundschaften, aber auch besonders die beruflichen Einflüsse wie Berufswahl oder die Arbeitstätigkeit selbst als Sozialisationsprozess.

 

Sozialisationsinstanzen

Sozialisationsinstanzen sind alle gesellschaftlichen Einrichtungen, die die Sozialisationsprozesse (bewusst oder unbewusst) steuern und bestimmte Normen und Wertvorstellungen, Ziele und Verhaltensformen vermitteln.

Enkulturation:
Das Erlernen der Kultur, den Prozess der Übernahme der jeweiligen kulturellen Lebensweisen, das Hineinwachsen des Einzelnen in die Kultur der ihn umgebenden Gesellschaft. Mehr als nur die Anpassung an die jeweilige Kultur und deren reproduzierende Tradition.

Akkulturation:
1. Übernahme fremder geistiger und materieller Kulturgüter durch Einzelpersonen oder ganze Gruppen.
2. a) = Sozialisation; b) Anpassung an ein fremdes Milieu (z. B. bei Auswanderung)

 

Akkulturationsprozess von Migranten und Einheimischen

 

 

 

 

 

 

 

 


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