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Sturzprophylaxe

 

Stürze:

 hohes Risiko für alte und kranke Menschen

 häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit älterer Menschen

 50 % aller über 70-jährigen sind bereits einmal oder mehrmals gestürzt

 

Folgen:

 schmerzhafte Hämatome

 Prellungen

 15% aller Stürze haben ernsthaftere Verletzungen zur Folge

  • Oberschenkelhalsfrakturen (ca 100000 Fälle pro Jahr) 
  • Frakturen des Oberarms 
  • Frakturen der Schulter 
  • Schädelverletzungen (Achtung bei Schläfrigkeit)

 

Stürze bedeuten schwerwiegende Einschnitte in die bisherige Lebensführung:

 

 Wunden oder Frakturen schränken den Bewegungsradius ein

 das Vertrauen in die eigene Mobilität geht verloren

 eine selbständige Lebensführung kann gefährdet sein

 

Bewohner mit erhöhtem Sturzrisiko müssen eine Sturzprophylaxe erhalten, die Stürze verhindert oder Sturzfolgen minimiert.

 

Dazu gehören:

 Rechtzeitige Einschätzung der individuellen Risikofaktoren

 Systematische Sturzerfassung

 Information und Beratung der Betreuten und Angehörigen

 Maßnahmenplanung

 

 Viele Einzelfaktoren führen zu einem Sturz.

Man unterscheidet intrinsische (in der Person des Patienten begründet) und extrinsische (in der Umwelt begründet) Faktoren.

 

Intrinsische Faktoren:

 Probleme mit der Körperbalance, Gleichgewicht

 Gangveränderungen, eingeschränkte Bewegungsfähigkeit

 Erkrankungen mit veränderter Mobilität, Motorik, Sensibilität

  • Multiple Sklerose
  • Parkinson´sche Erkrankung
  • Schlaganfall
  • Erkrankung des Nervensystems
  • Arthrose (chronische, schmerzhafte Gelenkveränderung)
  • Krebserkrankungen
  • chronische Erkrankungen
  • schlechter Allgemeinzustand

 Sehbeeinträchtigungen

  • reduzierte Kontrastwahrnehmung
  • reduzierte Sehschärfe
  • ungeeignete Brillen

 Beeinträchtigung der Kognition und Stimmung

  • Demenz
  • Depression
  • Delir

 Erkrankungen, die zu einer Ohnmacht führen

  • Hypoglykämie (zu niedriger Blutzuckerwert)
  • Kreislaufstörungen
  • Herzrhytmusstörungen
  • Durchblutungsstörung im Gehirn
  • Epilepsie

 Ausscheidungsverhalten

  • Nykturie
  • Inkontinenz
  • Probleme beim Toilettengang

 Post-Fall-Syndrom (Sturzangst)

 Sturzvorgeschichte

 

Extrinsische Faktoren:

 Verwendung von Hilfsmitteln

  • Gehhilfen
  • Rollstühle
  • Bettgitter

 Kleidung

  • zu lange Kleidung
  • schlecht sitzende Schuhe
  • Socken

 Medikamente

  • zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen
  • Psychopharmaka
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel
  • Drogen

 Gefahren der Umgebung

  • Lichtverhältnisse (zu dunkel, blendend)
  • Stolperfallen wie umherliegende Kabel
  • schlecht erkennbare Stufen
  • nasse Fußböden
  • glatte Fußböden (Fliesen, blank gebohnert)
  • ausgetretene oder rissige Fußbodenbeläge
  • Türschwellen und -schienen
  • Treppen (zu steil, Treppenschienen)
  • Teppiche
  • Türen
  • offene Türen und Fenster
  • Veränderungen im Bewohnerzimmer
  • umherliegende Dinge
  • schlecht angepasste Fahrstuhlkörbe
  • Haustiere

 Gefahren der weiteren Umgebung

  • unebene Gehwege und Straßen
  • mangelnde Sicherheitsausstattung (Haltemöglichkeiten)
  • Beleuchtung
  • Witterung (Glatteis, Sturm, Schnee)
  • Bordsteine
 

 

Eine Maßnahmenplanung kann nur mit dem Einverständnis des Betroffenen erfolgen.
Der Bewohner hat das Recht, angebotene Maßnahmen abzulehnen.

 

 

Siehe dazu auch Regress

 

 
Über Gefährdungen und erkannte Defizite muss informiert werden
und auf Abhilfe gedrungen werden.
Dokumentieren!

 

 

Mögliche Methoden zur Prävention: 

  • Aufklärung, Beratung 
  • Motivation zur Bewegung
  • Mobilisation, Kraft-, Gleichgewichtstraining
  • "Sturztraining" - Anleitung zum Verhalten bei Schwindel etc. 
  • Anpassung der Lichverhältnisse
  • Betthöhe einstellen
  • Beseitigung von Stolperfallen
  • Farbliche Markierung von Stufen, Schwellen
  • Stuhl neben dem Bett zur Erleichterung des Aufstehens
  • Polsterung von Hüftknochen, Hüftprotektoren 
  • Ellenbogen-, Knieschutz
  • Helm
  • erreichbare Rufanlage 
  • erreichbare Lichtschalter
  • Bremsen an Nachttischen, Betten, Rollstühlen, WC-Stühlen, Badewannenlift
  • Duschstuhl, Wannenhilfen
  • Haltegriffe
  • Nachtlicht
  • Anti-Rutsch-Kralle oder Gleitschutz (Schuhe)
  • Anti-Rutsch-Kralle (Gehstöcke)
  • Eiskralle für Gehstöcke
  • Gehwagen
  • Regelmäßige Kontrolle der Umgebung und Hilfsmittel
 
 
Den an der Versorgung beteiligten Berufs- und Personengruppen
müssen die Sturzrisikofaktoren und die jeweils notwendigen Maßnahmen
zur Sturzprophylaxe bekannt sein.
 

 

(Z.B. Reinigungskraft fordert den Bewohner auf, den Platz zu wechseln, um den Arbeitsablauf zu erleichtern.)

 
 

 

Jeder Sturz muss dokumentiert und analysiert werden.
 
Die Einrichtung führt eine Statistik zu 
 
 
Häufigkeit, Umständen und Folgen von Stürzen.