Suchprogramme, HTTP-Protokoll"> Berufsfachschule für Sozialpflege
 
 
 
 
 
 
 

Elisabeth Kübler-Ross (8.7.1926 – 24.8.2004, Schweizer Psychiaterin und Sterbeforscherin, die in den USA lebte. Sie veröffentlichte 1969 das Buch „On Death and Dying“, dass 1971 unter dem Titel  „Interviews mit Sterbenden“ in Deutschland erschien.) 

 

Sterbephasen nach Kübler-Ross

 

Die Phasen haben fließende Übergänge und können nicht isoliert betrachtet werden. Ähnlich wie in den Trauerphasen finden sich auch Elemente anderer Phasen in den einzelnen Phasen. Die beschriebenen Phasen können unterschiedlich lang sein, Sterbende können also in einer Phase verharren oder eine Phase überspringen. Sterbebegleiter oder Angehörige durchlaufen ähnliche Phasen (siehe auch Trauer)  

 

Die erste Phase: Nicht-wahrhaben-wollen

 (englisch: Denial, übersetzbar mit Verleugnung, Abstreiten)

Sterbender will es nicht wahrhaben, will nicht an seinen Tod glauben, akzeptiert nicht die eigene Sterblichkeit.

Verdrängung

Schock

Zweifel (Verwechslung, Irrtum, Unfähigkeit der Ärzte, eventuell Hinzuziehung weiterer Ärzte)

Zukunftspläne

Röhrenförmiges Denken über den Tod

 

Pflegemaßnahmen

 Intensive Kommunikation, aktives Zuhören, Gesprächsbereitschaft signalisieren, Anteilnahme, intensive Betreuung, grundsätzlich nie belügen, kein Mitleid, nie die Realität "aufzwängen" (Wenn der Betroffene seine Situation verdrängt oder leugnet, ist es zu akzeptieren).

 

Die zweite Phase: Zorn

(engl.: Anger)

Groll, Wut, Neid (auf die, die weiterleben dürfen, warum schützen mich nicht Angehörige, Ärzte, Pflegepersonal?)

"Warum ich?"

 

Pflegemaßnahmen

 Aggressionen, Beleidigungen, Beschimpfungen, Anschuldigungen nicht persönlich nehmen, zur Not professionelle Hilfe holen (z.B. Supervision), Geduld, Zuwendung und Aufmerksamkeit, Gesprächsbereitschaft signalisieren, damit der Betroffene beispielsweise über seine Ängste reden kann.

 

Die dritte Phase: Verhandeln

(engl.: Bargaining)

Akzeptanz der eigenen Sterblichkeit

Verhandlungen (mit Ärzten, Pflegepersonal, Schicksal, Gott: Gelübde, Versprechen, Bitte um Aufschub)

Intensive Teilnahme, Mitarbeit an Behandlungen und Therapien

 

Pflegemaßnahmen

 In die Realität zurückholen, keine falsche Erwartungen oder Hoffnungen unterstützen, intensive Kommunikation, realistische Hoffnungen bestärken (z. B. betreffs Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, Ängste vor Einsamkeit beim Sterben nehmen).

 

Die vierte Phase: Depression

(engl.: Depression)

Hoffnungslosigkeit

Sinnlosigkeitsgefühle

Trauer (Verlust des Lebens, Besitz, Angehörige, körperliche Integrität)

Versuch der Erledigung von Versäumnissen, Versöhnung, Probleme

Rückzug oder Klagen

 

Pflegemaßnahmen

 Ablenkung, Problemlösungen anbieten oder versuchen, Wünsche möglichst zu erfüllen, Unterstützung bei der Erledigung der Versäumnisse.

 Wenn möglich auf eine gesunde vitaminreiche Kost achten.

 Tagsüber gute Beleuchtung, Tageslicht (Lichtmangel fördert Depressionen), nachts möglichst verdunkeln (Nachtbeleuchtungen fördern ebenfalls Depressionen).

 Mit ärztlicher Absprache Einsatz von Heilkräutern wie Johanniskraut.

 Stimmungsaufhellende Aromen einsetzen wie beispielsweise Zitrusdüfte, Melisse, Rose oder Lavendel (Auf Unverträglichkeiten achten und keinen Dauereinsatz).

 Körperliche Anwendungen wie "Belebende Ganzkörperwäsche" oder Massagen.

 

Die fünfte Phase: Zustimmung

(engl.: Acceptance)

Annahme des Schicksals

Körperliche, geistige Erschöpfung

Großes Schlaf- und Ruhebedürfnis

Isolierung, Rückzug

Hohe Sensibilität betreffs Umgebung

 

Pflegemaßnahmen

 Auf Wunsch ständige Anwesenheit, Ruhephasen ermöglichen, Zuwendung, körperliche Zuwendung wie Hand halten, streicheln, leichte Berührungen (kein Tätscheln, nicht über den Kopf streichen oder durch das Gesicht), Wahrnehmung berücksichtigen.


powered by Beepworld