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Raden Saleh Ben Jaggia - public domain

 

Trauer 

Der Tod eines nahen Verwandten kann ein Geschehen sein, was bei den Hinterbliebenen eine tiefgreifende Verzweiflung auslöst, somit Merkmale des Traumas aufweist. Worin unterscheidet sich dann die Trauer vom Trauma? Schematisch kann man sich ein Individuum so vorstellen:

Illustration nach Jatzko

Das "Ich" und die direkte Umwelt beeinflussen sich gegenseitig und somit ist die Grenze durchlässig. Gleichzeitig bedeutet die Grenze einen Schutz für das "Ich".

 

Der Tod des nahen Verwandten stellt zunächst eine Belastung dar, die auf das "Ich" einwirkt. Dabei wird die äußere Grenze verletzt, denn die nahe Umgebung hat sich tiefgreifend verändert. Es setzt der Prozess des Trauerns ein.

 

Illustration nach Jatzko

 

 

Trauer als Prozess

 

Der Trauer-Prozess wird beeinflusst von der Erwartung der Wahrscheinlichkeit und der Schwere des Verlustes. In den einzelnen Trauerphasen treten bereits Anteile nächster oder vorheriger Phasen auf, sodass die einzelnen Phasen wie Zahnräder ineinandergreifen.

 

Prozess des Trauerns:

 

 

Illustration nach Jatzko

Die Phasen der Trauer kann man sich schematisch wie folgt vorstellen:

 

Illustration nach Jatzko

 

Unsere Vorfahren waren klüger als viele Menschen heute denken. Sie wussten oder ahnten zumindest, dass die Trauer ein komplizierter und langwieriger Prozess ist und gestanden den Trauernden einen langen Zeitraum zu, deutlich an dem Begriff des Trauerjahres. Heutzutage gestehen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern beim Tod naher Verwandten ein bis drei Tage der Trauer zu, wobei diese freien Tage häufig nicht zeitnah bewilligt werden.

 

Kann der Trauernde diese Trauerphasen nicht "abarbeiten", weil beispielsweise Bewältigungsstrategien fehlen, kommt es zur Verletzung des "Ichs" durch Verlust an innerer Sicherheit. Nun ist auch die "Ich"-Grenze verletzt und aus der Trauer kann sich ein Trauma entwickeln.

Illustration nach Jatzko

 Trauer ist eine Belastung, die Phasen der Trauer stellen die Bewältigungsstrategie dar. Das "Ich" bleibt im Grundsatz unangetastet. Das Trauma wirkt direkt in das "Ich" ein, verletzt die innere Sicherheit und wirkt sich dadurch auch auf andere Persönlichkeitsstrukturen aus.

 

Gefühlswelten: Traurigkeit die Facetten des Schmerzes

BR Mediathek: Film zur Trauer (14 Minuten)